„Dir zittern am Start schon die Füße!“

Andi Wirnstl geht am Freitag und voraussichtlich auch am Samstag in Saint Paul im US-Bundesstaat Minnesota an den Start.
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Andi Wirnstl geht am Freitag und voraussichtlich auch am Samstag in Saint Paul im US-Bundesstaat Minnesota an den Start.

Saint Paul/USA - Andi Wirnstl aus Surheim ist startet am kommenden Wochenende bei der Red Bull-Crashed Ice-Weltmeisterschaft - und das bereits zum vierten Mal!

Im richtigen Leben ist Andi Wirnstl eigentlich Schreiner. In seiner Freizeit spielt er beim EV Berchtesgaden Eishockey. Von Kindesbeinen an steht der 23-Jährige auf Schlittschuhen, spielte vorübergehend sogar mal für Red Bull Salzburg. Doch nicht nur das Eishockey macht dem Surheimer großen Spaß – am kommenden Wochenende, den 13. und 14. Januar, geht Wirnstl mittlerweile schon zum vierten Mal bei der Red Bull-Crashed Ice-Weltmeisterschaft an den Start.


Beim Crashed Ice handelt es sich um eine relativ junge Extremsportart. Es werden dabei Teile der Sportarten Speedskating, Boardercross und Ski-Downhill vermischt. Die Athleten fahren mit bis zu 60 km/h mehrere hundert Meter eine steile Eisbahn hinunter. Dabei sind Kurven, Sprünge und andere Hindernisse zu bewältigen. Zudem starten immer vier Sportler gleichzeitig in die Bahn. Die beiden Schnellsten gewinnen. Die ersten Wettbewerbe wurden vom Organisator Red Bull im Jahr 2001 ausgetragen.

Andi Wirnstl spekuliert nicht auf den WM-Titel, er möchte in der Weltrangliste nach oben klettern.

Andi Wirnstl geht am Freitag und voraussichtlich auch am Samstag in Saint Paul im US-Bundesstaat Minnesota an den Start. Er ist einer von fünf Deutschen, die sich für die WM qualifizieren konnten. Für den 23- Jährigen ist es der „Kick“, der ihn motiviert, jedes Jahr wieder mit zu machen. „Das ganze Event ist einfach eine Mega-Show! Alleine schon die Kulisse. Am Beeindruckendsten war für mich der Wettbewerb in Québec in Kanada im letzten Jahr. Da fährst Du mitten durch die Altstadt und 100.000 Zuschauer feuern dich an. Das ist schon was Besonderes!“, schwärmt der Surheimer.

Der Ehrgeiz des 23-Jährigen ist groß. Seit Monaten trainiert er im Fitnessstudio Ausdauer und vor allem Kraft in den Beinen. Die braucht der 1,70 Meter kleine Wirnstl auch. Immerhin muss er sich in den K.O.- Rennen gegen größere und schwerere Sportler behaupten. Bei denen ist der Surheimer allerdings wegen seiner Schnelligkeit gefürchtet. Sein bestes Ergebnis ist der 26. Platz in Kanada – unter 128 Startern.

Am Mittwoch, 11. Januar, fliegt Wirnstl in die USA nach Minnesota. Der Donnerstag bleibt zur Entspannung und zu einer ersten

Streckenbesichtigung in Saint Paul. Am Freitag wird es dann Ernst. Nach dem Training am Freitagmorgen folgt das Einzelzeitfahren, bei dem die Startplätze von 1 bis 128 vergeben werden. Am Freitagabend findet dann das Qualifikationsrennen statt, in Vierergruppen geht es auf die Eisbahn. Jeweils die ersten beiden Sportler qualifizieren sich dann das Hauptevent der Crashed Ice-Weltmeisterschaft am Samstag, den 14. Januar.

Die Aufregung am Start ist groß, erzählt der 23-Jährige. „Wenn Du da oben stehst, bist Du nervös und aufgeregt – Dir zittern die Füße, das ist unbeschreiblich. Aber sobald der Startschuss fällt, blendest Du alles aus und bist nur noch auf die Bahn und auf die Gegner fokussiert.“

Der Wettbewerb am Wochenende in Saint Paul ist nur einer von vier. Wirnstl möchte sich auf jeden Fall für den Hauptevent am Samstag qualifizieren und dann noch möglichst viele WM-Punkte für die weiteren Austragungsorte sammeln. Im Februar stehen die Niederlande und Schweden im Rennkalender. Das Finale findet dann im März im kanadischen Québec statt. Wer nach den vier Rennen die meisten WM- Punkte hat, wird Crashed Ice-Weltmeister 2012.

Auf den WM-Titel spekuliert Wirnstl allerdings nicht. Aber er möchte in der Weltrangliste wieder etwas weiter nach oben klettern. Dort ist der Surheimer momentan auf Platz 51 unter über 500 Sportlern.

Bernhard Streitwieser

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