"Suzie" zickt nicht mehr

Vettel: "Werden wieder an der Spitze stehen"

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Ist das Test-Desaster für Sebastian Vettel und das Red-Bull-Team überwunden?

Melbourne - Rechtzeitig vor dem Saisonstart läuft Sebastian Vettels „Suzie“ plötzlich doch rund. Der Weltmeister zeigte sich erleichtert.

Sebastian Vettel reichten ein paar ordentliche Trainingsrunden mit seiner sonst so zickigen „Suzie“ für eine unmissverständliche Kampfansage an die Konkurrenz. „Ich habe keine Bedenken, dass wir wieder an der Spitze stehen werden. Die Frage ist nur noch wann“, sagte der Formel-1-Weltmeister in Melbourne vor dem Start der schwersten Saison seiner Karriere: „Das war ein riesiger Schritt nach vorne und sorgt sicher für große Erleichterung.“

Durch die guten Eindrücke am ersten Trainingstag vor dem Auftakt am Sonntag (7.00 Uhr/RTL und Sky) wächst beim bisher schwächelnden Red-Bull-Rennstall die Hoffnung auf den fünften WM-Titel in Serie. Nach den katastrophalen Wintertests mit ungewohnt vielen Pannen fuhr der neue RB10, den Vettel auf den Namen Suzie getauft hatte, am Freitag gerade im zweiten Training problemlos. Vettel drehte ohne Mühe 41 Runden - mehr als jeder andere Pilot.

Auf das Auto angesprochen, schwärmte der 26-Jährige, der auf seinem Helmvisier die Initialen des im Koma liegenden Rekordweltmeisters Michael Schumacher trägt, von einem „sehr, sehr guter Tag. Wir sind auf der richtigen Spur“. Wahrscheinlich hatte Vettel schon selbst nicht mehr daran geglaubt, dass es doch noch so schnell bergauf geht. Noch am Donnerstag hatte er von „kleinen Schritten“ gesprochen, die das Team gehen müsse, Geduld sei gefragt. Nun sagte er fast schon euphorisch: „Wir machen riesige Fortschritte.“

Der Dominator der vergangenen Jahre, der in Australien sein zehntes Rennen in Serie gewinnen könnte, lobte die Performance und Balance des Wagens. „Beim Speed müssen wir aber noch etwas tun, das wissen wir“, sagte Vettel. Gerade die starken Silberpfeile von Lewis Hamilton und Nico Rosberg fahren in einer anderen Liga und sind auch für das Rennen die klaren Favoriten. Als Vierter des Trainingstages hatte der Hesse satte 0,756 Sekunden Rückstand auf den starken Ex-Champion Hamilton. Auch Vizeweltmeister Fernando Alonso landete im Ferrari als Dritter mehr als zwei Zehntel vor Vettel.

Was diese Abstände für das erste Rennen der neuen Turbo-Ära bedeuten, könne man noch nicht sagen. „Es ist jedenfalls sehr ermutigend. Hoffentlich ist es ein gutes Zeichen, denn das Wichtigste ist, dass wir die Zielflagge sehen“, sagte Teamchef Christian Horner. Nun scheint es immer wahrscheinlicher, dass Red Bull mit Vettel und seinem neuen Teamkollegen Daniel Ricciardo zumindest ein zufriedenstellendes Rennen absolvieren kann. Ein Sieg bleibt äußerst unwahrscheinlich.

Das liegt vor allem daran, weil das Team bei den Testfahrten in Jerez und Bahrain deutlich mehr Zeit in der Box als auf der Strecke verbracht hatte. „Wir sind heute fast so viel gefahren wie sonst den ganzen Winter“, sagte Vettel, der seine Freude darüber nur schwer verstecken konnte. Der ehrgeizige Champion wittert seine Chance - die Konkurrenz dürfte die deutlichen Steigerungen mit wenig Freude zur Kenntnis genommen haben.

Die Regel-Änderungen der Formel 1

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Der neue V6-Turbomotor gepaart mit der veränderten Aerodynamik hatte dem Team in den vergangenen Monaten viel Kopfzerbrechen bereitet. „Die Stimmung im Team war trotzdem immer gut“, sagte der 39-malige Grand-Prix-Sieger Vettel. Horner ergänzte: „Es war fantastisch, wie das Team auf die Herausforderung reagiert hat. Wir hatten in den letzten Jahren nicht durch Zufall so viel Erfolg.“

sid

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