TSV Mühldorf:  Mitgliedsbeiträge gestiegen

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Über die schwierige finanzielle Lage berichtete Vorsitzender Dr. Alfred Gossner bei der Generalversammlung des TSV Mühldorf.

Mühldorf - Gestiegene Energiekosten machen dem TSV 1860 Mühldorf zu schaffen, 2009 war wie in den Vorjahren ein Verlust zu verbuchen.

Die Mitgliedsbeiträge des Sportvereins steigen um sieben bis zehn Prozent. Das Geschäftsjahr sei für den TSV Mühldorf ein finanziell schwieriges Jahr gewesen, bilanzierte Vorsitzender Dr. Alfred Gossner bei der Generalversammlung. Einahmen in Höhe von 276000 Euro stünden Ausgaben von knapp 280000 Euro gegenüber, so habe der Verein einen Verlust von 3763 Euro zu verzeichnen. Die gestiegenen Energiekosten von derzeit 52000 Euro jährlich für Strom, Heizung und Wasser in den Sportanlagen seien ausschlaggebend für die klamme Finanzsituation, so Dr. Gossner. Um nicht weiter Vermögen aufzubrauchen beschloss die Versammlung bei fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen. Für 2010 erwartet der Verein auf Grund ausgeprägter Sparsamkeit der Abteilungen ein ausgeglichenes Ergebnis.


Die Beiträge steigen "maßvoll" um durchschnittlich sieben bis zehn Prozent, so Dr. Gossner (siehe Infokasten "Die Beiträge"). "Seit der letzten Erhöhung 2008 haben sich die Energiekosten dramatisch erhöht", begründete Dr. Gossner diesen Schritt, im Sommer sei die monatliche Rate um über 30 Prozent erhöht worden. Trotz der Verluste, die sich auch in den Vorjahren auf 5000 bis 10000 Euro belaufen haben, habe der Verein kein Liquiditätsproblem, versicherte der Vorsitzende. Die Ausgaben von 87000 Euro für Personal, 52000 Euro Energiekosten, 30000 Euro für den Sportbetrieb und 30000 Euro Abschreibungen im Jahr 2009 bestünden, was den letzten Posten anbelange, nur auf dem Papier. "Aber das ist ein Signal, das wir ernst nehmen müssen", betonte er, "wir verzehren unser Vermögen." Und das besteht hauptsächlich aus den Sportanlagen, die mit einem Buchwert von 400000 Euro veranschlagt seien.

Neben Kostenkontrolle in den Abteilungen brauche der Verein vor allem "neue Einnahmen, neue Mitglieder, neue Angebote". Die Mitgliederversammlung beschloss zudem bei zwei Enthaltungen einstimmig eine geänderte Vereinssatzung. Die Änderung sei notwendig, damit der Verein weiter den steuerrechtlichen Gemeinnützigkeitskriterien entspreche, sie sei moderner, spreche dem Vorstand mehr Handlungsfreiheit zu und erlaube die Nutzung steuerlicher Möglichkeiten bei der pauschalen Tätigkeitsvergütung, so Dr. Gossner. Diese pauschale Tätigkeitsvergütung in Höhe von 500 Euro jährlich kann nach einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung ab sofort bezahlt werden.


Ansonsten habe sich der Verein im abgelaufenen Jahr vor allem auf das 150-jährige Jubiläum konzentriert, führte der Vorsitzende im Jahresbericht aus. "Wir wollten nicht nur den historischen Rückblick, sondern den Verein wieder in der Gesellschaft sichtbar machen und als wesentlichen Bestandteil der Zukunft positionieren", sagte er. Derzeit sei der TSV nicht mehr zentraler Bestandteil der Freizeitgestaltung, sondern konkurriere zunehmend mit Medien oder privaten Fitnessanbietern. Dem könne nur mit verstärkter Zielgruppenorientierung und neuen modernisierten Angeboten entgegengewirkt werden. "Wir werden in nächster Zeit Gespräche führe, wie wir das Angebot aller Vereine besser in der Gesellschaft verankern können", versprach Bürgermeister Günther Knoblauch. Zu einer Stadt als attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort zählen im Wesentlichen Angebote wie die des TSV.

Über die sportlichen Aktivitäten berichteten die Sportwarte der einzelnen Abteilungen. Abteilungsübergreifend wurden sowohl gute Ergebnisse im Spitzen- als auch eine große Beteiligung im Breitensport verzeichnet. Viele Abteilungsleiter mahnten aber mehr ehrenamtliches Engagement vor allem bei der Ausrichtung von Wettkämpfen und der Tätigkeit als Übungsleiter an. Fast alle haben Nachwuchssorgen zu beklagen. "Viele Kinder haben keine Zeit mehr für das Training", sagte etwa Hans Trommler, Abteilungsleiter Judo. "Ich wünsche mir, dass wir nicht mehr so knapsen müssen wie heuer", sagte Stefan Bartsch, Abteilungsleiter Volleyball, an die Adresse des Vorstands. "Wenn man gute Ergebnisse erreichen will, darf man nicht jeden Pfennig dreimal umdrehen müssen."

nl/Mühldorfer Anzeiger

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