Bayernliga: TSV-Volleyballer starten mit Heimsieg

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MTV-Spieler Dominik Mang (rechts) im Angriff: Er war nur schwer aufzuhalten. Dennoch gelang es mit zunehmender Dauer des Spiels, den Münchenern den Schneid abzukaufen. Nicht zuletzt, weil die Blockarbeit von Patrick Müller und Stefan Schmid schließlich immer besser wurde.

Mühldorf - Am Ende steht das Ergebnis, und das passte am Samstag, obwohl die Mühldorfer Volleyballer zum Saisonauftakt in der Bayernliga Startschwierigkeiten hatten.

An Spannung aber war die Partie nicht zu überbieten, dafür konnte ein Drehbuch nicht besser geschrieben sein: Denn einen 2:0-Rückstand münzten die Mühldorfer noch zu einem 3:2-Erfolg um. Hauptdarsteller: Neuzugang Leopold Angerer, der in den brenzligen Situationen das Heft in die Hand genommen hatte und mit brachialer Gewalt im Angriff Punkt für Punkt zugunsten der Mühldorfer ergatterte.

Es fehlt noch am Selbstbewusstsein bei den Mühldorfern, die zwar bis zum 10:11 im ersten Satz mithalten konnten, dann aber mehr Fehler produzierten als der Gegner - beispielsweise durch verschlagene Aufschläge oder durch eine entsprechend schlechte Annahme. So blieb das trainierte schnelle Kurzpassspiel von Zuspieler Karim Bassir nur Wunschdenken, Bassir musste improvisieren, die Schlagkraft der Mühldorfer blieb aus. Zumal die Münchener mit ihrem Block die Mühldorfer zu gelobbten Bällen zwangen, die wiederum nicht den gewünschten Erfolg brachten.

Nach dem 20:25 im ersten Satz kamen die Mühldorfer im zweiten Abschnitt besser ins Spiel, holten sogar eine 8:5-Führung heraus. Doch München blieb nervenstark und glich wieder aus. Leopold Angerer (Neuzugang vom Zweitligisten VCO Kempfenhausen) war inzwischen für Thomas Lehel über Diagonal gekommen, Alex Lechner für den glücklosen Stefan Schmid als Außenangreifer. Der Satz blieb offen, die Satzbälle erkämpften sich aber stets die Münchener. Bloß: Immer wenn die Mühldorfer diesen abgewehrt hatten, produzierten sie den nächsten durch unnötige Fehler wie missglückte Aufschläge. Die Folge: München holte sich auch den zweiten Satz mit 30:28.

Im dritten endlich schien der Knoten geplatzt zu sein. Die MTV-Spieler wurden zusehends müder, während der TSV nun selbstbewusster agierte. Allen voran Leo Angerer, der sich ohne Rücksicht auf Verluste im Angriff einen Punkt um den anderen erspielte. Das gab Auftrieb: Die Annahme von Libero Tobias Laszlo-Lehni wurde sicherer und auch in der Abwehr feierten die Mühldorfer nun mehr Erfolgsmomente. Bei einer 22:11-Führung schien der dritte Satz bereits gewonnen, dann aber der komplette Einbruch: 1:11 Punkte machte der MTV in der Folgezeit, und kam bis auf 22:23 heran. Nicht zuletzt deswegen, weil der an diesem Tag glänzend aufgelegte MTVler Dominik Mang auf der Diagonalposition kaum aufzuhalten war. Dann erst machte Mühldorf den Sack zu, mit 25:22 war der erste Schritt zum Sieg getan.

Ein ähnliches Bild in Abschnitt vier. Auch hier führten die Mühldorfer klar, lagen mit 12:6 in Front. München blieb dennoch dran, kam bis auf zwei Punkte wieder heran, bevor der TSV den Durchgang mit 25:23 abschloss.

Jetzt musste die Entscheidung in Durchgang fünf her: Und diesmal machten die Mühldorfer alles richtig. Gleich von Beginn an übten sie Druck auf die nun müden Münchener aus, hatten sich bald ein Sechs-Punkte-Polster erspielt, das bis zum Schluss hielt (15:9).

"Enttäuschung, Enttäuschung, Enttäuschung", so der Kommentar des Münchener Trainers René Mittrach. Das Problem sei gewesen, dass er nicht mit einem kompletten Kader angereist war. "Als die Spieler müde wurden, hatte ich keine adäquaten Auswechselspieler parat", so Mittrach.

Spielertrainer Karim Bassir, der für dieses eine Spiel auch das Coaching übernommen hatte: "Leider war es am Anfang so, dass wir einen Rückfall in alte Schwächen zeigten. Die Mannschaft war zu ängstlich und nervös, während die Münchener von Anfang an gut geblockt und einfach gleichmäßiger agiert haben." Die Leistung Angerers lobte er als überragend, "er hat die Mannschaft mitgerissen." Letztlich spricht Bassir von einer großartigen Leistung gegen eine Mannschaft, gegen die die Mühldorfer im vergangenen Jahr noch zweimal verloren hatte. "Ich glaube nicht, dass wir im letzten Jahr so ein Spiel noch herumgerissen hätten."

Jetzt sind erst einmal drei Wochen Spielpause angesagt. Genug Zeit also für den neuen Trainer Günther Thomae, der vom SC Sonneberg gekommen ist und gestern erstmals die Trainingseinheit abgehalten hat, mit der Mannschaft zu trainieren und Schwachstellen auszumerzen. Am 17. Oktober, beim Heimspiel gegen den SV Lohhof II wird sich dann zeigen, ob seine Arbeit bereits Früchte trägt.

je/Mühldorfer Anzeiger

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