"Allmählich wird es Zeit"

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Christian Hofmann und der TSV 1860 Rosenheim müssen weiter auf den ersten Saisonsieg warten.

Rosenheim - Ein bisschen ratlos zuckte Christoph Schiller mit den Achseln, "was soll ich noch sagen", fragte der Co-Trainer des TSV 1860 Rosenheim nach dem 1:2 beim FC Memmingen.

Eigentlich könnte er nur das wiederholen, was er immer gesagt hat nach den ersten Spielen des Neulings in der Fußball-Bayernliga, "ordentlich gespielt, aber die Chancen nicht verwertet." Wie ein roter Faden zieht sich das nun seit Saisonbeginn durch die Auftritte der Sechziger, auch wenn Schiller diesmal zugeben musste: "Unverdient war der Sieg der Memminger nicht." Was auch Spielertrainer Manfred Burghartswieser bestätigte: "Memmingen investierte in der zweiten Hälfte einfach mehr."


Wieder hatte seine Mannschaft, nach verspätetem Beginn wegen eines Autobahnstaus, eine Viertelstunde gebraucht, um ins Spiel zu finden. Da aber lag man schon 0:1 im Rückstand, weil die Gastgeber vor 930 Zuschauern ihre erste gute Chance genutzt hatten. Ein langer Ball war über die Rosenheimer Abwehr hinweg geflogen und von Candy Decker ins Netz geschoben worden. Acht Minuten waren da gespielt und die Sechziger hatten ein bisschen Glück, dass sie kurz darauf nach einem tollen 16-Meter-Schuss nicht schon 0:2 zurücklagen. "Danach aber waren wir hellwach, haben auch gut gespielt", meinte Schiller zur folgenden halben Stunde, in der sein Team die Initiative ergriff, zur Besseren von zwei guten Mannschaften wurde. "Das 1:1 war mehr als gerecht", so Schiller. Der Angriff lief über Markus Einsiedler , der setzte Dominik Haas in Szene" und dessen Flanke nutzte Thomas Masberg per Kopf zum Ausgleich und gleichzeitig zu seinem ersten Saisontreffer. Doch auch diesmal ging der Wunsch von Manfred Burghartswieser nicht in Erfüllung, "endlich mal in Führung gehen" zu können. Trotz großen Drucks, trotz vieler aufregender Szenen. "Wir hatten Glück, mit dem 1:1 in die Pause zu kommen", gab Memmingens Coach Esad Kahric zu.

Nach dem Wechsel vergab Bernd Sylla nach einer Ecke, "dann haben wir den Faden wieder verloren", bedauerte Schiller das deutlich schwächere Auftreten in der zweiten Hälfte. In der 59. Minute lag der Ball im Netz von Torhüter Peter Martin, Alexander Späth hatte per Freistoß getroffen, doch Schiedsrichter Markus Modschieler ein Foul erkannt. Die Kathrein-Elf spielte nun mit Danijel Majdancevic für den leicht verletzten Martin Huber und der Serbe vergab in der 62. Minute nach toller Vorarbeit von Masberg einen große Chance, schob den Ball in die Arme des Memminger Keepers. Neun Minuten später dann die Entscheidung für Memmingen. Die Gastgeber hatten in dieser Phase großen Druck aufgebaut, bekamen wieder einen Freistoß, den Alexander Späth diesmal wirklich zum 2:1 ins Tormann-Eck setzte. Im Gegenzug verfehlte Haas, dann hatten die Memminger noch zwei, drei Chancen, doch es blieb beim 2:1 für den Dino der Bayernliga, der auch in dieser Saison wieder eine gute Rolle spielen sollte, nach vier Spielen schon drei Siege auf dem Konto hat.


Die Sechziger dagegen müssen weiter auf den ersten Dreier warten, Mut aber macht das Auftreten der Mannschaft, die kurzfristig auf Daniel Wimmer verzichten musste, der sich im Abschlusstraining verletzte. "Mit der Leistung", erklärte Schiller, "kann man durchaus zufrieden sein." Nicht aber mit dem Ergebnis. Denn jetzt kommt es knüppeldick für den Neuling. Am Mittwoch gastiert mit Bayern Hof ein Meisterschaftsfavorit im Jahnstadion , am Samstag geht es dann zum VfL Frohnlach, der wie die Memminger schon neun Punkte gesammelt hat. "Allmählich", so Schiller, der vor zwölf Jahren beim letzten Bayernliga-Jahr der Sechziger als Spieler sechs Runden auf den ersten Sieg warten musste, "allmählich wird es Zeit, dass wir mal gewinnen." TSV 1860 Rosenheim: Martin, Sylla, Burghartswieser, Adamosky, Christian Hofmann , Haas, Höhensteiger, Florian Hofmann (ab 83. Ostarek), Einsiedler (ab 60. Linnemann), Huber (ab 46. Majdancevic), Masberg. Schiedsrichter: Modschiedler (Feucht). Zuschauer: 930. Tore: 1:0 (8.) Decker, 1:1 (22.) Masberg, 2:1 (73.) Späth.

hü/Oberbayerisches Volksblatt 

Quelle: rosenheim24.de

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