Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

+++ Eilmeldung +++

Nach Rückzug von Ex-Kanzler Kurz

Polit-Beben in Österreich hält an: Kanzler Schallenberg tritt zurück sobald Nachfolger feststeht

Polit-Beben in Österreich hält an: Kanzler Schallenberg tritt zurück sobald Nachfolger feststeht

Neuer Kodex, neuer Präsident

WADA vor neuer Ära im Anti-Doping-Kampf

+
Anführen soll die Anti-Doping-Kämpfer künftig der Schotte Craig Reedie.

Johannesburg - Auf der dritten Welt-Anti-Doping-Konferenz wird ein neuer WADA-Code verabschiedet, der die Erhöhung der Sperre für Doping-Erstvergehen von zwei auf vier Jahre vorsieht. Das ist aber nciht die einzige Neuerung.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) will eine neue Ära im Kampf gegen Sportbetrüger einleiten. Auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz von Dienstag bis Freitag in Johannesburg soll dazu ein neuer WADA-Code verabschiedet werden. „Die Regeln sind besser geworden und deshalb erwarte ich, dass der Kampf gegen Doping in der Praxis besser wird“, sagte WADA-Generaldirektor David Howman in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Anführen soll die Anti-Doping-Kämpfer künftig der Schotte Craig Reedie, der John Fahey als WADA-Präsident ablöst. Der 72-jährige Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gehört seit vielen Jahren dem WADA-Board an und ist bei der Wahl in Südafrika einziger Kandidat. „Wenn man einen neuen Präsidenten bekommt, erwartet man neue Ideen“, sagte Howman. „Ich denke, er ist bereit für den Job.“

Die einschneidendste Änderung im neuen WADA-Code ist die Verschärfung der Sperre für Doping-Erstvergehen von zwei auf vier Jahre. Davon erhofft man sich auch einen Abschreckungseffekt für Doper. „Man kann sicher nicht sagen, dass Mörder sich von hohen Strafen vom Morden abhalten lassen“, meinte Howman. „Dennoch muss man einen Weg finden, Doper längere Zeit vom Wettbewerb fernzuhalten.“

Zweifel in Deutschland an Vier-Jahres-Sperren

Die deutsche Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hat sich eingedenk des Falles der Sprinterin Katrin Krabbe gegen diese Strafverschärfung ausgesprochen. „Wir sehen die Vier-Jahres-Sperre sehr kritisch und haben uns dagegen ausgesprochen“, berichtete NADA-Vorstand Lars Mortsiefer. Die frühere Doppel-Weltmeisterin wurde Anfang der 90er Jahre für drei Jahre gesperrt, wogegen sie mit Erfolg vor Gericht klagte und sogar Schadensersatz zugesprochen bekam.

„Wir haben mit dem Fall Krabbe ein Urteil eines Oberlandesgerichts, das sagt, eine solche Sperre kann ein Berufsverbot darstellen. Das können wir nicht ausblenden“, so Mortsiefer. Die juristischen Vorbehalte der Deutschen teilte die Mehrheit der WADA-Mitglieder nicht. Auch Howman fürchtet nicht, dass Sportler mit einer Klage gegen die Vier-Jahres-Sperre wie einst Krabbe Erfolg haben würden: „Ich glaube das nicht. Wir haben gute Argumente für eine Antwort vor Gericht.“

Neben dem vierjährigen Bann sind noch weitere wesentliche Änderungen im 94 Seiten starken neuen WADA-Code 4.0 enthalten, der am 1. Januar 2015 in Kraft treten soll - rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Dazu gehört die Ausdehnung der Verjährungsfrist für Doping-Vergehen von acht auf zehn Jahre, um eingefrorene Proben noch länger nachträglich mit neuen Testverfahren analysieren zu können. Eingeführt wurden auch Regeln, mit denen Betreuer, Trainer oder Masseure eines Athleten, wenn sie etwas mit Doping-Vergehen zu tun haben, einfacher bestraft werden können.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Sprinter Dennis Mitchell nutzte seinen positiven Dopingbefund, um sich als Sexprotz zu outen. Das viele Testosteron komme von einer wilden Partynacht, in der er seine Frau verwöhnt habe. „Fünf Flaschen Bier und mindestens vier Mal Sex mit seiner Frau. Es war ihr Geburtstag. Die Lady hatte es verdient“, so lautete sein Statement. © Getty
Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Adrian Mutu: Der rumänische Fußballspieler sagte 2004 nach einer positiven Dopingprobe, er habe lediglich ein Mittel zur “Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit“ genommen. Zuvor hatte er zugegeben, Kokain genommen zu haben, dieses Geständnis wenige Tage später jedoch widerrufen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Johann Mühlegg soll eine Spezial-Diät gemacht haben, wegen der in seinem Kreislauf eine EPO-ähnliche Substanz nachgewiesen wurde... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Auf den Hund gekommen: Frank Vandenbroucke behauptete, als bei ihm Anabolika und EPO sichergestellt wurden, die Mittel seien für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Justin Gatlin gab einem Masseur die Schuld. Der soll ihn nämlich mit einer testosteronhaltigen Salbe bearbeitet haben. Es soll sich sogar um eine fiese Retourkutsche des Profikneters gehandelt haben, meint Gatlin. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Christian Henn, ehemals Radprofi, wollte eigentlich nur der eigenen Libido auf die Sprünge helfen. Ein Spezialtee wurde ihm zum Verhängnis. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Martina Hingis, die Schweizer Version von Zahnpasta-Dieter Baumann: Jemand soll ihr Koks in den Fruchtsaft gemischt haben. Sieht ja auch aus wie Süßstoff... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Radprofi Rolf Aldag gibt dem System die Schuld. Ohne EPO-Missbrauch hätte er im T-Mobile-Team keinen neuen Vertrag bekommen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

Festgeschrieben ist zudem, dass die WADA mehr über die Effizienz der Doping-Kontrollen wacht und intelligente Testprogramme für die Sportarten einfordern kann. „Man wird abwarten müssen, wie weit die Prüfmöglichkeit der WADA gehen wird“, sagte Mortsiefer. „Und dann muss man schauen, ob die WADA sagt, macht mehr Bluttests oder rückt bestimmte Sportarten in den Fokus.“

Abstand genommen hat die WADA auf Betreiben der deutschen NADA von der Idee, die B-Probe abzuschaffen. „Dagegen haben wir uns erfolgreich gewehrt, da es ein wesentliches Athletenrecht ist, das unter Kostengesichtspunkten nicht ausgeschlossen werden darf“, argumentierte Mortsiefer.

Rund 4000 Vorschläge sind für die zweite Revision des WADA-Codes, der seit 2003 zur Harmonisierung des weltweiten Anti-Doping-Kampfes beiträgt, geprüft, eingearbeitet oder verworfen worden. „Es ist ein Regelwerk, das den sauberen Athleten schützt“, sagte Mortsiefer. Der Jurist beklagt aber zugleich die „immer stärkere Verrechtlichung“ des Welt-Kodex. „Das war eigentlich nicht die Intention. Man wollte eine klare Linie, eine klare Aussage und eine klare Umsetzung. Diese klare Message muss da sein.“

dpa

Kommentare