Kohlschreiber im Achtelfinale, Görges raus

Beste Wimbledon-Bilanz seit 17 Jahren

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Philipp Kohlschreiber hat das Achtelfinale von Wimbledon erreicht.

London - Philipp Kohlschreiber hat den Rafael-Nadal-Bezwinger Lukas Rosol entzaubert und steht zum ersten Mal im Wimbledon-Achtelfinale. Für das deutsche Tennis ist es ein Feiertag.

Gemeinsam mit Florian Mayer, Angelique Kerber und Sabine Lisicki sorgt der 28-Jährige damit für die beste deutsche Bilanz im All England Club von Wimbledon seit den glorreichen Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf. Zum letzten Mal standen 1995 vier deutsche Spieler in der zweiten Woche von Wimbledon.


Kohlschreiber hatte gegen Überraschungsmann Rosol, der bei seinem ersten Wimbledonauftritt den zweimaligen Champion Rafael Nadal (Spanien) in der zweiten Runde ausgeschaltet hatte, beim 6:2, 6:3, 7:6 (8:6) überhaupt keine Probleme. „Die ersten beiden Sätze waren perfekt“, sagte Kohlschreiber, der im gesamten Match nicht einen Breakball zugelassen hatte: „Ich habe mich super bewegt, die Bälle flach gehalten und ihn damit zum Nachdenken gebracht.“

Der Augsburger returnierte gegen den 1,96 Meter großen Tschechen herausragend und nahm dem Weltranglisten-100. in den ersten beiden Sätzen jeweils zweimal den Aufschlag ab. Im zweiten Durchgang war Kohlschreiber derart überlegen, dass Rosol beim zweiten Aufschlag nicht einen Punkt machte.


Der 26-Jährige bestätigte mit seinem schwachen Auftritt, der nicht einmal annähernd an den Aufschlag- und Vorhand-Hagel aus dem Match gegen Nadal erinnerte, seine eigene Einschätzung: „Manchmal wache ich auf und weiß, dass ich Jeden schlagen kann. An manchen Tagen kann ich aber auch gegen Spieler jenseits der Top 500 verlieren.“

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Seien Sie froh, dass diese Fotostrecke keinen Ton hat - aber dafür ganz viel Foto: So stöhn ist das Damentennis! © Getty
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Hier sehen Sie die Queen des lauten Schreis: Maria Scharapowa. © Getty
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Die schöne Russin bringt es auf unfassbare 101 Dezibel. Das entspricht einer lauten Motorsäge und liegt knapp unter der Schmerzgrenze - für manche ihrer Gegnerinnen auch deutlich darüber. © Getty
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Bei so viel Geschrei geraten die spielerischen Fähigkeiten Scharapowas fast in den Hintergrund. © Getty
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Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Spielerin, die grunzt, schreit oder stöhnt. © Getty
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Dinara Safina, die Schwester von Marat Safin, unterstrich ihre Schläge oft mit einem Ä-Ton. © Getty
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Ääääääääh! © Getty
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Auch Elena Dementieva gab gern Laute von sich, die vor allem männliche Fans grübeln ließen © Getty
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Obacht, gleich kommt's! © Getty
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Die Sache mit dem Stöhnen hat übrigens nicht zwangsläufig etwas mit Extrakraft zu tun. © Getty
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Denn auch bei wahren Kraftpaketen wie den Williams-Schwestern, hier Venus, geht es lautstark zur Sache © Getty
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Serena steht ihrer Schwester auch da in nichts nach. © Getty
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Duelle unter den Schwestern sind ein wahrer Ohrenschmaus. © Getty
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Andrea Petkovic (l.) kann nicht nur gut tanzen, nein, ...  © Getty
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... vor ihren Siegen gibt sie lautstark alles! © Getty
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Auch Victoria Azarenka konnte glatt als Sirene durchgehen. © Getty
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Das hier war allerdings ein Jubelschrei. © Getty
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Michelle Larcher de Brito schlug sie alle! Zwar nicht im Tennis, sondern im Schreien. © Getty
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Mit 109 Dezibel war sie die lauteste Spielerin von allen. © Getty
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Und wer hat's erfunden? Hier sehen Sie die Mutter des Stöhnens, Monica Seles. © Getty
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Schon in ihren Duellen mit Steffi Graf ging sie deutschen Zuschauern damals gehörig auf den Zeiger. © Getty
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Kommen wir zu den tieferen Tonlagen. © Getty
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Und jetzt kommen wir zu den ganz tiefen Tönen. Denn wer denkt, dass nur Frauen stöhnen, liegt falsch. © Getty
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Die weltbesten Männer tun's auch, zum Beispiel Novak Djokovic. © Getty
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Oder Rafael Nadal, der seine Schläge ebenfalls akustisch untermalt © Getty
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Genau so! Roger Federer ist übrigens mucksmäuschenstill. © Getty
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... und Andre Agassi.  © Getty
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Bei ihm beschwerten sich die Gegner Ende der 80er-Jahre als Erstes, aber noch immer gibt es keine Lautstärkeregeln. Und so bleibt das Gestöhne ein Teil des Tennis! Nur auf den Tribünen gilt weiterhin: Quiet, please! © Getty

Oder gegen einen Philipp Kohlschreiber, der auf dem Weg ist, das beste Grand-Slam-Resultat seiner Laufbahn zu erzielen. Beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen hatte er mit dem Sieg über Nadal bereits angedeutet, wie wohl er sich in diesem Jahr auf Rasen fühlt. Der Fünfsatz-Krimi gegen Tommy Haas zum Wimbledon-Auftakt gab ihm den nötigen Rückenwind. Nun wartet im Qualifikanten Brian Baker (USA), der seine Wimbledon-Premiere gibt, eine weitere lösbare Aufgabe.

„Er ist auf jeden Fall gefährlich, weil ich nicht weiß, was kommt. Alles, was ich weiß ist, dass er ein großartiger Junior war“, sagte Kohlschreiber: „Die Chancen sind ausgeglichen, es wartet ja nicht Roger Federer. Das Viertelfinale wäre unmenschlich geil.“

Julia Görges muss ihren Schläger in Wimbledon einpacken

Ausgeschieden ist dagegen Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 22). Die 23-Jährige unterlag in der dritten Runde der ehemaligen Weltranglistenersten Ana Ivanovic (Serbien/Nr. 14) 6:3, 3:6, 4:6 und verpasste zum sechsten Mal bei den vergangenen sieben Grand-Slam-Turnieren den Einzug ins Achtelfinale knapp. Nur bei den Australian Open hatte sie die Runde der besten 16 erreicht.

„Es war ein ganz gutes Match, am Ende aber ein bisschen unglücklich für mich“, sagte Görges: „Nur zwei, drei Kleinigkeiten haben über den Sieg entschieden. Zum Schluss hat sie einfach besser serviert. Da hatte ich keine gute Quote mehr.“

Das verbliebene deutsche Quartett hat dagegen gute Chancen, weiter für positive Schlagzeilen im All England Club zu sorgen. Die „Championships“ sind auch nach der „Becker-Graf-Ära“ immer das Wohlfühlturnier der Deutschen gewesen. Hier stand Florian Mayer bereits 2004 bei seinem ersten Auftritt im Viertelfinale, Sabine Lisicki unterlag im Vorjahr erst im Halbfinale. Angelique Kerber ist wie Kohlschreiber ein Neuling im Kreis der weltweit besten Rasenspieler.

Am Montag spielen Kerber, Nummer acht der Welt, gegen Kim Clijsters (Belgien) und Mayer, Nummer 31 der Setzliste, gegen Richard Gasquet (Frankreich/Nr. 18) um den Einzug ins Viertelfinale. Lisicki trifft ebenfalls nach dem tradtionell spielfreien Sonntag in der Neuauflage des Halbfinals aus dem vergangenen Jahr auf die Nummer eins der Weltrangliste und Top-Favoritin Maria Scharapowa (Russland).

Übrigens: Vor 17 Jahren standen Boris Becker, Alexander Mronz, Steffi Graf und Anke Huber im Achtelfinale. Becker erreichte später das Finale, Graf gewann den Titel.

SID

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