Pressekonferenz zur Zukunft des Klubs

Steindl: Regionalliga ist keine "Deppenliga"

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Wünscht dem SV Wacker einen Neustart in der Regionalliga: Burghausens Bürgermeister Hans Steindl.
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Burghausen - Der SV Wacker möchte den Abstieg in die Regionalliga als Chance für einen Neustart nutzen. Einen Klassenerhalt am Grünen Tisch lehnt der Klub ab.

Mit einem strukturell wie sportlich veränderten Konzept möchte der SV Wacker Burghausen den Abstieg in die Regionalliga für einen Neuanfang nutzen. Dies machte Burghausens Bürgermeister Hans Steindl sowie die Verantwortlichen von GmbH und Verein am Freitagnachmittag im Rahmen einer Pressekonferenz deutlich.

"Regionalliga wird ein Abenteuer"

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Den Abstieg müsse man als Chance nutzen, "einen Neustart anzuvisieren", sagte Steindl. Die Regionalliga sei schließlich keine "Deppenliga", betonte der Bürgermeister. Theoretisch könnte der sportlich abgestiegene SV Wacker sogar noch in Liga drei verbleiben, sollten beispielsweise mehrere Klubs keine Lizenz erhalten. Für Steindl ist dies aber keine Option. Man werde nicht darauf warten, die Lizenz am Grünen Tisch zugesprochen zu bekommen.

Grundsätzlich sehen die Verantwortlichen den Klub in der vierten Liga offenbar gut aufgehoben. Klaus Schultheiss, Präsident der Fußball-GmbH, kritisierte die Erwartungshaltung seitens der Öffentlichkeit in den letzten Jahren: "Man war geistig immer noch in der zweiten Liga, obwohl man auch in der dritten Liga der Kleinste war." Steindl betonte, dass auch die Regionalliga eine Herausforderung sein wird. Das erste Jahr in der Regionalliga wird nach Einschätzung des Bürgermeisters ein "Abenteuer", bei dem es darum geht, nicht noch weiter "runterzufallen" - also womöglich erneut abzusteigen.

Kosten für U23 werden eingespart

Gerade finanziell dürfte sich im Klub in der kommenden Saison einiges verändern. Steindl betonte, in der GmbH müsse alles auf den Kopf gestellt werden. Dr. Christian Freyer, Erster Vorsitzender des e.V., konkretisierte, dass es in der GmbH weniger Hauptamtliche geben werde als bislang. Sparpotenzial hat man außerdem bei der U23 ausgemacht, die zu Saisonende abgemeldet wird. Steindl zufolge kosten U19 und U23 im Jahr zwischen 150.000 und 200.000 Euro. "Das brauchst du für die erste Mannschaft und für den Unterbau, die Jugend", so der Bürgermeister.

Die Infrastruktur, allen voran das Stadion mit 10.000 Plätzen, soll sinnvoll genutzt werden. Es sei eine "Marketingaufgabe", dass Burghausen nicht verschwindet, mit "einem der schönsten Stadien in der ganzen Region", so Steindl. Der Bürgermeister hofft, dass man Spiele der Fußballnationalmannschaft der Frauen oder der Nachwuchsauswahlen nach Burghausen holen kann.

Demmelbauer soll ein "Ausbilder" sein

Mario Demmelbauer, neuer Trainer und sportlicher Leiter des Klubs

Für den sportlichen Neustart hat der Klub Mario Demmelbauer vom TSV Buchbach verpflichtet. Demmelbauer wird künftig als Trainer und sportlicher Leiter Vollzeit für den SV Wacker im Einsatz sein. Bislang war er neben seiner Tätigkeit als Trainer des TSV Buchbach bei der COC AG in Burghausen angestellt. "Ich hatte in den letzten Jahren schon im Blick, dass ich in den Fußball gehe", sagte Demmelbauer.

Von Demmelbauers Vorgänger Uwe Wolf trennt sich der Klub offenbar im Guten. Mit Uwe Wolf habe man erst gemerkt, was professionelle Arbeit sei, lobte Josef Berger, Leiter der Fußballabteilung des e.V. und mit der Trainersuche betraut. Wolfs Vertrag galt nur für die Dritte Liga, auf einen neuen Vertrag hatte man sich nicht einigen können. Von Demmelbauer erhofft sich Berger, dass er ein "Ausbilder" ist - also eine relativ junge Mannschaft weiterentwickelt.

"Es wird immer ein Schuldiger gesucht"

Mehrere Säulen des Klubs werden den SV Wacker nun verlassen, darunter Geschäftsführer Florian Hahn. Klaus Schultheiss lobte und verteidigte den scheidenden Geschäftsführer. "In Burghausen wird immer nur ein Schuldiger gesucht. Es war aber keiner schuldig, auch nicht der Florian Hahn." Schultheiss dankte dem jungen Geschäftsführer ausdrücklich: "Er war immer ein sehr fairer und loyaler Partner." Hahn werde nun den nächsten Schritt machen, eventuell in die zweite Bundesliga wechseln. Angebote habe er, sagte Schultheiss.

SV Wacker: Pressekonferenz nach dem Abstieg

Der Präsident selbst wird den Klub ebenfalls verlassen, nicht nur, weil die Aufgabe zu zeitraubend war: "Es ist, ehrlich gesagt, ein sehr undankbarer Job", so Schultheiss. Sein Präsidiumskollege Reinhard Frauscher hört ebenfalls auf, soll dem Klub aber dennoch erhalten bleiben. In welcher Funktion dies sein wird, ist ebenso offen wie die Frage, ob Frauscher überhaupt weitermacht. "Eine endgültige Entscheidung habe ich noch nicht getroffen", sagte Frauscher. Erst müsse er zwei, drei Nächte drüber schlafen. Frauscher machte keinen Hehl daraus, dass ihm seine ehrenamtliche Tätigkeit für den Klub ebenso wie Schultheiss nicht immer Freude bereitet hat: "Da schlagen zwei Seelen in meiner Brust."

Quelle: rosenheim24.de

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