Deutscher verbremst sich

Keine Strafe: Rosberg behält Pole in Monaco

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Nico Rosberg beim Qualifying in Monte Carlo..

Monte Carlo - Auch dank einer fragwürdigen Aktion hat Nico Rosberg sich im engen Kampf mit Lewis Hamilton die Pole Position für das Rennen in Monaco gesichert. Sebastian Vettel wurde nur Vierter.

An der Cote d'Azur herrscht Eiszeit. Nur ein halber Meter trennte Pole-Setter Nico Rosberg vom geschlagenen Lewis Hamilton, doch die Mercedes-Teamkollegen würdigten sich keines Blickes. Beim Qualifying zum Großen Preis von Monaco (Sonntag, 14.00 Uhr/RTL und Sky) hatte sich Rosberg auf fragwürdige Weise den so wichtigen ersten Startplatz und damit die Grundlage für seinen zweiten Sieg in Folge im Fürstentum gesichert - vor dem sichtlich angefressenen WM-Spitzenreiter.

Sekunden vor Ende des Qualifyings verbremste sich der Deutsche (1:15,989 Minuten), blockierte damit die Strecke und nahm Hamilton (1:16,048) die Chance auf eine weitere schnelle Runde. Dem Briten blieb nur Startplatz zwei, er läuft nun Gefahr, seine knappe WM-Führung an Rosberg zu verlieren - die erste echte Zuspitzung im viel zitierten „Krieg der Sterne“. Die Rennkommissare leiteten nach dem Qualifying eine Untersuchung des verdächtigen Vorfalls ein, sahen nach etwa einer Stunde Bedenkzeit jedoch von einer Bestrafung ab.

Das sei nicht die Art, wie er die Pole holen wolle, hatte ein gut gelaunter Rosberg nach dem Qualifying gesagt, „das tut mir wirklich leid für Lewis, aber es ist, wie es ist.“ Von einer absichtlichen Aktion wollte der Deutsche nichts wissen, und auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nahm seinen Piloten in Schutz. „Es war 120.000 eindeutige Prozent ein Fahrfehler. Das kann hier passieren“, sagte der Österreicher.

Hamilton glaubte offensichtlich an eine andere Version - der Brite nannte die Vorkommnisse „ironisch“ und präsentierte sich ansonsten schmallippig: „Ich war auf Kurs, aber die Runde hatte sich erledigt, und das war“s dann.„

Dass Weltmeister Sebastian Vettel (1:16,547) vor seinem 100. Rennen für Red Bull Racing als Vierter erneut von Teamkollege Daniel Ricciardo (Australien/1:16,384) geschlagen wurde, ging derweil fast ein wenig unter. Der Heppenheimer hatte schon wieder mit technischen Problemen an seinem Auto gekämpft.

`Das war für uns ein enttäuschender Tag, wir hatten Probleme mit dem Elektroboost und deshalb nicht die volle Leistung. Wir mussten dann mit anderen Einstellungen arbeiten“, sagte Vettel, der im sechsten Qualifying der Saison bereits zum fünften Mal langsamer als Ricciardo war. Das Ferrari-Duo Fernando Alonso (Spanien/1:16, 686) und Kimi Räikkönen (Finnland/1:17,389) bildet auf den Plätzen fünf und sechs die dritte Kraft.

Nico Hülkenberg (Emmerich/1:17,846) schaffte es im Force India nur auf den etwas enttäuschenden elften Startplatz. Für Adrian Sutil (1:18,745) brachte auch Monaco keine Besserung, der Gräfelfinger startet nur von Rang 18.

„Die Mercedes waren doch weiter weg, als wir vorher dachten“, sagte Vettel stellvertretend für den Rest des Feldes über das Privatduell der Silberpfeile, in dem Rosberg Hamilton von Beginn an überlegen schien - sein folgenschwerer Verbremser warf dennoch einen Schatten auf seine zweite Pole der Saison.

Denn die Vorkommnisse am Samstag hatten eine Vorgeschichte. Im engen WM-Kampf, nur drei Punkte trennen Hamilton (100) und Rosberg (97) vor dem sechsten Saisonlauf, präsentierte sich der Engländer bislang auf der Strecke aggressiver, in den Interviews provokativer. Vor dem Rennen in Monaco hatte er noch betont, dass er ehrgeiziger als Rosberg sei und dies mit dessen privilegierter Jugend begründet.

„Ich komme aus keiner besonders tollen Gegend bei London und habe auf einer Couch im Appartement meines Vaters gewohnt“, sagte der 29-Jährige: „Nico ist in Monaco mit Jets, Hotels und Yachten aufgewachsen - der Hunger ist ein anderer.“

sid

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