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Neuer Motorsportchef

Schwierige Aufgabe für Wolff bei Mercedes

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Toto Wolff (r.) beerbt Norbert Haug.

Stuttgart - Toto Wolff soll die schwächelnden Silberpfeile wieder in Fahrt bringen. Der neue starke Mann im Mercedes-Motorsport verzichtete bei einer Presserunde aber auf große Ankündigungen.

 Mit Humor, Gelassenheit und Realitätssinn geht Toto Wolff seine schwierige Aufgabe als neuer Motorsportchef beim zuletzt nur noch hinterherfahrenden Mercedes-Team an. Er nehme zur Beruhigung „Baldriantropfen“, sagte der Österreicher mit Wiener Schmäh. Bevor der ehemalige Rennfahrer personelle und strukturelle Veränderungen vornimmt, will er sich in Ruhe und grundlegend ein genaues Bild über die Lage verschaffen. „Ich möchte verstehen, wie die Struktur funktioniert und dann entscheiden“, sagte der Nachfolger von Norbert Haug in einer Telefonkonferenz am Dienstag. „Ich möchte sauber analysieren, warum es im letzten Jahr nicht so gelaufen ist.“

Wolff bezeichnete sich als „optimistischen Pessimisten“. Mit vollmundigen Ankündigungen oder gar Versprechen auf einen schnellen sportlichen Aufschwung hielt sich der Motorsport-Manager und Investor bewusst zurück. „Man muss realistisch sein“, sagte er. Erst in „ein paar Wochen“ könne er Genaueres sagen. Wolff räumte ein, noch nie „in so großen Strukturen“ gearbeitet zu haben. Das sei für ihn eine neue Erfahrung. Er will nun möglichst schnell die „vorhandenen Ressourcen analysieren“ und möglichst mit dem vorhandenen Personal arbeiten. Um den besten Einblick zu bekommen, will er am Formel-1-Sitz Brackley seine Hauptbasis beziehen. Er werde aber auch in Stuttgart sein.

Mit Teamchef Ross Brawn will Wolff in der Formel 1 „eine Doppelspitze“ bilden. Der Brite sei für den technischen Bereich und die Leitung, er für den kaufmännischen Bereich zuständig. Der dreimalige Weltmeister Niki Lauda komplettiert als Aufsichtsratschef des Formel-1-Teams das neue Führungstrio.

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre. © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

„Ich kenne beide gut“, sagte Wolff und wies darauf hin, dass er seinen Landsmann „Niki natürlich schon etwas länger kenne“. Auch wenn nun zwei Österreicher und ein Brite das Sagen haben, versicherte Wolff, dass bei Silberpfeil-Siegen „die deutsche Hymne“ erklingt. Wann das in der Königsklasse wieder passiert, darauf ließ sich Wolff nicht festlegen. „Ich werde mich hundertprozentig engagieren, dass sich der Erfolg so schnell wie möglich einstellt“, versprach er vage. „Wir haben einen tollen Motor und eine super Fahrerpaarung.“ In dieser Saison sitzen Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Silberpfeil.

Unter Wolffs Mitte Dezember entlassenem Vorgänger Haug gelang dem Mercedes-Werksteam in drei Jahren nur im April 2012 in China durch Rosberg ein Sieg. Der nun endgültig zurückgetretene Rekord-Champion und einstige Seriensieger Michael Schumacher blieb bei seinem weitgehend glücklosen Comeback mit dem Silberpfeil ohne Erfolg.

Wolff ist aber nicht nur „der Gesamtverantwortliche“, wie er seine Funktion beschrieb. Er steigt - Lauda übrigens ebenfalls - auch als Finanzier ein. Fragen, ob er bei MercedesGP die Mehrheit anstrebe, wies Wolff zurück: „Ich freue mich, Minderheitsgesellschafter zu sein. Das ist das Mercedes-Benz-Rennteam, das soll so bleiben.“ Schon seit 2006 ist der Österreicher am Mercedes-Team HWA im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) beteiligt.

Probleme wegen möglicherweise divergierender finanzieller und sportlicher Interessen sieht Wolff nicht. Für ihn stehe der sportliche Erfolg im Vordergrund, versicherte er: „Damit verdient man auch Geld.“ Auch dass er seine Anteile am Konkurrenzteam Williams vorerst behalten will, stellt laut Wolff keine Schwierigkeit dar: „Ich setze meine ganze Kraft für Mercedes ein.“. 80 Prozent seiner Arbeit will Wolff auf die Formel 1 verwenden und auch zu allen Rennen anreisen. Bei der DTM werde er zu den größeren Ereignissen kommen.

dpa

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