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Crossalps: Rekorde bei Traumwetter

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Die Sieger beim Crossalps 2010

Samerberg - Rekordjagd beim Crossalps am Samerberg. Trotz schwieriger Winde wurden einige Bestmarken aufgestellt. Unter den Siegern: Jörg Warm, Leiter der Druckvorstufe beim OVB.

Gemeldet waren 77 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für den härtesten Gleitschirmwettbewerb Deutschlands – die Crossalps 2010 am Samerberg, diesmal prominent besetzt. Und dieses Jahr konnten sie wirklich endlich einmal beweisen, was flugtechnisch in ihnen steckt. Bei strahlendem Sonnenschein und nicht ganz einfachen Windbedingungen zeigte ein Schweizer der Konkurrenz, wo an der Hochries der Hammer hängt.

Ihren Wendepunkt am Limit, so der Untertitel des Crossalps-Wettbewerbs – konnten die Gleitschirmpilotinnen und –piloten endlich einmal trockenen Fußes und Flügels finden. „Ich war diesmal genauso klitschnass wie die letzten Jahre“, meinte der englische Wahlösterreicher Tony Patt augenzwinkernd. „Aber diesmal kam das Wasser von innen.“

Die Crossalps 2010

War die Veranstaltung am Samerberg in den letzten Jahren weitgehend von Regengüssen und Nebel begleitet, hatte das Wetter dieses Jahr endlich ein Einsehen. So mussten die Teilnehmer diesmal beweisen, dass sie nicht nur laufen, sondern auch fliegen können. Wieder einmal war der Wettbewerb ein gelungenes Sportereignis, das dank des Engagements der acht Initiatoren sowie zahlreicher Helfer, Sponsoren und mit Unterstützung der Flugschulen Hochries, Chiemsee und Oberaudorf ein zufriedenes Lächeln in die Gesichter aller Sportler zauberte – trotz aller Strapazen und Blasen an den heißgelaufenen Füßen.

Bereits am Vorabend des Wettbewerbs trafen sich die Pilotinnen und Piloten zu einer eingehenden Unterweisung in das Fluggebiet sowie für die Wettersituation am Samstag und Sonntag. Im international sehr gut besetzten Starterfeld waren neben den Lokalhelden auch Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die weiteste Anreise hatte mit etwas über 900 km wieder einmal der Niederländer Clemens van Soest, der bei der Endauswertung immerhin Platz 13 belegte.

Die beiden ehemaligen deutschen Meister im Streckenfliegen, Uli Strasser und Werner Schütz, gaben das Niveau vor, an dem sich das restliche Starterfeld messen sollte. Doch auch sie mussten sich letztlich mit den Plätzen 15 und 32 der überragenden Leistung eines Schweizer Piloten geschlagen geben. Prominentester Teilnehmer war wohl der mittlerweile auch international bekannte Musiker und Schauspieler Dominik Brückner.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es also am Samstag um 8 Uhr mit rund 15 Kilo Fluggepäck auf den Schultern zu Fuß auf die Hochries. Nur ein Teilnehmer hatte sich den Hochfelln auserkoren. Diese Extratour stellte sich allerdings als eklatante Fehlentscheidung heraus, denn am Startplatz kam der Wind aus der falschen Richtung. So musste der Pilot den Berg wieder hinabsteigen und war dann derart demotiviert, dass er schließlich den Wettbewerb abbrach. Er sah keine Chance mehr, am Sonntag noch bis 17 Uhr einen neuen geeigneten Wendepunkt an seinem persönlichen Limit zu suchen, zu erreichen und wieder zurückzukehren.

Er blieb jedoch nicht der einzige, weitere sechs Wettkämpfer brachen vorzeitig ab. Bewundernswert ist da die Leistung der beiden Pilotinnen Marianne Bichler und Daniela Weiss. Sie brachten es auf rund zwölfeinhalb beziehungsweise vier Kilometer geflogene Strecke und 68 respektive 57 gelaufene Kilometer.

Auch die Tandempiloten trumpften diesmal mit erstaunlichen Strecken auf. Das Duo Patrick Fankhauser und Jörg Warm belegte hier den ersten Platz. Ihr Limit fanden sie nach knapp 47 km Luftlinie in der Nähe von Kitzbühel, wofür sie rund 59 km flogen und insgesamt 69 km liefen. Bei genauerer Betrachtung des GPS-Tracks war sehr gut zu erkennen, wie der Pilot Patrick Fankhauser immer wieder an Bergflanken im Hangaufwind kämpfte und sein Letztes für diese Platzierung gab.

Geschicktes Taktieren ist wichtig. Die Teilnehmer wissen in der Regel untereinander nicht, wo sich die Konkurrenz befindet und legen ihren Umkehrpunkt erst während des Wettbewerbs fest. Dabei ist es wichtig einschätzen zu können, ob sich dieser Punkt einerseits weit genug vom Start entfernt befindet, um zu siegen und andererseits genug zum Ausgangspunkt liegt, um rechtzeitig wieder zurückzukehren.

Bei den Einzelstartern der Herren gab es hier in diesem Jahr herausragende Ergebnisse. Der Altauseer Robert Heim belegte mit 74 Kilometer Luftlinie den dritten Platz und der Vorjahressieger aus Graz, Paul Guschlbauer, erreichte mit knapp 80 Kilometern Rang zwei.

Den Vogel schoss allerdings Christian „Chrigel“ Maurer aus Leissingen in der Schweiz ab. Der sympathische junge Flieger deklassierte geradezu die Konkurrenz. Dabei fand er sein eigenes Limit, seinen Wendepunkt, gerade mal knapp drei Kilometer weiter als Guschlbauer. Während der Grazer und der Altauseer aber „nur“ 120 Kilometer beziehungsweise 85 Kilometer flogen und insgesamt 74 Kilometer respektive 107 Kilometer laufen mussten, flog Chrigel die gesamte Strecke an einem Stück hin und wieder zurück und war somit am Samstag Abend schon wieder im Ziel.

„Ich dachte mir, weshalb Stress machen, wenn ich mich am heiligen Sonntag entspannt in die Sonne legen kann, während die anderen noch unterwegs schwitzen“, lies er das auf die Ränge verwiesene und aus dem Staunen nicht mehr heraus kommende Teilnehmerfeld in verschmitztem Schweizer Dialekt wissen. Diese Leistung verwundert auch nicht, denn während andere Kinder im Alter von 9 Jahren noch Drachen steigen lassen, spielte Chriegel schon mit dem Gleitschirm seines Vaters auf der Wiese herum. Mit seiner Gesamtflugstrecke von 165 Kilometern bei nur 17 Kilometern Laufstrecke verfehlte er Uli Strassers Streckenrekord von der Hochries nur um 15 Kilometer. Der musste damals allerdings per Zug und Anhalter zurückfahren.

Zumindest bei den Crossalps gelang diese Leistung noch keinem Teilnehmer und auch bei anderen Flügen ist die Rückkehr zur Hochries noch höchst selten. Der junge Schweizer räumte damit auch einen der Sonderpreise ab, nämlich den für die weiteste Flugstrecke.

Den anderen Sonderpreis, für die höchste Laufleistung heimste ein Pilot aus Bad Harzburg ein. Gernot Schmidt lief ganze 107,65 Kilometer, mit geschultertem Gleitschirm wohlgemerkt. Trotzdem oder gerade deshalb zeigen diese Leistungen sehr deutlich, welche Qualität und welchen Wert die Hochries für natursportliche Veranstaltungen und den Tourismus im Raum Rosenheim und Samerberg bietet.

Klaus Jotz

Quelle: rosenheim24.de

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