Großer Preis der USA

Vettel peilt den nächsten Rekord an

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Die USA sind ein gutes Pflaster für Sebastian Vettel. Dies soll nach seinem Wunsch auch so bleiben

Austin - Sebastian Vettel kann eine weitere Bestmarke brechen. Wenn der Champion den Großen Preis der USA gewinnt, ist das sein achter Saisonsieg in Serie.

Den Titel hat er längst in der Tasche - jetzt kann der jüngste Vierfach-Weltmeister der Grand-Prix-Geschichte völlig entspannt weitere Rekorde jagen. Schon beim Großen Preis der USA winkt Sebastian Vettel die nächste beeindruckende Bestmarke. Gewinnt der Seriensieger in Austin zum achten Mal seit der Sommerpause, verdrängt er seinen Kumpel Michael Schumacher auch in dieser Statistik von der Spitzenposition. „Wir wollen wieder aufs Podium“, sagte Vettel vor dem vorletzten Saisonlauf zur Formel-1-WM.

Schumacher siegte 2004 siebenmal in Serie und triumphierte in dem Jahr insgesamt 13 Mal, was bislang unerreicht ist. Wenn Vettel am Sonntag (Start: 20.00 Uhr MEZ/RTL und Sky) Erster wird, führt er die Rangliste mit acht Erfolgen hintereinander alleine an. Zudem kann der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim dann eine Woche später in Sao Paulo auch Schumachers stolzen Spitzenwert bei den Saisonsiegen insgesamt einstellen. Vettel hat bislang elf von 17 absolvierten Rennen gewonnen.

Vettel versicherte indes wie einst Schumacher, dass ihn derartige Statistiken und Rekorde nicht interessieren würden. „Vielleicht, wenn ich alt bin und einen Bauch habe“, sagte er vor kurzem lachend. Unmittelbar nach seinem Champions-Coup in Indien hatte der 26 Jahre alte Hesse erklärt: „Vier Titel zu gewinnen, ist einfach eine große Nummer. Ich bin viel zu jung, um zu verstehen, was das bedeutet. Vielleicht in zehn Jahren.“

Statt schon jetzt ständig über seine Titel und Triumphe zu sinnieren, konzentriert sich Vettel lieber aufs Fahren und den nächsten Grand Prix. „Mir fehlt es nicht an Motivation“, betonte er. „Ich weiß, wie schwer es ist, in jedem Rennen meine Leistung abzuliefern.“ Vettels Fähigkeit, sich voll auf die Formel 1 zu fokussieren, beeindruckt auch Teambesitzer Dietrich Mateschitz. „Was mich am meisten fasziniert, ist Sebastians unglaubliche Konstanz. Und wie er immer das Maximum abrufen kann“, sagte der Dosen-Milliardär „Motorsport aktuell“ im Interview.

Vettel fiebert dem erst zweiten Rennen auf dem Circuit of the Americas entgegen. „Die ganze Stadt hat den Grand Prix gelebt. Du konntest den Vibe dort fühlen“, schwärmte er von der tollen Stimmung bei der Premiere im Vorjahr. „Wir freuen uns. Die Strecke ist eine Herausforderung.“

Zudem will der Nimmersatt seine hauchdünne Niederlage von 2013 wettmachen. Damals schlug ihn der Brite Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes nach 56 Runden auf dem 5,513 Kilometer langen Kurs um lächerliche 0,675 Sekunden. Die schnellste Rennrunde war für Vettel nur ein schwacher Trost, zumal er damals nach dem US-Lauf im Titelrennen nur 13 Punkte vor Fernando Alonso lag und erst in Brasilien den WM-Hattrick feiern konnte.

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Jetzt ist alles entspannt. Die WM ist entschieden und Vettel (347) führt mit sagenhaften 130 Zählern Vorsprung vor dem Gesamtzweiten Alonso (217). Da der spanische Ferrari-Widersacher wegen seiner Rückenprobleme nicht völlig fit sein dürfte und der WM-Dritte Kimi Räikkönen/Finnland) wegen einer Rückenoperation nicht mehr für Lotus fährt, schrumpft der Kreis der ernsthaften Konkurrenten auf ein Minimum. Die größte Gefahr droht vom Mercedes-Duo Hamilton (Großbritannien) und Nico Rosberg (Wiesbaden). Vettels Teamkollege Mark Webber erwies sich in diesem Jahr als kein echter Rivale: Der Australier gewann noch kein Rennen.

Rosberg sagte Vettel den Kampf an: „Ich will den Bullen nächstes Jahr die Stirn bieten. Und ich glaube daran, dass wir das tun werden. Die sind das Team, das es zu schlagen gilt“, sagte der Wiesbadener der Sport Bild: „Aber auch wir stehen immer besser da.“

Im nächsten Jahr werden die Formel-1-Wagen von neu entwickelten Turbo-Motoren angetrieben, dadurch wird sich die Aerodynamik und das Fahrverhalten der Boliden grundlegend ändern. Experten gehen davon aus, dass das neue Reglement die Hackordnung in der Königsklasse verändern könnte und Mercedes den stärksten Motor bauen wird.

dpa

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