Basketballkrimi verloren

Rosenheim- In einem hochdramatischen Spitzenspiel unterlagen die Spieler von Trainer Bob Miller in Vilsbiburg erst nach Verlängerung mit 96 zu 90.

Die beiden einzigen ungeschlagenen Mannschaften der zweiten Regionalliga SüdOst trafen am Samstagabend in der Vilsbiburger Vilstalhalle aufeinander. Die Rosenheimer mussten dabei auf Verteidigungsspezialist Daniel Hamberger und auf ihren einzigen zwei Meter Mann, Paul von Goßen verzichten. Die äußeren Bedingungen für dieses Spitzenspiel konnten aber nicht besser sein. Über 500 Zuschauer fanden den Weg in die Vilsbiburger Halle und verwandelten diese in einen Hexenkessel. „Wir wollen unser Spiel spielen und nicht mit denen mit rennen!“, mahnte Coach Miller seine Spieler noch vor dem Spiel. Die Nervosität war beiden Mannschaften zu Beginn des Spiels anzusehen. In den ersten Angriffen konnte kein Team ihre Würfe verwerten.


Erst in der zweiten Spielminute viel der erste Korb zu Gunsten von Rosenheim. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wobei sich kein Team deutlich absetzten konnte. Aus einem 5-Punkte Führung (12:17, 10. Spielminute) konnten Vilsbiburg durch zwei schnelle Dreier von 40 Sekunden in ein 18:17 zum Ende des ersten Viertels verwandeln.

Im zweiten Viertel zeigte sich das gleiche Bild. Beide Mannschaften schienen perfekt auf den Gegner eingestellt und kein Team konnte sich in diesem sehr harten aber fair geführten Spiel entscheidend absetzten. Vilsbiburg schaffte es immer wieder durch ihre schnellen Flügelspieler in die Zone der Rosenheimer einzudringen und Fouls zu ziehen. Rosenheim hingegen spielte im Angriff die Verteidigung der Gastgeber clever aus und kam so auch häufig zu leichten Punkten. So ging es für Rosenheim mit einem Ein-Punkte Führung beim Stand von 42:43 in die Halbzeitpause. „Wir wollen es mehr!“, waren die letzten Worte von Trainer Miller in der Halbzeitansprache, wohl vorrausahnend, dass dieses Spiel sich noch zu einer ganz engen Kiste entwickel wird. Und die Sportbundler legten im dritten Viertel los wie die Feuerwehr. Vilsbiburg tat sich nun schwerer gegen die Rosenheimer Verteidigung zu Punkten. Das Miller- Team bestrafte das eiskalt und ging bis Mitte des dritten Viertels mit 10 Punkten in Führung (46:56).


Doch so hart wie man sich diese kleine Führung erarbeitet hat, so lässig vergaben die Rosenheimer auch wieder Punkt für Punkt. Die Gastgeber kämpften sich wieder zurück ins Spiel und konnten bis zum Ende des dritten Viertels bis auf drei Punkte aufschließen. Somit ging es beim Stand von 64:67 in das entscheidende letzte Viertel. Die hohe Foulbelastung auf Seiten der Rosenheimer stellte Trainer Miller schon jetzt vor große Probleme.

Doch auch im vierten Viertel schienen sich die Ereignisse des dritten Viertels erst einmal zu wiederholen. Rosenheim schaffte es sich wieder leicht abzusetzen, vor allem auf Grund der verbesserten Verteidigung in dieser Phase. Bei noch fünf verbleibenden Spielminuten stand es 61:71. Doch die intensive Arbeit in der Defensive sollte jetzt ihren Tribut zahlen. Mit Christian Hlatky, Fabian Greiser und Arne Steinhauer waren zu diesem Zeitpunkt bereits drei Spieler mit fünf Fouls ausgeschieden. Dann war es auf Seiten der Gastgeber Michael Mayr, der in den folgenden Minuten immer wieder den Zug zum Korb suchte und durch sechs verwandelte Freiwürfe Vilsbiburg auf vier Punkte heranbrachte. Auf Seiten der Rosenheimer gelang in dieser entscheidenden Phase gar nichts mehr. In drei Angriffen in Folge verloren die Sportbundler nun den Ball. 16 Sekunden vor Schluss war es der Kanadier Justin Helleran, der bis dahin von der Rosenheimer Verteidigung kaltgestellt wurde, die entscheidenden Punkte zu dem Ausgleich. (83:83). Im letzten Angriff versuchte der bis dahin überragende Tim Edwards mit einem Schuss in der letzten Sekunde den Sieg zu bringen. Edwards traf aber nur die Vorderseite vom Ring und das Spiel ging in die fünf minütige Verlängerung.

Und auch hier herrschte Spannung bis zum Schluss. Mit Alen Mulalich und Stephan Hlatky mussten zwei weitere Akteure auf Seiten der Rosenheimer mit fünf Fouls auf der Bank Platz nehmen, so dass Tim Edwards in dieser Phase mehr oder weniger alleine die Rosenheimer im Spiel hielt. 50 Sekunden vor dem Ende war diese spannende Partie immer noch ausgeglichen (90:90). Doch dann gelang dem Miller- Team leider kein Korb mehr. Vilsbiburg hingegen konnte noch drei Mal erfolgreich abschließen und gewann dieses spannende Spiel (Endstand 96:90). „Wir haben heute gut gespielt und hart gekämpft. Wir hätten den Sieg genauso verdient gehabt. Leider haben wir im dritten und im vierten Viertel verpasst den Sack zu zumachen“, resümierte Trainer Miller nach dem Spiel.

Am kommenden Samstag empfangen die Rosenheimer die zweite Mannschaft der Münchner Baskets in der Gabor Halle.

Für Rosenheim punkteten:

Für Rosenheim punkteten:

 Edwards (33), Greiser (11), Hlatky C., Hlatky S. (11), Mulalich (10), Seitz M., Seitz T., Sötje (7), Steinhauer (7), Eschbaum (4), Fliege (7)

Sportbund Basketball Rosenheim

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