Vettel verpasst Nacht-Sieg: "Kriegen sie noch"

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Fernando Alonso auf dem Weg zum Sieg.

Singapur -Sebastian Vettel hat mit seinem Singapur- Glitzerhelm einen glanzvollen Triumph beim Formel-1-Nachtrennen um eine Winzigkeit verpasst.

Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim musste sich wie schon in der Qualifikation einzig dem Mann der Stunde, Ferrari-Star Fernando Alonso, geschlagen geben. 0,293 Sekunden fehlten ihm am Sonntag in einem turbulenten Rennen mit zwei Safety- Car-Phasen. Alonso feierte dagegen den zweiten Sieg nacheinander. “Macht euch keine Sorgen, wir kriegen sie“, funkte Vettel nach der Zieldurchfahrt seiner Crew mit Blick auf den aufregenden WM-Kampf.


Sebastian Vettel kurvt durch seine Heimatstadt

Vettel kurvt durch seine Heimatstadt Heppenheim

Vettel-Mania in Heppenheim: Der deutsche Formel-1-Star kurvte im Juli 2010 durch seinen Heimatort. Die Bundestraße 3 wurde kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert. Nicht nur auf dem Quad, sondern auch im Red-Bull-Boliden brauste Sebastian Vettel über die Straße und wurde von rund 120.000 Fans begeistert gefeiert. © dpa
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Vettel-Mania in Heppenheim: Der deutsche Formel-1-Star kurvte im Juli 2010 durch seinen Heimatort. Die Bundestraße 3 wurde kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert. Nicht nur auf dem Quad, sondern auch im Red-Bull-Boliden brauste Sebastian Vettel über die Straße und wurde von rund 120.000 Fans begeistert gefeiert. © Getty
Vettel-Mania in Heppenheim: Der deutsche Formel-1-Star kurvte im Juli 2010 durch seinen Heimatort. Die Bundestraße 3 wurde kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert. Nicht nur auf dem Quad, sondern auch im Red-Bull-Boliden brauste Sebastian Vettel über die Straße und wurde von rund 120.000 Fans begeistert gefeiert. © Getty
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Vettel-Mania in Heppenheim: Der deutsche Formel-1-Star kurvte im Juli 2010 durch seinen Heimatort. Die Bundestraße 3 wurde kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert. Nicht nur auf dem Quad, sondern auch im Red-Bull-Boliden brauste Sebastian Vettel über die Straße und wurde von rund 120.000 Fans begeistert gefeiert. © dpa

In der WM-Wertung verbesserte sich Vettel vor den finalen vier Grand Prix-Rennen um einen Rang auf Platz vier und verlkündete keck: “In der Meisterschaft ist noch alles offen.“ Auf seinen führenden Teamkollegen machte der 23 Jahre alte Vizeweltmeister aber nur wenig Boden gut: Mark Webber kam dank einer pfiffigen Strategie nach Startrang fünf noch auf Platz drei. Entsprechend generös konnte er Komplimente an Vettel und Alonso verteilen: “Die beiden sind ein fantastisches Rennen gefahren.“

Während auch Titelverteidiger Jenson Button im spannendsten WM- Endspurt der Formel-1-Geschichte mit Platz vier noch wichtige Punkte sammelte, ging sein McLaren-Mercedes-Kollege Lewis Hamilton beim Flutlicht-Spektakel nach einer Kollision mit Webber zum zweiten Mal nacheinander leer aus.

Vettel hat als neuer Vierter 21 Punkte weniger als Webber (202). Vor dem 15. von 19 Rennen waren es 24 Zähler gewesen. Zweiter ist Alonso (191), der nach seinem Sieg beim Skandalrennen vor zwei Jahren an gleicher Stelle diesmal ohne Schummeleien siegte. “Das war ein hartes Rennen“, meinte der Spanier. “Es ist noch immer sehr eng. Alle haben die selben Chancen. Mark hat sicher noch einen Vorteil“, kommentierte er das Klassement, in dem Hamilton auf Rang drei liegt (182). Der Ex-Champion hat nur noch einen Punkt mehr als Vettel (181). Fünfter ist Button (177).

Formel 1 2010: Alle Fahrer und ihre Autos

Die Formel 1 2013: Alle Fahrer und ihre Autos

RED BULL RACING © Mark Thompson/Red Bull Racing
Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) fährt 2013 weiter im Red Bull, der Vertrag läuft bis 2014. © dpa
Teamkollege Mark Webber (Australien) hat noch einmal um ein Jahr verlängert. © Getty
MCLAREN © dpa
Für Lewis Hamilton fährt der 22 Jahre alte Mexikaner Sergio Perez. © ap
Routinier und Ex-Weltmeister Jenson Button (England) wird gefragt sein, er ist langfristig bis 2014 an den Rennstall gebunden. © Getty
FERRARI © dpa
Fernando Alonso (Spanien) wird den nächsten Angriff auf Vettel unternehmen. Er hat einen Vertrag bis 2016. © Getty
Felipe Massa (Brasilien) darf 2013 auch noch mal ran. © Getty
MERCEDES © dpa
Lewis Hamilton (England) statt Michael Schumacher. Der Brite ist vorerst drei Jahre an die Silberpfeile gebunden. © Getty
Nico Rosberg (Wiesbaden) bleibt, er hat einen Vertrag bis 2013. © Getty
LOTUS © dpa
Kimi Räikkönen (Finnland) wird als WM-Dritter 2012 noch mehr wollen. © dpa
Romain Grosjean (Frankreich) darf trotz seiner wiederholten Auftritte als Crashpilot wohl bleiben, ist aber noch nicht bestätigt. © dpa
WILLIAMS © Getty
Pastor Maldonado (Venezuela), Sieger in Barcelona, bleibt. Er bringt auch noch Geld aus Venezuela mit. © Getty
Bruno Senna ist raus, Testpilot Valtteri Bottas (Finnland) steigt zum Stammfahrer auf. © getty
FORCE INDIA © Sahara Force India
Paul Di Resta (Großbritannien) bleibt © getty
Adrian Sutil kriegt das zweite Cockpit © dpa
SAUBER © dpa
Die Schweizer treten mit einer neuen Paarung an. Nico Hülkenberg (Emmerich) wechselt von Force India zu Sauber. © dpa
Neben Nico Hülkenberg darf der 21-jährige Deübtant Esteban Gutierrez (Mexiko) ran. © dpa
TORRO ROSSO © dpa
Daniel Ricciardo (Australien) © getty
Jean-Eric Vergne (Frankreich) © getty
MARUSSIA © dpa
Hier ist alles neu! Timo Glock ist weg, für ihn ist Jules Bianchi da © Getty
Sein Kollege: Max Chilton © Getty
CATERHAM © dpa
Charles Pic (Frankreich), bisher Marussia, heuert bei dem anglo-malaysischen Team an. © getty
Giedo van der Garde ist sein Kollege © Getty

Für Nick Heidfeld verlief die Rennrückkehr in der Nacht von Singapur äußerst unglücklich: Nach einer Berührung mit dem Mercedes von Michael Schumacher war das Rennen auf dem 5,073 Kilometer langen Kurs in der 38. Runde von 61 Umläufen vorbei. Schumacher musste sich mit Platz 13 zufriedengeben, Teamkollege Nico Rosberg wurde als Fünfter dagegen zweitbester Deutscher. Adrian Sutil belegte im Force India Rang 8 vor Nico Hülkenberg im Williams. Timo Glock schied im Virgin aus.

Beim Start blieb der befürchtete Angriff vom späteren Unglücksraben Hamilton auf Vettel aus. Stattdessen attackierte der Heppenheimer den spanischen Pole-Mann. Alonso, der zum 20. Mal von der begehrtesten Position aus startete, zog aber kompromisslos nach innen und versperrte Vettel - regelgerecht - den Weg.

In seinem ersten Rennen seit dem 1. November vergangenen Jahres touchierte Heidfeld dann im Sauber Landsmann Sutil, ehe dessen Force- India-Teamgefährte Vitantonio Liuzzi ungestüm ins Heck des Heidfeld- Autos stieß. Der Mönchengladbacher musste bei seinem 170. Grand Prix erstmal an die Box, Liuzzi seinen Wagen ganz abstellen. Er rief damit auf dem engen Stadtkurs in der 3. Runde das Safety Car auf den Plan.

Die Formel-1-Weltmeister der vergangenen 40 Jahre

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre. © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

Von den WM-Kandidaten entschied sich nur Webber für einen ganz frühen Reifenwechsel. Als Elfter fuhr er auf den Kurs zurück und arbeitete sich auf den harten Reifen kontinuierlich nach vorn. Auch Schumacher musste Webber hilflos an sich vorbeiziehen lassen. Ein paar Überholmanöver im dicht gedrängten hinteren Feld, viel mehr passierte nicht bis zum ersten Stopp der Führenden: Hamilton stieg in der 29. Runde auf die harten Reifen um.

Dann der Showdown an der Box zwischen Alonso, zuletzt bereits in Monza siegreich, und Vettel. Nach dem gemeinsamen Reifenwechsel kehrten sie in derselben Reihenfolge in Runde 30 auf die Strecke zurück. Profiteur war letztlich Webber. Seine Rechnung ging auf. Er lag nun vor Hamilton und Button. Ganz vorne machte Vettel Druck auf Alonso. Richtig turbulent wurde es dann nach der zweiten Safety-Car- Phase, ausgelöst durch einen Unfall von Kamui Kobayashi, dem auch noch Bruno Senna reinfuhr.

Hamilton versuchte Webber zu überholen, zog nach innen - und war raus. Webber konnte weitermachen, Heidfeld kurz danach nicht mehr. Schuld war eine Karambolage mit Schumacher, an dessen Silberpfeil lediglich der Frontflügel gewechselt werden musste. Während Hamilton mit entsprechend angesäuerter Miene durchs Fahrerlager stampfte, kämpfte Vettel auf der Strecke um den Sieg. Es reichte aber nicht mehr. Alonso gewann in der Zeit von 1:57:53,579 Stunden für die 309,316 Kilometer.

dpa

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