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Wolf: "Sie haben uns nur ausgelacht"

Die Arroganz der Eismeister im Olympic Oval von Richmond war während der Winterspiele das größte Ärgernis für die Olympia-Zweite Jenny Wolf.
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Die Arroganz der Eismeister im Olympic Oval von Richmond war während der Winterspiele das größte Ärgernis für die Olympia-Zweite Jenny Wolf.

Richmond - Die Arroganz der Eismeister im Olympic Oval von Richmond war während der Winterspiele das größte Ärgernis für die Olympia-Zweite Jenny Wolf.

“Tagelang haben wir uns über das wellige, unebene Eis beschwert. Aber bei den Eis-Meistern ist das abgeprallt. Sie haben uns nur ausgelacht“, sagte die schnellste Frau der Welt auf dem Eis in ihrer persönlichen Bilanz von Vancouver in einem Interview.

Die größten Ausrutscher bei Olympia

Die größten Ausrutscher bei Olympia

Die größten Pannen bei Olympia
Pech hatten die deutschen Curling-Herren gegen die Schweiz, als beim Wischen ein Besen einen Stein der Eidgenossen berührte. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
In so einem Fall darf der Gegner den Stein herausnehmen lassen. “Beim Wischen hat man einen Druck von 30 bis 50 Kilogramm auf dem Besen, da kann so etwas mal passieren“, meinte Skip Andreas Kapp. © Getty
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Nicht lustig fand der japanische Eiskunstläufer Nobunari Oda, dass ihm in seiner Charlie-Chaplin-Kür der Schnürsenkel riss. © Getty
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Der 22- Jährige lief hilfesuchend zum Preisgericht, um die dreiminütige Unterbrechung zu beantragen. © AP
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Mit dem notdürftig geflickten Schlittschuh durfte er die Kür beenden, erhielt aber für die unfreiwillige Pause von den Preisrichtern zwei Punkte abgezogen und landete auf Rang sieben. © AP
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Offizielle Begründung für die Strafe: Er hätte sich ja einen konditionellen Vorteil erschwindeln können. © dpa
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Ein Kalorien-Problem hatte der österreichische Bob-Pilot Wolfgang Stampfer, der wegen Überschreitung des Gewichtslimits seines Kufen- Fahrzeugs disqualifiziert wurde: Für den beim Aufwärmen verletzten Martin Lachkovics musste er den um 13 Kilogramm schwereren Jürgen Mayer einsetzen. © Getty
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Stampfer schlug vor Ärger gegen den Bob, nachdem die Waage nach dem ersten Lauf ein halbes Kilogramm zu viel angezeigt hatte. Wissend, dass es vom Gewicht knapp würde, hatte das Duo sogar auf Unterhosen und Socken verzichtet - es reichte dennoch nicht. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Schmerzhaft und kurios war der Ausfall von Marion Rolland in der Damen-Abfahrt. © Getty
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Die Französin fiel wenige Meter nach dem Start um und zog sich einen Kreuzbandriss zu. © Getty
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Nerven kostete Pascal Bodmer bei seinem Olympia-Debüt ein Problem mit seinem Sprunganzug. © Getty
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Kurz vor seinem ersten Sprung war dem 19- Jährigen der Zipper seines Reißverschlusses abgerissen und der Anzug komplett offen. © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
“Ich mache 500 Sprünge im Jahr und nie passiert so was. Sein olympisches Debüt stellt man sich natürlich anders vor“, meinte Bodmer, dessen Verschluss mit einem Stück Draht repariert wurde. Doch die Konzentration bei Bodmer war weg: Er flog nur auf Rang 31. © Getty
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Tragik und Triumph erlebte Petra Majdic aus Slowenien. Majdic (rechts) stürzte beim Warmlaufen zum Sprint eine Böschung hinab, zog sich vier Rippenbrüche und einen Lungenfellriss zu. © Getty
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Sie startete trotzdem, holte Bronze - und bekam obendrauf noch den goldenen Staatsorden ihres Landes. © Getty
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“Sie hat gezeigt, welcher Kampfgeist und Stehvermögen möglich und notwendig sind, um ein Sportziel zu erreichen“, sagte Staatspräsident Danilo Türk. © Getty
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Pech hatte Evi Sachenbacher-Stehle in der Doppelverfolgung: Eine abgefallene Startnummer einer Konkurrentin klebte unter ihrem Ski, kostete Sekunden und die Top-Ten-Platzierung. © Getty
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Dafür lief es für sie im Teamsprint mehr als glatt: Gold gab es mit Claudia Nystad (links)! © Getty
Die größten Pannen bei Olympia
Mit Navi wäre das nicht passiert: Der Weißrusse Leanid Karneyenka hat im Halbfinale des Langlauf-Massensprints geführt, als ihm ein folgenschwerer Fehler unterlief. © Getty
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Im ersten Halbfinallauf fuhr Karneyenka in das Stadion ein. Die Zuschauer jubelten ihm zu. Und dann das: Der Weißrusse bog auf der Zieleinfahrt falsch ab. © Getty
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Sein Missgeschick merkte er erst nach einigen Metern, als seine Konkurrenz rechts neben ihm überholte. Weil der Weg zurück in die richtige Spur zu weit war, um wieder aufzuschließen, ließ sich Karneyenka enttäuscht in den Schnee fallen. © Getty
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Mit Humor trug der deutsche Rodler David Möller ein Missgeschick nach dem Gewinn von Olympia-Silber. Der 28-Jährige hatte nach der Siegerehrung auf Wunsch von Fotografen in sein Edelmetall gebissen und sich dabei eine Ecke aus einem oberen Schneidezahn gebrochen. © dpa
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“Die Ecke ist mir zu Hause schon immer mal weggebrochen“, sagte Möller. “Nichts Dramatisches. Aber es ist lästig, wenn man sich nicht traut, so zu lächeln, wie man das eigentlich sollte.“ © dpa
Die größten Pannen bei Olympia
Andrea Henkel war sich als Schlussläuferin in der deutschen Biathlonstaffel ihrer Sache plötzlich nicht mehr ganz sicher. © dpa
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Auf offener Strecke drehte sie sich um und fragte nach, ob sie noch auf dem richtigen Weg sei. War sie übrigens - auf dem richtigen Weg zu Bronze. © dpa
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“Sven the Man“ Kramer hat im olympischen 10000-Meter-Rennen durch einen peinlichen Wechsel-Fehler nicht nur sein zweites Olympia-Gold, sondern auch seine guten Manieren verloren. © ap
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“Verdammt noch mal, was für ein A...loch. Er weist mich in die falsche Kurve. Alles Sch.... Jeder kann mal einen Fehler machen, aber das ist ein sehr teurer“, polterte der muskelbepackte Eis-Millionär und ließ kein gutes Haar an seinem Trainer Gerard Kemkers (rechts). © ap
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Dieser hatte ihn mit einem falschen Wink in der 17. Runde den Weg in die Innenbahn gewiesen und die bittere Disqualifikation maßgeblich mitverursacht. © ap
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Ziemlich peinlich war beim Eisschnelllauf der Ausfall von drei Eis-Maschinen im 500-m-Rennen der Herren, der fast zum Abbruch des Wettkampf-Abends geführt hätte. © dpa
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Die Pannen nahmen ihre Fortsetzung im 1000-m-Rennen, in dem dem Starter die Pistole versagte und der Russe Lebedjew fast 300 Meter um das Eis drehte. © dpa
Die größten Pannen bei Olympia
Erst dann bekam er mit, dass das Rennen eigentlich zurückgeschossen werden sollte. © dpa

Geärgert habe sie vor allem, “dass wir als Athleten mit unseren Sorgen nicht ernst genommen wurden“. Obwohl sich Teamchef Helge Jasch sogar offiziell bei den Eismeistern beklagte, habe man das ignoriert. “Danach ist im Rennen über 500 Meter der Herren die Situation mit den Eismaschinen eskaliert.“

Insgesamt bleiben für die dreimalige Eisschnelllauf-Weltmeisterin über 500 Meter die Spiele trotz ihrer um 4/100 Sekunden verpassten Goldmedaille in guter Erinnerung. “Ich kann aus Vancouver schon eine positive Bilanz mitnehmen, wenn ich sehe, wie es anderen Sportlern geht. Aber das seit zwei Jahren bestehende Ziel habe ich eben nicht erreicht. Da kann ich nicht so schnell einen Haken dran machen.“

Das Olympische Dorf mitten in der Stadt und die Freundlichkeit der Menschen, haben sie begeistert. “Alle waren super nett. Meine Laune war gleich viel besser, wenn ich mit einem Lächeln begrüßt wurde“, schilderte die 31-jährige Hauptstädterin, die nun einen “Hammer- Weltrekord“ von 36,80 Sekunden als neue Motivation anstrebt. Bisher steht ihre Bestmarke bei 37,00 Sekunden.

Mit dem Abstand von gut einer Woche zum Rennen relativiert Jenny Wolf die Äußerungen bezüglich eines neuen Angriffs auf Olympia-Gold in vier Jahren. “Vom Alter her wäre das kein Problem. Aber vor Sotschi würde ich wahrscheinlich alles genauso machen. Und daher bin ich nicht sicher, dass ich den Olympiasieg dann wirklich erreichen kann.“

Grund sei nicht in erster Linie die Quälerei im harten Training, sondern eine Kopf-Sache. “Die Frage ist, ob ich mental so gut vorbereitet sein kann, dass es zum Sieg reicht. Ich bin eben eine, die viel an sich zweifelt.“

Für die kommende Saison plant die Super-Sprinterin, die in Richmond der überraschend starken Südkoreanerin Lee Sang-Hwa den Vortritt lassen musste, nun eine radikale Veränderung ihrer Trainings-Abläufe und Renn-Strukturen. “Ich habe seit zehn Jahren keinen Wettkampf ausgelassen. Jetzt muss ich sehen, dass sich mein Körper erholt“, kündigte sie längere Pausen an und gab zu: “Irgendwie hat man das Gefühl, dass man etwas verpasst, wenn man alles Persönliche so weit hinten anstellt.“

Für den kommenden Sommer ist die Hochzeit geplant. Ihren Verlobten Oliver Lotze hatte sie vor Olympia nur eine Woche gesehen, weil dieser als Offizier der Bundeswehr vom September 2009 bis Ende Januar 2010 im Kosovo-Einsatz weilte. “Noch ist unklar, wie groß wir die Hochzeit feiern. Wenn das alles riesig wird, müssen wir das länger vorbereiten. Vielleicht gehen wir aber auch nur einfach auf das Standesamt. Alles ist offen.“

dpa

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