Ampfing geht am Stock

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Christian Richter kann für die Schweppermänner im Lokalderby gegen Erlbach auflaufen.

Erlbach - Der TSV Ampfing geht vor der richtungsweisenden Partie beim SV Erlbach personell am Stock. Mit Andreas Palmer (Kreuzbandriss) und Birol Karatepe (Meniskus- und Kapselverletzung) fallen heute Abend zwei weitere, wichtige Akteure aus.

Damit müssen die Schweppermänner im Derby, das um 18 Uhr im Erlbacher Waldstadion angepfiffen wird, auf insgesamt acht Stammspieler verzichten.


"Das ist in dieser Saison anscheinend unser Los", zeigte sich Michael Kostner beim Abschlusstraining am Donnerstagabend sichtlich zerknirscht. "So etwas habe ich zuvor weder als Spieler noch als Trainer erlebt." Trotz dieser Extrem-Situation herrscht im Ampfinger Lager keine Resignation vor der schweren Prüfung gegen die Holzlandelf. "Es bringt nichts, jetzt den Kopf hängen zu lassen. Wir müssen schauen, dass wir dort was holen", munterte Kostner sich und seine Schützlinge auf. Zugleich räumte Ampfings Trainer aber ein, dass angesichts der Dauerprobleme "die Psyche bei allen etwas angekratzt ist". Vor allem im Abwehrbereich gehen dem früheren Bundesligaprofi so langsam die Alternativen aus. Mit Andreas Palmer fällt nun auch der letzte Kandidat für eine der Außenpositionen in der Viererabwehrkette aus. Stefan Sperr (Innenbandriss) und Florian Losbichler (Muskelbündelriss) haben in dieser Saison noch überhaupt kein Spiel bestritten, Hannes Forstpointner verletzte sich bei seinem Debüt vor zwei Wochen gegen den TSV Wasserburg erneut am Oberschenkel und ist derzeit ebenfalls nicht einsetzbar.

Da mit Birol Karatepe ein weiterer Schlüsselspieler ausfällt, muss Michael Kostner im Abwehrbereich erneut improvisieren. Der Neuzugang aus Waldkraiburg zog sich einen Meniskusanriss und eine Kapselverletzung im Knie zu, endgültige Gewissheit bringt eine Kernspinuntersuchung in den nächsten Tagen. Ebenfalls noch nicht fit ist Boran Turgut, dessen Knie nach wie vor Probleme macht. Zwar hat der der türkische Ex-Profi mittlerweile wieder mit leichtem Lauftraining begonnen hat, aufgrund des Trainingsrückstandes ist derzeit aber noch an keinen Einsatz zu denken. Am vergangenen Montag hat das Sportgericht des Bayerischen Fußballverbandes nun auch das Strafmaß gegen özgür Kart festgelegt. Kart hatte im Derby gegen den TSV Wasserburg seinen Gegenspieler bei einem Kopfballduell im Gesicht getroffen und wurde dafür vom Platz gestellt. Zwar ließen die Richter in ihrer Urteilsbegründung den Vorwurf der Tätlichkeit fallen, dennoch verhängten sie gegen den 27-jährigen Angreifer eine Gesamtsperre von vier Pflichtspielen wegen "rohen Spiels". Damit kann der Neuzugang aus Kasimpasispor erstmals wieder im Auswärtsspiel am 12. September in Gerolfing auflaufen. Da mit Matthias Hertreiter (Kreuzbandriss) ein weiterer Angreifer ausfällt, wird Max Ultsch wieder als einzig nominelle Spitze auflaufen. Der 21-jährige Ex-Burghausener konnte in den letzten Wochen ebenfalls kaum trainieren und musste regelmäßig fit gespritzt werden. Entwarnung gab es auch bei Christian Richter. Der 20-jährige Offensivspieler konnte aufgrund einer schmerzhaften Prellung zwar nur eingeschränkt trainieren, heute Abend wird er aber aller Voraussicht nach auflaufen können.


Während die Schweppermänner mit dem sprichwörtlich "letzten Aufgebot" ins Holzland reisen, haben die Gastgeber derzeit keine personellen Probleme. Umso mehr überrascht das bislang eher schwache Abschneiden des SV Erlbach. Zwar startete die Elf des früheren Ampfinger Bayernligaspielers und späteren Trainers Thomas Köster mit einem ungefährdeten 3:0-Auswärtssieg bei Eintracht Karlsfeld in die neue Saison, in den darauf folgenden vier Partien reichte es jedoch nur noch zu einem Unentschieden im Heimspiel gegen den SV Kirchanschöring. Prunkstück der Erlbacher ist seit jeher die Offensive um Torjäger Bernhard Waldherr und Markus Salzger, dem mit bislang vier Treffern erfolgreichsten Torschützen seiner Elf in der laufenden Saison.

Große Schwächen, mit Ausnahme der Auftaktpartie in Karlsfeld, offenbarte dagegen bislang die Defensivabteilung des SVE. Elf Gegentreffer in den letzten vier Spielen zeigen deutlich, woran es bei der Holzlandelf zuletzt haperte. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, uns zu sehr hinten reindrängen zu lassen. Wenn die Erlbacher Offensive erst mal ins Rollen kommt, wird es sehr schwer für uns", umschreibt Michael Kostner die Marschroute für das heutige Spiel und fordert daher von seiner Mannschaft trotz der schwierigen Vorzeichen "leidenschaftlich und mutig, aber vor allem mit Hirn" zu spielen. Ein Hinweis noch zur Anreise: Derzeit ist ab Reischach die Zufahrt nach Erlbach offiziell gesperrt. Für den Spieltag gilt diese Sperre allerdings nicht, die Straße darf befahren werden.

sab/Mühldorfer Anzeiger 

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