1860 Rosenheim reiste vorzeitig an

Philipp Hallmen hat gegen Fürth angedeutet, dass er das Sturmspiel der Sechziger beleben kann.
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Philipp Hallmen hat gegen Fürth angedeutet, dass er das Sturmspiel der Sechziger beleben kann.

Rosenheim - Es ist ein Novum, zumindest in der jüngeren Geschichte des TSV 1860 Rosenheim: Die Mannschaft ist schon am Freitag zum Samstags-Spiel gefahren.

Schon gestern ist die Mannschaft zum Auswärtsspiel der Fußball-Regionalliga Bayern nach Aschaffenburg gereist, obwohl das Spiel erst heute (14 Uhr) angepfiffen wird.


"Wir wollen uns ja hinterher nicht vorwerfen lassen müssen, nicht alles für eine vernünftige Vorbereitung getan zu haben", sagte Trainer Dirk Teschke vor der 426 Kilometer langen Fahrt, die das Team erst nach Eltersdorf nördlich von Nürnberg zum Abschlusstraining, dann ins Hotel nach Weibersbrunn, wenige Kilometer vor Aschaffenburg, führte.

Eine derart professionelle Anreise ist nicht Alltag im Amateurfußball, doch ungewöhnliche Zeiten erfordern nun mal ungewöhnliche Maßnahmen. Auf den Autobahnen ist am letzten Ferienwochenende starker Rückreiseverkehr zu erwarten, Baustellen auf der A 9 erfordern Geduld. Und Teschke will ja nicht, wie zuletzt die U23 der SpVgg Greuther Fürth in Rosenheim, erst kurz vor Spielbeginn eintreffen. Die Situation sei ohnehin "spannend genug" für den Trainer, "wir werden mit einer ganz jungen Truppe antreten müssen, insgesamt sieben Spieler aus unserem Regionalliga-Kader sind nicht an Bord."


Die einen sind verletzt, die anderen beruflich verhindert, wie Dominik Haas, Martin Huber und Fatih Eminoglu. Und Thomas Masberg gönnt jeder, dass er sich für dieses Wochenende eine Auszeit genehmigt: Am Dienstag ist er Vater geworden, nun kommen Mutter Gabi und die kleine Melina Sophie nach Hause. Zurückgekehrt in den Kader ist dafür nach langer Verletzungspause Florian Hofmann, während Christian Hofmann, Ozan Tuncali und auch der erkrankte Kapitän Michael Kokocinski weiter ausfallen.

Das ist nun die Chance für Rückkehrer Valentin Hauswirth, der nach seinem Kurzeinsatz gegen Fürth wohl Kokocinskis Rolle im defensiven Mittelfeld übernehmen wird. Festlegen wollte sich Teschke noch nicht, er habe trotz der Ausfälle "die Qual der Wahl", nachdem das Team zuletzt um drei Spieler angewachsen ist. "Noch nicht in Aschaffenburg, aber dann in den nächsten Wochen, wird es einen harten Kampf um die Plätze geben", erwartet der Coach. "In Zukunft wird es richtig spannend, wer in den Kader rutscht."

Philipp Hallmen, der neue Stürmer, hat gegen Fürth schon angedeutet, dass er mit etwas mehr Spielpraxis eine echte Verstärkung werden kann, dahinter lauert Mario Staudigl, Neuzugang aus Buchbach. In Aschaffenburg haben sie in Abwesenheit von Thomas Masberg Gelegenheit, sich im Kampf um die Plätze in eine gute Position zu bringen. Denn eines ist für Teschke klar: "Wenn wir so einen Aufwand betreiben und einen Tag vorher anreisen, dann wollen wir natürlich auch etwas Sinnvolles daraus machen und was mitnehmen aus Aschaffenburg."

Der Gegner ist schwer einzuschätzen. Die Viktoria ist erst im Sommer aus der Hessenliga in den Bereich des Bayerischen Fußball-Verbandes zurückgekehrt, in der Tabelle liegt sie einen Zähler hinter den Sechzigern auf Platz 13. Wie schwer der Verlust von Abwehrspieler Joseph Mensah wiegt, der sich nach seinem Rauswurf in Aschaffenburg nun den Würzburger Kickers angeschlossen hat, ist noch nicht zu sagen. Trainer Antonio Abruzzese muss auf drei weitere Akteure sicher verzichten und bangt noch um die angeschlagenen Daniel Cheron, Markus Horr und Simon Schmidt.

Abruzzese also geht es auch nicht viel besser als Teschke, umso wichtiger wird es für die Rosenheimer, die Möglichkeiten, die sich durch die professionelle Anreise ergeben, auch zu nutzen.

hü/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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