Nächstes Rennen in Russland

Vettel vs. Hamilton: Wann gibt es den ersten echten Zweikampf?

Lewis Hamilton musste diese Saison zweimal mit ansehen, wie Vettel ganz oben auf dem Podest stand.
+
Lewis Hamilton musste diese Saison zweimal mit ansehen, wie Vettel ganz oben auf dem Podest stand.

Sotschi - Endlich Vettel gegen Hamilton, das Duell der Mehrfach-Weltmeister hat die Formel 1 wachgeküsst - dabei gab es in der jungen Saison noch keinen einzigen direkten Zweikampf zwischen den Top-Favoriten.

Das lang ersehnte Duell zwischen Silber und Rot bestimmt endlich die Schlagzeilen in der Formel 1, und die beiden Hauptdarsteller geben auch verbal ihr Bestes. "Natürlich will er mich da draußen fertig machen", sagt Lewis Hamilton über Sebastian Vettel, "umgekehrt gilt das genauso. Ich bin in Top-Form, Mercedes ist in Top-Form. Auch Seb' fährt am Limit, und Ferrari ist so stark wie seit zehn Jahren nicht."


Drei Rennen, zwei Sieger: Vettel und Hamilton

Zwei Siege für Vettel, einer für Hamilton, das Titelrennen scheint in der Tat völlig offen. Und doch wartet die Königsklasse vor dem Großen Preis von Russland am Sonntag (14 Uhr) noch immer auf den ersten echten Zweikampf der Mehrfach-Weltmeister - denn ein Rad-an-Rad-Duell zwischen Vettel und Hamilton fehlt dieser bislang vielversprechenden Saison noch.

Die Rennen in Australien, China und Bahrain waren Fernduelle, sie wurden allesamt am Kommandostand entschieden, auch Glück und Pech mit dem Verkehr auf der Strecke spielten eine Rolle. Der direkte Vergleich dieser ziemlich kompromisslosen Rennfahrer würde die Spannung zweifellos auf eine andere Stufe heben - aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit. Dafür spricht momentan Vieles.


Die Autos und Fahrer der Formel 1 in der Saison 2017 im Überblick

Der neue Silberpfeil hört auf den wenig klanghaften Namen „Mercedes F1 W08 EQ Power+“.
Der neue Silberpfeil hört auf den wenig klanghaften Namen „Mercedes F1 W08 EQ Power+“. © AFP
Der erste Fahrer und auch große Favorit auf den WM-Titel ist Lewis Hamilton.
Der erste Fahrer und auch große Favorit auf den WM-Titel ist Lewis Hamilton. © AFP
Ihm zur seite steht mit Valtteri Bottas ein großes Talent. Er wird sich Hamilton aber wohl eher unterordnen als sein Vorgänger.
Ihm zur seite steht mit Valtteri Bottas ein großes Talent. Er wird sich Hamilton aber wohl eher unterordnen als sein Vorgänger. © AFP
Deutlich weniger kompliziert ist der Name des neuen Bolidens von Red Bull: „Red Bull RB13“
Deutlich weniger kompliziert ist der Name des neuen Bolidens von Red Bull: „Red Bull RB13“ © AFP
Wir bereits in der vergangenen Saison sitzt Daniel Ricciardo im Cockpit für die roten Bullen.
Wir bereits in der vergangenen Saison sitzt Daniel Ricciardo im Cockpit für die roten Bullen. © AFP
Sein Teamkollege ist Max Verstappen.
Sein Teamkollege ist Max Verstappen. © AFP
Mit der neuen „roten Göttin“ will Ferrari wieder einen ernsthaften Angriff auf den WM-Thron wagen. Der „Ferrari SF70-H“ wird gesteuert von...
Mit der neuen „roten Göttin“ will Ferrari wieder einen ernsthaften Angriff auf den WM-Thron wagen. Der „Ferrari SF70-H“ wird gesteuert von... © AFP
... Sebastian Vettel, der in seinem dritten Jahr bei der Scuderia nun auch ganz oben stehen wird.
... Sebastian Vettel, der in seinem dritten Jahr bei der Scuderia nun auch ganz oben stehen wird. © AFP
Weltmeisterlich ist auch sein Teamkollege: Kimi Räikkönen.
Weltmeisterlich ist auch sein Teamkollege: Kimi Räikkönen. © AFP
Seit inzwischen neun Jahren mischt Force India in der Formel 1 mit. Der „Force India VJM10“ soll dabei helfen, sich noch weiter oben zu etablieren.
Seit inzwischen neun Jahren mischt Force India in der Formel 1 mit. Der „Force India VJM10“ soll dabei helfen, sich noch weiter oben zu etablieren. © dpa
Gesteuert wird der Renner von Esteban Ocon und Sergio Pérez.
Gesteuert wird der Renner von Esteban Ocon und Sergio Pérez. © dpa
Deutlich länger dabei ist dagegen der Williams-Rennstall. Das Traditionsteam schickt in der Saison 2017 den „Williams FW40“ ins Rennen.
Deutlich länger dabei ist dagegen der Williams-Rennstall. Das Traditionsteam schickt in der Saison 2017 den „Williams FW40“ ins Rennen. © AFP
Felipe Massa will mit dem Renner in seiner diesmal endgültig letzten F1-Saison noch einmal den Jungspunden die Auspuffrohre zeigen.
Felipe Massa will mit dem Renner in seiner diesmal endgültig letzten F1-Saison noch einmal den Jungspunden die Auspuffrohre zeigen. © AFP
Einer dieser jungen Talente ist der Kanadier Lance Stroll, der sich von seinem erfahrenen Teamkollegen einiges abschauen kann.
Einer dieser jungen Talente ist der Kanadier Lance Stroll, der sich von seinem erfahrenen Teamkollegen einiges abschauen kann. © AFP
Ein Hingucker ist der „McLaren MCL32“ des Rennstalls McLaren Honda. 
Ein Hingucker ist der „McLaren MCL32“ des Rennstalls McLaren Honda.  © AFP
Die Piloten könnten unterschiedlicher kaum sein: Fernando Alonso hat in der höchsten Rennklasse schon so ziemlich alles erlebt, davon will auch der junge Belgier Stoffel Vandoorne profitieren.
Die Piloten könnten unterschiedlicher kaum sein: Fernando Alonso hat in der höchsten Rennklasse schon so ziemlich alles erlebt, davon will auch der junge Belgier Stoffel Vandoorne profitieren. © AFP
Das zweite Team mit dem roten Bullen im Logo ist Toro Rosso (italienisch für Red Bull). Der „Toro Rosso STR12“ ist eine Eigenentwicklung und wird von einem Renault-Motor angetrieben.
Das zweite Team mit dem roten Bullen im Logo ist Toro Rosso (italienisch für Red Bull). Der „Toro Rosso STR12“ ist eine Eigenentwicklung und wird von einem Renault-Motor angetrieben. © AFP
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr sind beide keine Neulinge mehr im Rennzirkus.
Daniil Kwjat und Carlos Sainz jr sind beide keine Neulinge mehr im Rennzirkus. © dpa
Das US-amerikanische Haas-Team startet mit dem „Haas VF-17“ in seine zweite Formel-1-Saison.
Das US-amerikanische Haas-Team startet mit dem „Haas VF-17“ in seine zweite Formel-1-Saison. © AFP
Die Fahrer: Romain Grosjean und Kevin Magnussen.
Die Fahrer: Romain Grosjean und Kevin Magnussen. © AFP
Das Renault-Team gibt es in der F1 schon länger. Mit dem „Renault R.S.17“ soll an alte Erfolge angeknüpft werden.
Das Renault-Team gibt es in der F1 schon länger. Mit dem „Renault R.S.17“ soll an alte Erfolge angeknüpft werden. © AFP
Entscheidend dafür ist natürlich ein gutes Abschneiden der beiden Fahrer Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer.
Entscheidend dafür ist natürlich ein gutes Abschneiden der beiden Fahrer Nico Hülkenberg und Jolyon Palmer. © dpa
Last but not least: Das Schweizerische Sauber-Team schickt mit dem „Sauber C36“ einen von einem Ferrari-Motor angetriebenen Wagen ins Rennen.
Last but not least: Das Schweizerische Sauber-Team schickt mit dem „Sauber C36“ einen von einem Ferrari-Motor angetriebenen Wagen ins Rennen. © AFP
Die Fahrer bei Sauber: Der Deutsche Pascal Wehrlein...
Die Fahrer bei Sauber: Der Deutsche Pascal Wehrlein ... © dpa
... und Marcus Ericsson aus Schweden.
... und Marcus Ericsson aus Schweden. © AFP

Denn bei nur leicht unterschiedlichen Rennverläufen hätte in jedem der drei WM-Läufe auch der jeweils andere Pilot gewinnen können, das zeigt, wie eng es zugeht zwischen Ferrari und Mercedes. Der Silberpfeil ist auf einer Runde zwar eindeutig das schnellere Auto, alle Pole Positions gingen bislang recht deutlich an Hamilton und seinen neuen Teamkollegen Valtteri Bottas.

Mercedes kämpft mit Reifenverschleiß

Im Rennen hat allerdings Ferrari durchaus Vorteile, weil Mercedes noch mit zu hohem Reifenverschleiß kämpft: Ist der Asphalt zu warm, überhitzen auf der Hinterachse des W08 vor allem die weicheren Gummis - das wurde in Melbourne und Bahrain zum Problem. Vettels neuer Ferrari ist bislang dagegen weit weniger abhängig von äußeren Bedingungen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Mercedes daher in der Lösung dieses Problems. Und bei den Testfahrten in Bahrain gleich im Anschluss an das vergangene Rennen suchte das Weltmeisterteam akribisch nach der Ursache für den hohen Verschleiß.

Formel 1: Die 20 Rennstrecken der Saison 2017 im Überblick 

 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik
 © dpa Infografik

Mit Spannung darf nun erwartet werden, wer in Sotschi Vorteile hat. Grundsätzlich könnte der Kurs am Schwarzen Meer Mercedes wieder deutlich besser liegen: Die Temperaturen sind niedriger, zudem ist die Strecke rund um die Olympiastätten von 2014 für ihren sehr reifenschonenden Asphalt bekannt. Das dürfte Mercedes selbst dann helfen, wenn die Schwierigkeiten bislang noch nicht beseitigt sind.

Allerdings ist auch Ferrari in Sotschi nicht zu unterschätzen. Denn die Scuderia und Vettel waren bislang auf jeder Strecke stark, der SF70-H enttäuschte nie. Das erste direkte Duell zwischen Vettel und Hamilton kann kommen.

Lesen Sie auch: Gründe für den Ferrari-Aufschwung

SID

Kommentare