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Trotz Sklaven-Vorwürfe

Sportwelt hält Katar die Treue

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In Katar wird aufgrund verschiedener sportlicher Großereignisse fast überall gebaut

Frankfurt - Katar steht aufgrund der umstrittenen WM-Vergabe und den damit zusammenhängenden skandalösen Arbeitsbedingungen am Pranger. Trotzdem rückt die Sportwelt vom Wüstenstaat nicht ab.

Trotz aller Empörung hat die Glitzerwelt im Golfstaat Katar für den Sport nicht an Faszination verloren - moralische Bedenken hin oder her. Ungeachtet der neuen Berichte über unwürdige Bedingungen auf den Baustellen im Emirat muss der Gastgeber der Fußball-WM 2022 keine negativen Auswirkungen befürchten. Zwar äußerten sich erste Sportler und Funktionäre erschrocken über die Ausmaße der Ausbeutung zumeist ausländischen Gastarbeiter. Startverzichte oder gar Absagen von Veranstaltungen wird es ungeachtet der zuletzt von Amnesty International dokumentierten Menschenrechtsverletzungen aber nicht geben. Dafür lockt Katar weiter mit zu viel Geld.

Erste Kratzer am Image des Wüstenstaates sind dennoch nicht zu übersehen. „Da muss etwas geändert werden, das ist nicht in Ordnung“, sagte Springreiter Christian Ahlmann zu den Berichten. Die besten Springreiter der Welt sind bereits an diesem Wochenende wieder in Katar am Start. Das Finale der Global Champions Tour steht an, insgesamt 1,75 Millionen Euro werden ausgeschüttet. Wie fast alle Sportler werden die Springreiter mit den Problemen aber kaum konfrontiert. „Was man dort sieht, sind viele große Baustellen“, berichtete Ahlmann: „Was dort wirklich abgeht, das bekommt man natürlich nicht mit.“

Reitturniere, Tennis-Events, Motorrad-Grand-Prix, Rad-Rundfahrten - Jahr für Jahr finden in Katar zahlreiche Sportveranstaltungen statt. 2014 ermitteln die Schwimmer ihre Kurzbahn-Weltmeister in Doha, ein Jahr später findet die Handball-WM der Männer dort statt. Für 2016 wurde die Straßenrad-WM an Katar vergeben. Zudem bereiten sich die Fußball-Bundesligisten Bayern München und FC Schalke 04 Jahr für Jahr im Januar unter der katarischen Sonne auf die Rückrunde fort.

Daran wird sich ungeachtet der alarmierenden Berichte über die Ausbeutung von Migranten-Arbeitern nichts ändern. Es gebe regelmäßige Inspektionsbesuche in Katar, das dortige Organisationskomitee erfülle alle Anforderungen, teilte der Welthandball-Verband auf dpa-Anfrage mit.

Doch es gibt auch Stimmen, die sich kritisch mit den Zuständen in Katar auseinandersetzen. „Ich glaube, dass Veranstalter von Sportevents es zur Bedingung machen müssen, dass die Arbeiten an Sportstätten unter menschenwürdigen Bedingungen stattfinden“, sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. „In einer globalen Welt ist es geboten, den Finger auf unmenschliche Arbeitsbedingungen zu richten. Besonders, wenn es um Bauten geht, bei denen der Sport betroffen ist.“

Silvia Schenk hatte als Sportbeauftragte der Antikorruptions-Organisation Transparency international am Montag ebenfalls gefordert, dass „Menschenrechtsfragen und Anti-Korruption“, bei der Vergabe von sportlichen Großereignissen eine größere Rolle spielen müssten.

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Rainer Goldrian, Geschäftsführer PGA Germany, sprach mit Blick auf die Zustände zwar von einem „Riesenskandal“. Allerdings seien die Vorfälle nicht neu. „Die Blasphemie ist enorm. Man hätte vorher nur hinschauen müssen“, sagte Goldrian der dpa. Der Fußball habe jedoch eine Macht, um eine Diskussion loszutreten. Eigene Konsequenzen wollen die Golfer nicht ziehen. „Die Profi-Touren im Golf finden auf etablierten, längst erbauten Anlagen in der Welt statt. Da stellt sich die Problematik nicht“, sagte Alexander Klose, Vorstandsmitglied im Deutschen Golf-Verband.

dpa

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