Löw mit 17-Mann-Notkader nach Asien

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Manager Oliver Bierhoff und Nationaltrainer Jogi Löw reisen mit nnur 17 Mann nach Asien.

Berlin - Wegen Verletzungen fallen Jogi Löw einige Spieler aus. Er reist nun mit einer Notbesetzung von 17 Mann zu den zwei Länderspielen nach Fernost.

In höchster Not verzichtet Joachim Löw auch nach dem 17. Ausfall überraschend auf eine Nachnominierung und will mit nur 17 Fußball-Nationalspielern auf die heikle Asien-Reise gehen. Immerhin bleibt dem Bundestrainer eine unangenehme Torwart- Entscheidung erspart. Robert Enke zeigt sich knallhart und will trotz einer tiefen und langen Platzwunde am Kopf bei den zwei umstrittenen Freundschafts-Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft am kommenden Freitag in Shanghai gegen China und am 2. Juni in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate unbedingt dabei sein.

Damit muss Löw auf der sensiblen Torwart-Position keine neue Baustelle aufmachen. “Mir war kurz schwarz vor Augen. Aber ich denke nicht, dass mich diese Verletzung darin hindern wird, zur Nationalmannschaft zu reisen“, erklärte der Hannoveraner Enke, der zum Bundesliga-Abschluss bei Arminia Bielefeld (2:2) vorzeitig vom Feld musste. Nach der sofortigen ärztlichen Versorgung - die 12 bis 13 Zentimeter lange Wunde wurde genäht und muss jetzt geschützt werden - gab der 31-jährige Enke dem Bundestrainer am Wochenende telefonisch Entwarnung.

Für den Hamburger Marcell Jansen, der wegen eines grippalen Infekts als letzter Akteur absagen musste, sieht Löw in seinem Not-Aufgebot dagegen genügend Alternativen. “Joachim Löw hat gesagt, er will nur Spieler nominieren, die Potenzial haben“, bemerkte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff am Wochenende zur Kader-Auswahl des Bundestrainers. Angesichts der Vereins-Verpflichtungen und Verletzungen von gleich 17 WM-Kandidaten von Kapitän Michael Ballack über Routinier Torsten Frings bis zu den beiden Torhütern Tim Wiese und René Adler beorderte Löw in U 21- Torwart Manuel Neuer (Schalke), Meisterspieler Christian Gentner (Wolfsburg), Cacau, Christian Träsch (beide Stuttgart) und Tobias Weis (Hoffenheim) gleich fünf Länderspiel-Neulinge mit zum Treffpunkt am Dienstagmittag in Frankfurt (Main).

Am frühen Abend geht der Flieger nach China. Auch Robert Huth vom FC Middlesbrough wird an Bord sein und darf nach drei Jahren Pause sein DFB-Comeback feiern. Angesichts des Mini-Kaders werden die zwei Spiele innerhalb von vier Tagen für die 17 Spieler nun noch einmal zu einem echten Härtetest. Denn eine Arbeitsteilung kann sich Löw in Shanghai und Dubai nicht leisten. Während bei den Verantwortlichen der Bundesliga- Clubs die Fernost-Reise angesichts der teilweise ausgelaugten Spieler mit viel Skepsis begleitet wird, wollen die Spieler gute Botschafter des deutschen Fußballs sein. “Zwei Länderspiele, eine Woche noch, dann können wir im Urlaub abschalten“, äußerte der 24 Jahre alte Münchner, der das DFB-Team als Akteur mit den meisten Länderspielen (65) nach Tradition des Verbandes als Kapitän anführen wird.

Nach dem Saisonabschluss in der Bundesliga werden einige Akteure wohl etwas müde vom Feiern ins Flugzeug nach Fernost steigen. “Wir treffen uns am Dienstag - und bis dahin sollte der ganze Alkohol raus sein“, meinte Stürmer Mario Gomez. Für den angeschlagenen Enke sind die zwei Länderspiele zum Saison-Abschluss eine große Chance, seine zuletzt schon ausgefüllte Rolle als Nummer 1 zu festigen. “Wer ihn kennt, weiß, dass er sich das nicht nehmen lässt“, meinte 96-Coach Dieter Hecking zum Ehrgeiz von Enke, der im Spiel gegen Bielefeld mit seinem Teamkollegen Mario Eggimann zusammengeprallt war und raus musste.

dpa

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