Sensationeller Auswärtssieg

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Rebecca Thoresen war mit 19 Punkten Wasserburgs beste Werferin.

Freiburg - Der TSV Wasserburg hat Gegner und Fachleute endlich einmal überrascht und das erste Playoff-Viertelfinale bei den Eisvögeln Freiburg verdient mit 80:72 (46:34) für sich entschieden.

Am Ostersamstag, 18 Uhr, kann der deutsche Meister zuhause den Einzug ins Halbfinale perfekt machen.


Der deutsche Meister präsentierte sich im Breisgau beinahe über die gesamte Distanz im Stile einer Spitzenmannschaft: taktisch äußerst diszipliniert, clever und sicher im Angriff, kämpferisch und engagiert in der Defensive. Und in der Schlussphase, als es kurzfristig brenzlig wurde, konnten die Gäste auf ihre Erfahrung bauen. Bis zum 65:46 (30. Minute) spielte das Team von Wanda Guyton und Hans Brei ein beinahe perfektes Match. Die enge Zonenverteidigung stand großartig, ließ Judie Lomax, Yvonne Turner und Mirna Paunovic kaum Platz am Korb, dadurch musste Freiburg aus der Distanz schießen und hatte dabei nur wenig Erfolg. Die Gäste dagegen kamen mit schnellen Passtaffetten immer wieder zu offenen Würfen und verwertete diese hochprozentig. Anfangs setzten Krystal Vaughn und Rebecca Thoresen die offensiven Akzente, später Diana Pop und Brittainey Raven. Und von der Bank lieferten Katja Zberch und Sheena Moore wertvolle Zähler. „Wir haben als Mannschaft sehr gut funktioniert, keine hat Einzelinteressen verfolgt, alle haben im Rebound gearbeitet“, war Brei voll des Lobes. „Wir haben die Dribbling verhindert, den Weg zum Korb zugemacht und Freiburg sichtlich frustriert.“

Der Vizemeister versuchte vor über 1000 Fans alles, doppelte die Aufbauspielerinnen Pop, Moore und Hici Özen sehr früh, doch Wasserburg umging das mit schnellen Pässen. Schon im ersten Viertel war die Führung zweistellig (20:8/7.) und sie blieb es bis in den Schlussabschnitt. Doch Freiburg ergab sich nicht kampflos. Das dritte Viertel beendet Freiburg mit einem Buzzerbeater von Svenja Brunckhorst zum 65:50, Zberch beruhigte mit einem Dreier zum 70:53 (33.) die Nerven. Dann lief Turner doch noch heiß. Mit Einzelaktionen brachte sie Freiburg beinahe im Alleingang auf 72:67 (36.) heran. Ein 7:21-Lauf in nur sechs Minuten war die Folge, auch weil die Rebounds nicht mehr kontrolliert wurden, wie in den drei Vierteln zuvor. Wasserburg wackelte. „Freiburg hat alles oder nichts gespielt, mit dem Mut der Verzweiflung und dann gehen die Dinger halt auch mal rein“, meinte Brei zu dieser Phase. „Aber wir sind ruhig und konzentriert geblieben, haben unsere Ballverluste minimiert und den Druck in der Verteidigung weiter hoch gehalten.“ Die Gäste hatten weiter geduldig die Uhr herunter gespielt, den Ball aber trotz bester Chancen nicht mehr durch den Ring gebracht. Nach zwei Auszeiten war wieder Ordnung und Sicherheit im Match. Es war die Verteidigung, die das Match entschied, weil Freiburg zwei Ballverluste produzierte, die Thoresen und Raven per Schnellangriff zum 80:69 (39.) nutzten.


Im Vergleich zu den Partien am vergangenen Wochenende im Pokal war ein Riesenunterschied beim deutschen Meister auszumachen. Alle Wasserburgerinnen zogen an einem Strang, kämpften füreinander und hatten vor allem deutliche Vorteile am Korb. Nicht nur wegen der ungewohnten Reboundüberlegenheit (39:29, davon 13 Offensivrebounds). Brittainey Raven (6/6), Krystal Vaughn (5/6), Rebecca Thoresen (5/7) und Sheena Moore (3/4) hatten auch im Abschluss in Korbnähe beeindruckende Quoten.

Es spielten: Rebecca Thoresen (19), Krystal Vaughn (18), Brittainey Raven (15), Katja Zberch (10), Sheena Moore (9), Diana Pop (7), Jessica Höötmann (2), Hicran Özen, Mara Conley, Jezabel Ohanian und Mailis Pokk.

Florian Danner (TSV Wasserburg)

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