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Ferrari entzweit die Formel 1

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Ferrari entzweit die Formel 1.

Hockenheim - Ferrari muss wegen des Überhol-Skandals in Hockenheim eine weit höhere Strafe als die bereits verhängten 100 000 Dollar befürchten.

Ferrari hat mit seiner dubiosen Vorfahrt für Fernando Alonso die Formel 1 entzweit. Die bestrafte, vom Team aber entschieden bestrittene Stallorder hat weltweit Empörung und eine heftige Debatte über den Sinn dieses Verbotes ausgelöst. “Die Formel 1 ist ein verlogenes Geschäft - und das Rennen gestern in Hockenheim war ein Paradebeispiel dafür“, grantelte der österreichische “Kurier“ am Montag. “Es roch nicht nach Stallorder, es stank nach einem abgekarteten Spiel.“

Ob der Überhol-Skandal beim Großen Preis von Deutschland für Ferrari sowie die beiden Verkehrssünder Alonso und Felipe Massa weitreichende Konsequenzen hat, wird sich erst vor dem Motorsport- Weltrat des Internationalen Automobil-Verbandes FIA herausstellen. Allerdings steht noch kein Verhandlungstermin für den Fall Ferrari fest. “Die entsprechenden Gremien beraten darüber“, sagte eine FIA- Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa.

Ferrari: Mythos auf vier Rädern

Ferrari: Mythos auf vier Rädern

Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Mythos auf vier Rädern: Flitzer aus dem Hause Ferrari. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Attraktive Frauen und Formel 1 - das gehört zusammen. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Schöne Frau, schönes Auto... © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Geballte Power auf vier Rädern. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Formel-1-Wagen als Kulisse für ein Fotoshooting. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Auch in grau gibt der Sportwagen eine gute Figur ab. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Davon täumen nicht nur Autofanatiker. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Bei teuren Autos sind schöne Frauen nicht weit. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Nicht nur der Ball ist rund... © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Bild fürs Fotoalbum. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Das Ferrari-Logo am Kühlergrill. © ap
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ferrari-Fans vor einem Formel-1-Rennen. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Ferrari „oben ohne“. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Tolle Frontpartie... © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Rennflitzer in Aktion. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Geballte Männerträume! © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Zwei Ferrari: einer für die Straße, einer für die Rennpiste. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Rot und Weiß: Keine Frage, diese Farben passen zusammen. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Traum in rot. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Alien-Alarm in der Boxengasse. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Hat die Scuderia Ferrari etwa eine Rennfahrerin verpflichtet? © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Ferrari auf zwei Rädern. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Beste Wohnlage in Monte Carlo: Ein Yacht im Hafen. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Spieglein, Spieglein an der Wand... © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Erinnerungsfoto auf der Automesse. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein heißer Flitzer... © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Bequeme Sitzgelegenheit, so eine Motorhaube! © Jantz
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ziemlich windschnittig... © ap
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Silber auf rotem Grund: ein überdimensionales Ferrari-Logo. © ap
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Schnappschuss in der Boxengasse. © ap
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Rennsport gestern... © ap
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
und Rennsport heute. © ap
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Teamwork in der Boxengasse. © ap
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Netter Fuhrpark! © Bodmer
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ferrari-Anhänger feiern einen Formel-1-Sieg. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Ferrari auf dem Familienparkplatz. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Alles glitzert und funkelt... © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ein Gefährt für Oldtimer-Fans. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Schon seit Generationen baut Ferrari schnelle Flitzer. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Roter Traum! © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Ferrari mit Klappdach. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Zur Abwechslung mal ein Ferrari in Silber. © dpa
Ferrari: Mythos auf vier Rädern
Das Firmenlogo. © ap

Möglicherweise wird noch in dieser Woche vor dem Großen Preis von Ungarn entschieden, wann sich die Scuderia verantworten muss. Die Rennkommissare hatten in Hockenheim eine relativ milde Strafe von 100 000 Dollar verhängt. Angesichts der Urteilsgepflogenheiten des World Council in vergleichbaren Fällen ist davon auszugehen, dass Ferrari wesentlich stärker büßen muss. Dies könnte eine erkleckliche Aufstockung des Betrags sein, aber auch Punktabzug ist denkbar. Im Extremfall kann die FIA Regelverstöße sogar mit WM-Ausschluss ahnden.

McLaren-Mercedes drohte beim sogenannten Spionage-Skandal 2007 ein Rauswurf. Mit der Rekordbuße von 100 Millionen Dollar und dem kompletten Punktabzug für das Team stießen die Verbands-Richter in völlig neue Straf-Dimensionen vor. Derart drastische Konsequenzen drohen den “Roten“ wohl nicht, auch wenn der Weltrat in seiner Entscheidung völlig frei ist. “Es gibt keinen festgelegten Strafenkatalog“, sagte die FIA-Sprecherin.

Die vier Rennkommissare von Hockenheim bezichtigten Ferrari eines Verstoßes gegen Paragraf 39.1 des Sportreglements und gegen Artikel 151c des Internationalen Sport-Kodex' der FIA. Danach ist Teamorder verboten. Auf Basis des als “Gummi-Paragraf“ gefürchteten Artikels 151c kann alles geahndet werden, was dem Ansehen des Motorsports schadet.

“Das ist doch nichts Neues von Ferrari“, sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Massa hatte Alonso vorbeigelassen. Das Team bestritt, dass es sich dabei um eine Stallorder gehandelt habe. Die ist seit 2002 verboten. Auslöser damals: Ferrari. Michael Schumacher profitierte beim Großen Preis von Österreich in Spielberg zweimal von der Anweisung des damaligen Teamchefs Jean Todt, der inzwischen FIA- Präsident ist, an Rubens Barrichello, den Titelkandidaten passieren zu lassen. Legendär ist dabei Todts Befehl via Boxenfunk 2001: “Let Michael pass for the Championship!“

Eine derart klare Anordnung gab es aufgrund des Stallorderverbotes am Sonntag nicht. Aber der Hinweis von Renningenieur Rob Smedley an seinen führenden Schützling Massa, Alonso sei schneller, war eindeutig genug. Demonstrativer als mit dem abrupten Abbremsen in der ominösen 49. Runde konnte der sich zurecht um den Sieg betrogen fühlende Brasilianer seinen Widerwillen und Widerstand nicht zeigen.

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali beteuerte: “Wir haben nichts gemacht. Wir haben Felipe keine Anweisung gegeben. Wir haben ihn nur über die Situation informiert.“ Aber jeder Formel-1-Interessierte weiß, dass dies nur die dem Verbot geschuldete Variante der Stallorder ist. Massa rang sich zwar auch ein “das war meine Entscheidung“ ab, aber seine versteinerte Miene sprach Bände.

Die Formel-1-Weltmeister der vergangenen 40 Jahre

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre. © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

“Der Triumph ist eindeutig, doch eindeutig ist auch der Befehl vonseiten des Rennstalls zum (un-)passenden Überholmanöver des Löwen Alonso gegen das Lamm Massa“, räumte selbst die italienische Zeitung “La Repubblica“ ein. “Libération“ aus Frankreich urteilte: “Wenn die Scuderia nicht von politischen Intrigen ins Wanken gebracht wird, schießt sie sich selbst eine Kugel ins Knie. Der zweite Doppelsieg der Saison ist von der kaum verschleierten illegalen Stallorder getrübt worden.“ Die spanische “El Mundo“ schrieb: “Fernando Alonso zieht das Unheil an wie ein Magnet.“

Erstaunlich: Viele Top-Piloten zeigten Verständnis für die erzwungene Vorfahrt. Sebastian Vettel würde sich so ein Verhalten seines Red-Bull-Stalls wohl auch wünschen. Die knallhart ausgetragene Zweikampf mit Mark Webber hat den WM-Kandidaten schon viele Punkte gekostet. Vettel bremste sich vor einem offenen Votum für Teamorder ein: “Ich will die Diskussion nicht weiter anheizen.“

Schumacher versucht erst gar nicht, als Moralapostel aufzutreten. “Ich kann es zu 100 Prozent nachvollziehen. Ich hatte in der Vergangenheit meine Mühe, Verständnis dafür aufzubringen, dass man sich von außen darüber pikiert hat“, sagte der Rekordchampion dem TV- Sender Sky. Schließlich profitierte er so viel wie kein anderer Fahrer von einer Bevorzugung. Weltmeister Jenson Button spottete: “Ich habe das Überholmanöver nicht gesehen, aber es muss toll gewesen sein.“

Letztendlich muss sich die FIA entscheiden, ob sie in der Milliarden schweren Königsklasse weiterhin für Moral und Fairness eintritt, die angesichts der wirtschaftlichen Interessen von der Realität längst außer Kraft gesetzt sind. Nur mit einem eindeutigen Strafenkatalog könnte der Dachverband hier klare Zeichen setzen.

dpa

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