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„Am Ende bin ich Risiko geritten“

Zweites Olympia-Gold: Schülerin Jessica von Bredow-Werndl schlägt Lehrerin Isabell Werth

Ihr zweites Olympia-Gold durfte Jessica von Bredow-Werndl schon feiern, als der letzte Ritt in Tokio noch gar nicht beendet war. Die 35 Jahre alte Dressurreiterin aus Tuntenhausen setzte sich einen Tag nach dem Sieg mit dem Team auch im Kür-Einzel mit ihrer Stute Dalera durch.

Von Michael Rossmann und Claas Hennig, dpa

Tokio - «Ich bin voll happy», kommentierte die Siegerin am Mittwoch. Die Freudentränen liefen schon, bevor die letzten beiden Starterinnen ritten. So überlegen war sie. «Ich hatte manchmal das Gefühl, ein bisschen einen Feuertanz zu reiten, auf des Messers Schneide», sagte die 35-Jährige. «Aber es ist sich alles ausgegangen.»

Am Ende bin ich Risiko geritten. Es waren keine grobe Schnitzer drin, aber viele Highlights.

Jessica von Bredow-Werndl

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Isabell Werth verpasste nicht nur den Sieg, sondern auch einen olympischen Rekord. Mit einer weiteren Gold-Medaille wäre die 52-Jährige aus Rheinberg im deutschen Medaillen-Ranking mit der Kanutin Birgit Fischer gleichgezogen, die achtmal Gold und viermal Silber in ihrer Olympia-Bilanz stehen hat und weiter alleine auf Platz eins vor Werth liegt. Team-Olympiasiegerin Dorothee Schneider aus Framersheim wurde 15.

Jessica von Bredow-Werndl strahlt übers ganze Gesicht: Beim Einzelwettbewerb in der Dressur bei Olympia in Tokio dominierte sie die Konkurrenz und holte Gold.

Erfolgsrezept: Olympia nicht zum Stressfaktor werden lassen

Strahlend war die Siegerin zuvor aus dem Viereck geritten. Sie tätschelte ihr Pferd, bedankte sich bei Dalera für die Leistung. Als zweite Reiterin in der Gruppe der besten sechs Paare setzte sie die Konkurrenz um Werth mit einem famosen Auftritt unter Druck. «Am Anfang hab ich ein bisschen taktiert», erklärte die 35-Jährige ihren Auftritt: «Am Ende bin ich Risiko geritten. Es waren keine grobe Schnitzer drin, aber viele Highlights.» 

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Die Aufgabe Olympia hatte Jessica von Bredow-Werndl versucht locker anzugehen. Im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen hatte sie im Vorfeld der Spiele über ihre Auftritte in Tokio gesagt: „Erstens versuche ich, möglichst viel aufzusaugen und zu genießen. Zweitens versuche ich, mir möglichst keinen Stress zu machen.“ Olympia sei bei den Sportlern so weit oben angesiedelt, dass das oft blockiere. „Im Endeffekt reite die gleichen Aufgaben, die ich wo anders auch reiten würde. Das ist die Kunst und da wünsche ich mir, dass ich bei mir bleibe.“

Und das blieb sie – bis zur zweiten Goldmedaille.

Jessica von Bredow-Werndl als Juniorin von Isabell Werth trainiert

Jessica von Bredow-Werndl hatte mit ihrer Stute erneut eine zauberhafte Leistung präsentiert und zeigte zur Musik des Films La-La-Land auch in der dritten Prüfung von Tokio die beste Leistung. Fehlerfrei tanzte das Paar einen Tag nach dem Sieg mit dem Team zum nächsten Gold. So dominierend waren die beiden, dass schon während des abschließenden Rittes von Dorothee Schneider klar war, dass das Gold sicher war.

Die nach ihrer Junioren-Zeit einige Jahre von Werth trainierte Reiterin begeisterte nach Grand Prix und Special auch in der Kür mit Musik. Die Anspannung war für sie aber deutlich größer als im Teamwettbewerb. Sie gab zu: «Heute ging es wirklich darum: Bin ich wirklich Erster?»

Werth plant schon für Olympia 2024 in Paris

Für die Rekordreiterin ist mit den Medaillen in Tokio noch lange nicht Schluss. «Ein paar Tage werden es noch», sagte Werth am Mittwoch. «Ich fühle mich noch jung. Wie lange der Weg im internationalen und olympischen Sport sein wird, werden wir in Ruhe abwarten und sehen.» Ihr mache es nach wie vor ungeheuren Spaß, «Pferde in den Sport hinein zu entwickeln, von einem jungen Pferd zu einem Spitzenpferd». Daheim im Stall in Rheinberg stehen mehrere Pferde, die das Potenzial haben, in drei Jahren bei den Spielen in Paris zu starten.

+++ Aus der Region nach Tokio: Hier lesen Sie mehr über unsere Starter bei Olympia. +++

Auch für von Bredow-Werndl ist das ein Ziel. «Ich fühle mich am Anfang meines Weges», sagte die Olympia-Debütantin. «Ich freue mich auf alles, was noch kommt.» Über Werth sagte sie: «Ich weiß nicht, wie lange ich dabei bleiben werde, aber die Erfolge von Isabell sind nicht mehr zu übertreffen.»

Bananen als Belohnung für die Goldmedaillen im Team

Am Tag vor den Ritten gegeneinander hatten Werth, von Bredow-Werndl und Schneider gemeinsam im Stall mit den Pflegerinnen das Team-Gold bei Sushi und Pizza gefeiert.

«Das war sehr feierlich, herzlich, intim und schön», sagte von Bredow-Wendl. Für die drei Pferde gab es zur Belohnung Bananen.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch / dpa

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