Schlecht gespielt und trotzdem Punkt geholt

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Björn Hertl gelang der Führungstreffer für Wacker.

Bremen - Der SV Wacker Burghausen hat in der 3. Fußball-Liga zum vierten Mal hintereinander nicht verloren. Das ist aber auch schon das einzige Positive, dass SVW-Coach Mario Basler mit nach Hause nehmen dürfte.

Denn der Ex-Nationalspieler war über den Auftritt seiner Elf bei der Bundesliga-Reserve des SV Werder Bremen (1:1) überhaupt nicht begeistert.


"Der Gegner war heute sehr schwach. Da müssen wir eigentlich als Sieger vom Platz gehen, aber meine Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit das Fußball spielen eingestellt", schimpfte Basler nach dem Schlusspfiff.

Und tatsächlich: Der erste Auswärtsdreier der Saison war für die Salzachstädter zum Greifen nah, Christoph Burkhard und Co. hätten bereits in den ersten 45 Minuten alles klar machen müssen. Burghausen begann dominant und hätte in der Anfangsphase in Führung gehen können. Erst setzte Eric Agyemang einen Drehschuss drüber (2.), dann sorgte Burkhard mit seinem Fernschuss für Gefahr (6.). Die Gäste dominierten die Anfangsphase und durften folgerichtig in der 19. Minute über das 1:0 jubeln. Der Treffer fiel allerdings mit freundlicher Unterstützung von Felix Diewald. Der Werder-Keeper patzte nach einem Eckball, Björn Hertl nahm das Geschenk dankend an und köpfte das Leder aus kurzer Distanz in die Maschen.


Auch in der Folge diktierten die Salzachstädter das Geschehen. Die beste Chance auf 2:0 zu erhöhen fand Agyemang vor, doch der Ghanaer in Diensten des Ex-Zweitligisten scheiterte mit seiner Direktabnahme an Diewald (43.).

In der zweiten Hälfte zogen sich die Gäste dann immer weiter in die eigene Hälfte zurück und die Werderaner nutzten die ihnen sich bietenden Freiräume. Und so musste der für den an der Schulter verletzten René Vollath eingewechselte Andreas Michl bereits in der 52. Minute hinter sich greifen: Nach einem Flankenball war Henning Grieneisen zur Stelle und jagte das Leder aus kurzer Distanz ins linke untere Eck. Werder blieb jetzt am Drücker: Nur 180 Sekunden nach dem Ausgleich scheiterte Yannis Becker am Burghausener Schlussmann.

Basler reagierte und brachte mit Christian Cappek (für Orhan Akkurt) einen neuen Angreifer ins Spiel. Das machte sich auch gleich bezahlt, denn der Ex-Löwe sorgte für neuen Schwung in der Burghauser Offensive, fand aber zehn Minuten vor dem Abpfiff in Diewald seinen Meister.

Für den letzten Aufreger des Spiels sorgte schließlich Werder-Kicker Felix Kroos. Kurz vor dem Ende verweigerte Schiedsrichter Marcel Unger (Nordhausen) nach einem Foul an Onur Ayik einen Freistoß, worauf sich der Bruder von Nationalspieler Toni Kroos lautstark beschwerte und vom Unparteiischen des Feldes verwiesen wurde. "Ich habe mich über die Entscheidung beschwert. Wenn er mir Gelb gibt ist das in Ordnung, aber ein Platzverweis wars auf gar keinen Fall", urteilte Kroos.

Nach zwei Niederlagen in Folge haben die Bremer wieder einen Zähler ergattert, für Neuzugang Henning Grieneisen wars trotzdem zu wenig: "Drei Punkte waren das Ziel, einen haben wir leider nur geholt.

sam/Mühldorfer Anzeiger

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