Kahn: "Zum FC Bayern sage ich lieber nichts"

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Oliver Kahn ist beim 28. Sportpresseball in der Alten Oper in Frankfurt als „Legende des Sports“ geehrt worden.

Frankfurt/Main - Der heikelsten Frage des Abends wich Oliver Kahn aus: “Zum FC Bayern sage ich lieber nichts“, sagte er am Samstagabend auf dem Sportpresseball.

Sein alter Verein hatte am Wochenende gegen Schalke nur unentschieden gespielt. “Was ich auch dazu sage, es würde gegen mich verwendet werden“, scherzte Kahn, der in Frankfurt am Main als “Legende des Sports“ ausgezeichnet wurde. Diese Ehre wurde bislang nur Boris Becker und Handballtrainer Heiner Brand zuteil. Er habe gehört, dass Legenden früh sterben würden, witzelte Kahn, der mit seinem Vater gekommen war. Er hoffe, dass er verschont bleibe. Tatsächlich sei die Auszeichnung eine große Ehre für ihn und “sehr, sehr schön“.

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Ex-Fußballmanager Reiner Calmund kommentierte die Ehrung Kahns mit den Worten, der frühere Torhüter sei schon längst eine sportliche Legende. Rund 2.500 Gäste kamen zum Sportpresseball in die Alte Oper. Die Veranstaltung fand zum 28. Mal statt. Schirmherr war wie in den vergangenen Jahren auch Franz-Josef Jung. Der frischgebackene Bundesarbeitsminister kam mit Ehefrau Beate, die ein Kleid in der Modefarbe des Abends, nämlich schwarz, trug. Er halte sich privat mit ein bisschen Laufen fit, berichtete der CDU-Politiker. Und außerdem spiele er Fußball, zum Beispiel bei Benefiz-Spielen des FC Bundestag. “Und das geht noch ganz gut“.

Motto: „Zeitreise Deutschland“

Auch Kahn baut “etwas Laufen“ regelmäßig in seinen Terminplan ein, wie er sagte, zum Beispiel am Samstagnachmittag am Frankfurter Mainufer. Aber er fühle sich inzwischen sehr wohl auch ohne Hochleistungsanstrengungen. Die Frage nach seinem Privatleben kommentierte der 40-Jährige, der von seiner Frau Simone getrennt ist, mit den Worten “Alles bestens“.

Der festliche Abend, dessen Erlös der Bundesliga-Stiftung zugute kam, stand angesichts des 20. Jahrestags des Mauerfalls unter dem Motto “Zeitreise Deutschland“. Moderator Jörg Wontorra bat dazu mehrere Sportler aus Ost und West auf die Bühne, zum Beispiel Fußballtrainer Jörg Berger, Ex-Dressur-Reiterin Ann-Kathrin Linsenhoff, den früheren Schwimmer Roland Matthes oder Jürgen Sparwasser, der beim Spiel BRD-DDR der Fußball-WM 1974 das Siegtor für die DDR machte.

Die besten Fußballer der Geschichte

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Als bei seiner Vorstellung einzelne Ballgäste pfiffen, sagte Wontorra: “Wenn Sparwasser nicht das Tor für die DDR geschossen hätte, wären wir nie Weltmeister geworden.“ Der frühere Weltmeister am Reck, Eberhard Gienger, erzählte, wie er 1975 den DDR-Turner Wolfgang Thüne in den Westen schmuggelte. Thüne habe hinten in seinem Auto gesessen, keineswegs habe er ihn im Kofferraum versteckt. Trotzdem sei seine Rolle als Fluchthelfer erst nach 25 Jahren publik geworden.

Steffi Nerius ist “Sportlerin mit Herz“ 2009

Als Sportlerin mit Herz für soziales Engagement und Fairness wurde Steffi Nerius ausgezeichnet. Die Speerwurf-Weltmeisterin setzt sich als Sportlehrerin bei Bayer Leverkusen für Behindertensport ein und arbeitet auch als Trainerin. Zwei ihrer Schützlinge gewannen Silber bei den Paralympics 2008 in Peking. Nominiert waren unter anderen Lothar Matthäus, dessen junge Frau Liliana einer der Lieblinge der Fotografen war. Auch die Schauspielerin Eva Habermann gab sich die Ehre, ebenso wie die “Lindenstraßen“-Stars Marie-Luise Marjan und Liz Baffoe. Mit einem goldenen Stirnband gehörte die Sängerin Margot Werner zu den am extravagantesten gekleideten Damen des Abends, Dunja Raijter erschien gewohnt elegant im hellrosa Kleid. Die hessische Politik wurde durch Ministerpräsident Roland Koch sowie die beiden Landesminister Volker Bouffier (Inneres) und Dorothea Henzler (Bildung) vertreten.

AP

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