Warum die Brüder Hain unrasiert spielen

Eine haarige Angelegenheit

Vollgas mit und ohne Bart: Die beiden Brüder Maxi (links) und Hannes Hain.
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Vollgas mit und ohne Bart: Die beiden Brüder Maxi (links) und Hannes Hain.

Buchbach - Hannes und Maximilian Hain wollen ihre Bärte loswerden und nach der Partie gegen den SBR den Aufstieg in die Regionalliga feiern.

Das Gesicht des Erfolges trägt Bart. Und zwar schon seit Wochen. Genauer genommen seit dem Frühjahrsauftakt in der Fußball-Bayernliga und dem Buchbacher eher enttäuschenden 1:1 gegen die U23 der SpVgg Unterhaching. Am Freitag nun wollen Hannes und Maximilian Hain ihre Bärte loswerden und nach der Partie gegen den SB Rosenheim (19 Uhr) den Aufstieg in die Regionalliga feiern.


Protector, Fusion, Derby, Extra oder einfach nur Classic; über die wirklich nicht entscheidenden Dinge haben sich die beiden Wasserburger noch keinen Gedanken gemacht - da können die Klingenhersteller ihre Produkte in den schönsten Tönen preisen. Die Fußball-Mentalität der Brüder Hain steht einfach nicht für "die sanfteste Rasur ihres Lebens." Das gilt auch für den Gegner. Der wird zwar in der Regel nicht unfair rasiert, aber auch nicht sanft gestreichelt. "Jede Mannschaft braucht Kampfschweine", sagt der Lehramtsstudent Hannes Hain, der Englisch und Geschichte unterrichten möchte. Hart zum Gegner, hart zu sich selbst ist das Motto der beiden Bärtigen, die nach komplizierten Verletzungen die komplette Herbstrunde verpasst haben. "Maxi und ich haben mal ne richtige Reha gemacht. Ein halbes Jahr Vollgas. Nur am 24. Dezember haben wir ausgesetzt, aber am ersten Weihnachtsfeiertag waren wir schon wieder am trainieren", erzählt der 26-Jährige. Somit erklärt sich auch, warum die Brüder trotz der langen Pause in der Frühjahrsrunde sofort wieder auf der Höhe des Geschehens waren.

Das hatten nicht alle im Buchbacher Umfeld so erwartet. Schon im Sommer 2010, als sie vom Bezirksligisten Wasserburg nach Buchbach wechselten, trauten viele "Experten" den beiden Defensivspezialisten, den Sprung in die Bayernliga nicht zu. Aber Trainer Anton Bobenstetter war überzeugt: "Die beiden leben die Leidenschaft, die Buchbach in den letzten 16 bis 17 Jahren geprägt hat. Die ziehen ihr Ding voll durch." Und auch Hannes Hain weiß um die kritischen Stimmen: "Viele haben sich gewundert, dass wir praktisch von Anfang an gespielt haben und dann immer dabei waren."


Auf die Idee, sich nicht mehr zu rasieren bis der Regionalliga-Aufstieg perfekt ist, sind die beiden Eishockey-Fans natürlich aufgrund der Gepflogenheit der Play-off-Bärte gekommen. Hain: "Andere aus der Mannschaft hätten schon auch mitgemacht, aber das geht halt nicht bei jedem wegen Beruf oder ähnlichen Dingen. Maxi geht auf die BOS, ich auf die Uni, da ist es egal. Wobei uns natürlich auch Spieler anderer Mannschaften immer öfter fragen, was mit uns los ist?"

"Die Wolle muss jetzt runter", findet Trainer Bobenstetter, der auf das Wasserburger Trio, zu dem ja auch Keeper Dominik Süßmaier gehört, große Stücke hält und es irgendwie als interessante Fügung der Geschichte betrachten würde, wenn ausgerechnet am Freitag gegen den SB Rosenheim der Aufstiegscoup endgültig gelänge: "Die drei kommen ja immer mit einem Auto mit Rosenheimer Kennzeichen nach Buchbach. Das wäre dann insofern schon was Besonderes."

mb

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