Red Bull schlägt Alarm

Vettel erwartet zum F1-Auftakt ein Debakel

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Die Testfahrten vor dem Auftakt in Melbourne verliefen für Sebastian Vettel ernüchternd.

Köln - Die sportliche Lage bei Red Bull ist noch alarmierender als bisher angenommen. Das Weltmeister-Team sieht sich nicht nur ein bisschen im Hintertreffen. „Mindestens zwei Monate“ zu früh beginnt die WM.

Sebastian Vettel macht sich schon auf ungewohnt demütigende Erfahrungen gefasst. Keine zwei Wochen vor dem WM-Auftakt in Australien hat der seit neun Grand Prix ungeschlagene viermalige Formel-1-Weltmeister eine ernüchternde Devise für das erste von 19 Saisonrennen ausgegeben. „Zunächst einmal wollen wir ins Ziel kommen. (...) Das wäre schon ein Erfolg. Wenn dann die Hälfte der Fahrer ausfällt, können wir sogar ein paar Punkte mitnehmen“, sagte er am Montagabend bei ServusTV.

Für Vettel und Red Bull beginnt der Kampf um den fünften WM-Titel nacheinander erst mit wochenlanger Verspätung in Europa. „Der Saisonauftakt kommt für uns mindestens zwei Monate zu früh“, gestand Motorsportberater Helmut Marko im hauseigenen Sender. Die ersten vier Rennen werden für den Weltmeister-Rennstall mit dem Seriensieger aus Heppenheim möglicherweise nicht mehr als ein Hilfs- und Aufbauprogramm für das nicht funktionierende neue Auto.

Der Rückstand auf die Erzrivalen MercedesAMG und Ferrari ist nach den verheerenden Testauftritten einfach zu groß. „Das wird eine ganz, ganz schwere Sache, das aufzuholen“, kommentierte Marko und ergänzte: „Momentan wissen wir nicht, in welchem Zeitraum wir das schaffen können - und ob wir es überhaupt schaffen.“

Was Marko meint, sind die fehlenden Testkilometer. Mit jedem haben die Teams Daten und Informationen über das Verhalten der neuen Autos gesammelt. Nur so können Probleme, die auch beim Rennen auftreten können, gefunden und ausgemerzt werden. Im Vergleich zu Mercedes mit 4972,644 Kilometern an den zwölf Testtagen kam Red Bull gerade mal auf 1705,764 Kilometer.

26 Fakten: Sebastian Vettel von A bis Z

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Das größte Problem stellt der neue Antriebsstrang von Renault dar. Laut Marko wurde der Motor nur isoliert auf dem Prüfstand getestet, nicht aber mit einem Getriebe. Auf der Strecke ging so gut wie gar nichts. „Wir kämpfen derzeit mit dem Turboloch. Es ist unmöglich, kontinuierlich zu fahren“, erklärte Marko.

So schafften die Renault-Kunden (Red Bull, Toro Rosso, Caterham, Lotus) zusammen 8743,332 Kilometer; die vier Teams mit Mercedes-Power (MercedesAMG, McLaren, Force India, Williams) 17 994,408 Kilometer. Zahlen, die für sich und gegen Red Bull sprechen. „Wir können nicht verhehlen, dass wir nicht unser komplettes Programm absolvieren konnten und dass einige Vorbereitungen für Melbourne nicht komplett sind“, räumte Renaults stellvertretender Formel-1-Manager Rob White ein.

In gut einer Woche werden Vierfach-Weltmeister Vettel und sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo im Albert Park von Melbourne das Freitagstraining wohl eher zum weiteren Testen nutzen als zur Feinabstimmung auf das erste Qualifying und das erste Rennen der neuen Saison. Zwei Wochen nach dem Großen Preis von Australien folgt der Malaysia-Grand-Prix. Gleich darauf wird in Bahrain gestartet (6. April), dann in China (20. April), ehe am 11. Mai der Europa-Auftakt in Barcelona auf dem Programm steht - knapp zwei Monate nach dem Saisonstart in Melbourne.

dpa

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