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Djokovic reicht Serben nicht

Tschechien gewinnt erneut den Davis Cup

davis cup
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Er gab alles und doch half es am ende nichts: Novak Djokovic.

Belgrad - Trotz eines grandios aufspielenden Novak Djokovic hat Serbien im Finale des Davis Cups eine bittere Niederlage gegen Tschechien kassiert.

Die verloren vor heimischem Publikum 2:3. Nachdem Djokovic mit seinem zweiten Einzelsieg in Belgrad am Sonntag noch einmal für Hoffnung unter seinen Landsleuten gesorgt hatte, machte der fast 35 Jahre alte Radek Stepanek den insgesamt dritten tschechischen Sieg bei der 102. Auflage des Traditions-Wettbewerb perfekt.

„Das ist unbeschreiblich, der Titel bedeutet die Welt für uns“, sagte Stepanek: „Die Trophäe erfolgreich verteidigt zu haben, bedeutet alles für uns und unser Land. 32 Jahre mussten wir auf unseren zweiten Erfolg warten, und jetzt sind wir eines von nur fünf Ländern, die ihren Sieg wiederholen konnten.“

Stepanek, in den Landesfarben gekleidet und mit einem riesigen tschechischen Wappen auf dem Shirt, spielte im Belgrader Hexenkessel vor fast 20. 000 fanatischen Schlachtenbummlern seine ganze Routine aus und verwandelte nach 1:52 Stunden seinen ersten Matchball zum 6:3, 6:1, 6:1 gegen Serbiens „Notnagel“ Dusan Lajovic. Schon im Vorjahr war Stepanek zum Volkshelden geworden, als er im Finale gegen Spanien das entscheidende Schluss-Einzel gewann. Als erster Spieler in der 113-jährigen Geschichte des Wettbewerbs hat Stepanek in zwei Finals in Folge das entscheidende Match gewonnen.

Topstar Djokovic zitterte in der serbischen Box mit, schrie, bangte, peitschte die Fans an. Zuvor hatte der Weltranglistenzweite mit seinem 6:4, 7:6 (7:5), 6:2 gegen den tschechischen Topmann Tomas Berdych sein Team im Rennen gehalten. „Das war ein sehr emotionaler Sieg. Auf uns beiden hat viel Druck gelastet“, sagte Djokovic.

Am einmal mehr im Davis Cup glänzenden „Nole“, der sechs Tage nach seinem Sieg beim ATP-Finale gegen Rafael Nadal am Ende einer ebenso kräfteraubenden wie erfolgreichen Saison nicht den Hauch von Erschöpfung zeigte, lag es freilich nicht, dass Serbien in seinem zweiten Davis-Cup-Endspiel die erste Niederlage kassierte.

Vielmehr fehlte es den Serben im Finale hinter dem Topstar schlichtweg an Weltklasse: Weil Viktor Troicki eine Doping-Sperre absitzt und Janko Tipsarevic eine Katastrophen-Saison wegen chronischer Formschwäche und einer Hüftverletzung vorzeitig beendet hatte, musste Lajovic, die Nummer 117 der Welt, in die Bresche springen. Die Fans in Belgrad wollten den 23-Jährigen zum Sieg schreien - die Aufgabe war aber wie am Freitag gegen Berdych eine Nummer zu groß.

„Bitte bleibt und helft Dusan, uns eine neue Trophäe zu besorgen. Nichts ist unmöglich, er ist ein großartiger Fighter“, bat Djokovic per Hallen-Mikro vor dem entscheidenden Duell. Doch Stepanek erwies sich als Stimmungskiller, spulte sein Pensum eiskalt ab.

Die bedingungslose Liebe von Djokovic zu seinem Vaterland wurde damit erneut nicht belohnt. 2011 war der „Djoker“ kurz nach seinem US-Open-Sieg völlig entkräftet zum Halbfinale gegen Argentinien angetreten und hatte sich am Rücken verletzt. In Tränen aufgelöst verließ er damals die Halle. 2012 verzichtete Djokovic gänzlich auf den Mannschafts-Wettbewerb, 2013 kehrte er zurück - und gab in sieben Einzeln nur einen Satz ab.

Die Tschechen indes zeigten, was mit einem Weltklasse- (Berdych) und einem Durchschnittsprofi (Stepanek) sowie großem Teamgeist im Davis Cup alles möglich ist. Gerade im Doppel wuchs das Duo am Samstag beim glatten 6:2, 6:4, 7:6 (7:4) gegen die höher eingeschätzten Serben Ilija Bozoljac und Nenad Zimonjic über sich hinaus.

SID

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