Ex-Profi Vorbeck stürmt für TSV 1860

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Marco Vorbeck - ehemaliger Bundesliga-Profi - spielt ab sofort für den TSV 1860 Rosenheim.

Rosenheim - Ex-Bundesliga-Profi Marco Vorbeck stürmt künftig für den TSV 1860 Rosenheim in der Fußball-Bayernliga.

Am Tag vor dem heutigen Punktspiel der Mannschaft beim FC Ingolstadt 2 (15 Uhr) wurden die letzten Formalitäten erledigt, der Weg ist frei für den einstigen Bundesliga-Profi, für den in Rosenheim ein neuer Lebensabschnitt beginnen wird. Hier wird er eine Ausbildung machen und seine Fußballkarriere, die einst so viel versprochen hatte, zwar fortsetzen, aber nicht mehr auf höchstem Niveau. Jetzt rückt der Beruf in den Vordergrund.

"Ich denke, dass ein Mann, der Bundesliga und 2. Liga gespielt hat, sehr wertvoll für uns werden kann", freut sich Trainer Wolfgang Schellenberg über den Zugang, will aber zunächst keine allzu hohen Erwartungen an den erst 29-Jährigen stellen: "Er hat ja jetzt länger nicht mehr gespielt, wie weit er uns sofort helfen kann, wird sich zeigen. Mittelfristig aber ist er sicherlich eine gute Option."

So könnte Vorbeck im Trikot des TSV 1860 Rosenheim aussehen.

Der Name jedenfalls hat Klang. Als Vorbeck, gerade 21, in der Bundesliga debütierte, erzielte er im Münchner Olympiastadion gegen die Münchner Löwen das erste Tor zum 2:0-Erfolg von Hansa Rostock, es war ein Einstand nach Maß für den schnellen Stürmer, der anschließend auch zum U21-Nationalspieler wurde, drei Spiele für den DFB bestritt, gemeinsam mit Leuten wie Hitzlsperger und Kuranyi. Vorbeck brachte es bis 2005 auf insgesamt 38 Bundesligaspiele für Hansa, erzielte sechs Tore. Doch die Entwicklung hatte stagniert, Vorbeck wurde als "ewiges Talent" abgestempelt, war nur noch zweite Wahl und wechselte zu Dynamo Dresden in die 2. Liga.

Auch dort trumpfte er erst mal gewaltig auf, erzielte in den ersten vier Spielen vier Treffer, zwei davon wieder in München, beim TSV 1860. Doch den Höhen folgten Tiefen, Vorbeck stieg mit Dresden ab, nach einem Jahr in der Regionalliga zog es ihn nach Augsburg, wieder 2. Liga. "Er hat das Zeug zu einem guten Bundesligastürmer", betonte sein früherer Trainer Armin Veh, "aber er muss es hier in Augsburg zeigen. Es ist seine letzte Chance."

Er nutzte sie nicht, nach neun Einsätzen in der 2. Liga und nur einem Treffer verschwand er in der Versenkung, wurde abgeschoben zu den Amateuren. Und wollte seine Karriere im Sommer 2009 schon beenden, strebte eine Ausbildung bei der Polizei an. Doch der Fußball ließ ihn einfach nicht los: "Freunde haben auf mich eingeredet, es noch mal zu versuchen, weil ich noch so jung bin", erklärte er im letzten Winter, als er Trainingsgast beim TSV 1860 München war und zumindest auf eine Chance bei den Amateuren hoffte. Vergeblich.

Zuletzt versuchte es Vorbeck noch in Österreich, absolvierte ein Probetraining beim Zweitligisten Austria Lustenau und nachdem keine Zusammenarbeit zustande gekommen war, entschied er sich für einen anderen Weg: "Ich werde bei 1860 Rosenheim unterschreiben und damit endgültig ins normale Berufsleben einsteigen", verkündete er Mitte der Woche auf seiner Homepage (www.marco-vorbeck.de).

Wolfgang Schellenberg jedenfalls freut sich riesig, mit Vorbeck nun eine weitere Alternative im Angriff zu haben: "Nachdem Danijel Majdancevic längerfristig ausfällt, ist es vorne doch recht eng geworden", so der Sechziger-Trainer. Ob Vorbeck an frühere Zeiten anknüpfen, der Mannschaft in der Bayernliga entscheidend weiterhelfen kann, weiß allerdings auch Schellenberg noch nicht: "Das ist schwierig vorherzusagen." Mit seiner Schnelligkeit und seiner Erfahrung aber könnte er für das Kathrein-Team sehr wertvoll werden.

Allerdings noch nicht in Ingolstadt. Dort will Schellenberg gerne die Erfolgsserie fortsetzen, weiß aber genau, dass ein angeschlagener Boxer gefährlich ist: "Die stehen brutal unter Druck nach zwei Niederlagen", weiß er. Dennoch ist er zuversichtlich, zumal er wieder auf Matthias Linnemann und Florian Hofmann zurückgreifen kann, die beim Sieg gegen Heimstetten krank und verletzt fehlten: "Zumindest im Kader sind sie dabei." Vorbeck wohl noch nicht. hü

Quelle: rosenheim24.de

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