1860 will sich ein Polster verschaffen

OVB
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Sechziger-Keeper Robert Mayer will heute mit seinem Team den nächsten Heimsieg landen.

Rosenheim - Vor dem großen Showdown gegen Bayern Hof, steht am Mittwochabend das Nachholspiel beim TSV Aindling an. Bei einem Sieg hätte man fünf Punkte Vorsprung.

Man ist versucht, schon eineinhalb Wochen weiter zu denken, an den großen Showdown in der Fußball-Bayernliga, 1860 Rosenheim gegen die SpVgg Bayern Hof, die Vorentscheidung im Kampf um den Meistertitel. Doch davor hat der Terminplan für die Sechziger das Nachholspiel beim TSV Aindling gesetzt, das am heutigen Mittwoch (19 Uhr) stattfindet. "Natürlich wäre es wünschenswert, würden wir uns dort schon ein Polster schaffen gegenüber Hof", sagt Trainer Marco Schmidt, dessen Mannschaft dank der Hofer Niederlage in Heimstetten und dem eigenen Sieg in Bamberg auf den ersten Tabellenplatz zurückgekehrt ist.


Zwei Punkte Vorsprung sind es jetzt, es könnten sogar fünf werden, wird heute gewonnen. Wenn aber Schmidt vom "schwierigsten Spiel der Saison" spricht, meint er nicht die Partie gegen Hof, sondern das Spiel in Aindling. Aus gutem Grund: "Nachdem Aindling auf einen Aufstieg zur Regionalliga verzichtet hat, haben sie nichts zu verlieren, können locker aufspielen." Und wie das dann aussehen kann, hat letzten Freitag der noch amtierende Bayernliga-Meister FC Ismaning zu spüren bekommen. Die Schmöller-Truppe hätte dringend einen Sieg gebraucht, um sich noch unter die neun Mannschaften schieben zu können, die sich direkt für die Regionalliga qualifizieren. Doch Aindling hielt dagegen und trotzte dem Favoriten ein 2:2 ab.

Deshalb empfiehlt Schmidt seinen Spielern dringend, sich erst einmal ausschließlich auf das heutige Spiel zu konzentrieren. "Danach haben wir immer noch zehn Tage Zeit, um uns auf das Top-Spiel gegen Hof vorzubereiten." Denn am kommenden Wochenende ist spielfrei, die Partie bei der SpVgg Unterhaching 2 ist auf den 1. Mai verlegt.


Dass es zu diesem Zeitpunkt der Saison auch mal personelle Probleme geben kann, war Marco Schmidt immer bewusst. Deshalb will er auch nicht klagen, dass Markus Einsiedler in Aindling fehlt, dass Christian Hofmann ausfällt, der sich in Bamberg einen Muskelfaserriss zugezogen hat, dass für Eugen Martin wegen einer Meniskusverletzung die Saison zu Ende ist. Dafür kehrt Thomas Masberg in den Kader zurück, zudem hofft 1860 auf positive Nachricht vom Sportgericht und eine Sperre von nur einem Spiel für Andreas Voglsammer. Dann wäre der gegen Würzburg vom Platz geflogene Stürmer in Aindling dabei.

Dass es selbst dann eine richtig schwierige Aufgabe werden wird, ist Schmidt klar: "Bei Spielen unter der Woche bist du als Auswärtsmannschaft immer im Nachteil, die Leute kommen direkt von der Arbeit, haben noch eine weite Fahrt, während sich das Heimteam relativ locker einstimmen kann." Nur gut, dass auch bei den Sechzigern der ganz große Druck schon weg ist. Natürlich würde man gerne Meister werden, doch für Schmidt hat das nicht die absolute Priorität. Er freut sich zwar auch riesig auf das Duell mit Hof, doch im Zweifelsfall wäre ihm ein Aufstieg der zweiten Mannschaft lieber: "Ich bin ein Konzepttrainer, deshalb ist mir ein möglichst hochklassiger Unterbau wichtiger als der Titel mit der ,Ersten'."

Wird also künftig im Zweifelsfall die "Zweite" gestärkt? Ginge es allein nach Schmidt, dann ja. "Aber das entscheide ich nicht allein, da wird auch die Mannschaft mitreden, die sportliche Leitung und der Verein." Und dann wird man abwägen. Optimalfall wäre natürlich, würde man beides schaffen. Und dafür wäre ein Sieg heute in Aindling schon mal recht hilfreich.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

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