Vor Start in den Olympia-Winter

Zuversicht und Sorgen bei deutschen Rodlern

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Felix Loch gewann in der vergangenen Saison alle Titel, die es zu gewinnen gab.

München - Nach ihrem Traumwinter starten die deutschen Rodler um Überflieger Felix Loch an diesem Wochenende voller Zuversicht in die Olympia-Saison. Sorgen gibt es um Tatjana Hüfner.

Überflieger Felix Loch strahlt nur so vor Zuversicht. „Ich gehe an die Saison heran wie in all den Jahren zuvor. Und die Vorbereitung war diesmal sehr gut“, sagt der Rodel-Olympiasieger vor dem Startschuss in den Olympia-Winter am Wochenende im norwegischen Lillehammer voller Optimismus. Die Konkurrenz wird's nicht gerne hören: Immerhin hat der Berchtesgadener im vergangenen Winter mit dem vierten WM-Titel, dem erneuten Gewinn des Gesamt-Weltcups und dem EM-Sieg abgeräumt, was es abzuräumen gab.

Vor knapp vier Jahren fuhr der junge Berchtesgadener bei den Winterspielen in Vancouver erstmals zu Olympia-Gold, seitdem ist Loch selbst im starken deutschen Lager eine Klasse für sich. Sein größtes Plus neben all seinen Rodel-Fähigkeiten: Der 24-Jährige lässt sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen, in Lochs unglaublicher Lockerheit liegt der Schlüssel für seinen Siegeszug. „Das ist Wahnsinn, wie cool der Hund ist“, schwärmte Mentor Georg Hackl schon vor Jahren über die mentale Stärke seines erfolgreichen Nachfolgers.

Von Lochs Gelassenheit kann Olympiasiegerin Tatjana Hüfner vor dem Beginn des Weltcup-Winters nur träumen. Seit Wochen hat die Ausnahmeathletin wieder mit heftigen Rückenschmerzen zu kämpfen. „Ich bin irgendwie ausgerutscht und habe mich unglücklich abgefangen. Da hat es mir in den Rücken geschossen“, schilderte die 30-Jährige das Malheur. Ausgerechnet in den so wichtigen letzten Wochen vor dem Saisonstart musste Hüfner prompt eine längere Zwangspause einlegen.

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Bei der jüngsten Trainingswoche auf der Olympia-Bahn im russischen Sotschi war Hüfner zwar wieder an Bord, doch es lief noch nicht richtig rund bei der viermaligen Weltmeisterin. „Vielleicht fehlt mir nach meiner Verletzungspause auch einfach noch etwas Fahrpraxis“, sagte die Athletin aus Friedrichroda. Ihrem großen Ziel Olympia fiebert die Ausnahmefahrerin aber entgegen: „Dies ein drittes Mal zu erleben, wäre einfach nur geil, einfach nur cool.“

Wie ihr Weltmeister-Kollege Loch strotzt auch Natalie Geisenberger vor dem Saisonstart nur so vor Selbstvertrauen. Im vergangenen Winter konnte die Miesbacherin endlich aus dem Schatten Hüfners herausfahren und sich neben dem ersten WM-Titel auch den Gesamt-Weltcup sichern. „Die letzte Saison hat mir gezeigt, dass sich das Kämpfen lohnt“, sagt die 25-Jährige.

Und Geisenberger weiß um ihre Stärken. „Die Ergebnisse des Vorjahres kann ja jeder schwarz auf weiß lesen.“ In der Vorbereitung hat die Miesbacherin zwar an der ein oder anderen Stellschraube gedreht. Grundsätzlich gilt aber auch bei ihr: „Prinzipiell habe ich wenig Grund, grundlegend etwas zu ändern.“

Dies sehen auch die Doppelsitzer-Weltmeister Tobias Wendl und Tobias Arlt so. „Wir haben in der Vorbereitung alles genauso gemacht wie immer“, sagt Steuermann Wendl. „Aber vielleicht noch etwas motivierter.“ Kein Wunder: 2010 durfte der Bayern-Express bei Olympia nur zuschauen, nun soll es endlich klappen mit dem Medaillentraum. „Die Bahn liegt uns wirklich sehr“, betont Hintermann Arlt.

dpa

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