Wasserburg holt Nationalspielerin

Stina Barnert (rechts) trägt ab der neuen Saison das Trikot des TSV Wasserburg.
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Stina Barnert (rechts) trägt ab der neuen Saison das Trikot des TSV Wasserburg.

Wasserburg - Auch wenn die aktuelle Saison noch nicht vorbei ist, beim TSV Wasserburg werden bereits die Weichen für die neue Saison gestellt - der erste Neuzugang ist perfekt:

Die aktuelle Saison in der Basketball-Bundesliga der Damen biegt auf die Zielgerade ein, am Wochenende spielt der TSV Wasserburg um Rang drei. Im Hintergrund arbeiten Management und der neue Coach Bastian Wernthaler eifrig am Kader für die kommende Spielzeit. Der erste namhafte Neuzugang ist jetzt unter Dach und Fach: Nationalspielerin Stina Barnert.


Die 22-jährige Aufbauspielerin kommt vom spanischen Erstligisten Ibiza, wo sie nur ein Jahr war. Bekannt wurde sie als Schlüsselfigur der Saarlouis Royals, mit denen sie zwei deutsche Meisterschaften und drei Pokalsiege holte. "Eigentlich wollte ich noch ein weiteres Jahr in Ibiza bleiben. Doch die sportliche Situation hat mich nicht so überzeugt, noch dazu steigt Ibiza in die 2. Liga ab", blickt sie zurück. Wasserburg hatte die sportliche Misere auf der Mittelmeerinsel früh registriert, Kontakt zu Barnert aufgenommen und ihr ein Angebot gemacht. "Die Möglichkeit an einem Neuaufbau einer Mannschaft teil zu haben, findet man nicht jeden Tag. Außerdem kann ich mich hier im EuroCup weiterhin international präsentieren", begründet der 1,74 Meter große Guard den Wechsel nach Oberbayern.

Bastian Wernthaler hatte vom Moment seiner Zusage als Trainer in Wasserburg an die Idee, Stina Barnert zu verpflichten. Er will mit möglichst vielen deutschen Spielerinnen agieren, doch in Vertragsverhandlungen hat er feststellen müssen, dass es einen Unterschied zwischen dem Job als Bundes- und Vereinstrainer gibt. Die Kleinstadt Wasserburg, die keine Universität und kein spektakuläres Nachtleben als Lockmittel für Spielerinnen bereithält, ist bei weitem nicht so attraktiv, wie Wernthaler vermutet hat. "Ich bin sehr froh, dass Stina zugesagt hat und dem Projekt eine Chance gibt. Es ist hoffentlich ein Zeichen für andere Spielerinnen, dass wir hier etwas richtig Gutes aufbauen wollen." Barnert ist den Wasserburger Fans vor allem aus der Saison 2009/2010 in Erinnerung, als sie im fünften Finale mit 24 Punkten zur Matchwinnerin für Saarlouis wurde und anschließend völlig zurecht die Auszeichung als wertvollste Spielerin der Saison erhielt. "Sie ist eine hervorragende Verteidigerin und liebt es schnell zu spielen, was meiner Philosophie sehr entgegen kommt", beschreibt Wernthaler die Stärken der Neu-Wasserburgerin.


Barnert selbst bezeichnet sich als sehr zielstrebigen Menschen, der mit viel Herz Basketball spielt und immer alles gibt. Als Kind vom Nordseestrand (geboren in Wyk auf Föhr) wird sie mit der bayerischen Mentalität erst einmal klar kommen müssen, doch das haben andere vor ihr auch geschafft. Man erinnert sich gern an die Hamburgerin Katharina Kühn, die jahrelang Mannschaftsführerin und Sprachrohr des Teams war. Die enthusiastischen Fans werden das Ihre dazu beitragen, um Barnert die Eingewöhnung so leicht wie möglich zu machen. Jahrelang haben die Fans gegen Barnert getrommelt, jetzt will sie sich von der Stimmung beflügeln lassen. "Jetzt kann ich das richtig genießen und da freue ich mich riesig drauf. In Spanien ist das alles anonymer. Das einzige, was ich wohl vermissen werde, sind der Strand und das Meer."

Die aktuelle Wasserburger Mannschaft beschließt die Saison mit den beiden Spielen um den dritten Rang. Am Samstag um 18 Uhr empfängt man in der Innstadt den BC Marburg, am Montag um 20 Uhr geht dann das letzte Saisonspiel in Marburg über die Bühne.

fd

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