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Razzoli siegt im Stangenwald

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Felix Neureuther suchte wieder vergeblich sein olympisches Slalom-Glück, Italien feierte durch Giuliano Razzoli das erste Gold seit “Tomba la bomba“.

Whistler - Felix Neureuther suchte wieder vergeblich sein olympisches Slalom-Glück, Italien feierte durch Giuliano Razzoli das erste Gold seit “Tomba la bomba“.

Nur kurz währte die Attacke des 25-jährigen Partenkircheners im ersten Durchgang auf Razzolis Bestzeit, dann war das Rennen am Samstag in Whistler für den WM- Vierten urplötzlich vorbei. “Ich habe eigentlich gedacht, dass ich genug Richtung für die Stelle hab. Dann hab ich mich einen Tick zu viel hinten rein gesetzt und dann war's schon vorbei. Aber das Leben geht weiter“, sagte ein gefasst wirkender Neureuther, der beim Riesenslalom als Achter noch so viele Hoffnungen auf ein olympisches Happy End der deutschen Alpinen gemacht hatte.

Die besten Olympia-Sprüche

Die besten Olympia-Sprüche

“Schwedinnen sind auch nur Menschen.“ (Frauen-Bundestrainer Uwe Müssiggang nach dem ersten Olympia-Rennen zum enttäuschenden Abschneiden der schwedischen Biathletinnen) © dpa
“Vor acht Jahren war es voll geil. Jetzt ist es extrem voll geil.“ (Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann, der 2002 zweimal Gold holte) © dpa
“Er ist der Michael Phelps des Rodelns.“ (Kanadas deutscher Rodel-Trainer Wolfgang Staudinger über Olympiasieger Felix Loch) © dpa
“Denk an deine Familie, wenn du jetzt antwortest.“ (Silbermedaillen-Gewinner Aksel Lund Svindal zu Olympiasieger Didier Defago, als diesem die Frage gestellt wurde, ob der Olympiasieg den Tag zum schönsten seines Lebens mache) © dpa
“Sie kommt heute Abend ins Nachtkästchen. Dort wird sie neben der silbernen schlafen.“ (Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner über den Aufbewahrungsort ihrer ersten Goldmedaille) © dpa
“Ich habe sie ja nicht gegessen, ich habe sie geküsst. Wenn man verliebt ist, küsst man sich halt mal.“ (Rodel-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner auf die Frage, wie die Eisrinne bei ihrem Gold-Kuss geschmeckt habe) © dpa
“München bewirbt sich für Olympische Winterspiele 2018, da ist Robin 38. Wenn wir ihn ein bisschen fit halten, ist das drin.“ (Eiskunstlauf-Trainer Ingo Steuer über die Zukunft der Bronzemedaillen-Gewinner Aljona Savchenko/Robin Szolkowy) © dpa
“Ich bin nicht hier, damit der Bus voll wird.“ (Skeleton-Fahrerin Anja Huber zu ihren Olympia-Ambitionen) © dpa
“Keinen Meter fahre ich mehr. Das halte ich nervlich nicht mehr aus.“ (Bronze-Rodler Patric Leitner nach dem letzten Lauf seiner Karriere) © dpa
“Viermal gesund ins Ziel kommen.“ (Der Liechtensteiner Michael Klingler zu seinen Zielen vor den Zweierbob-Rennen) © dpa
“Das ist kein Eiskunstlauf für Männer, das ist Eistanzen.“ (Der Olympia-Zweite Jewgeni Pluschenko nach dem Sieg des US- Eiskunstläufers Evan Lysacek, der keinen Vierfach-Sprung zeigte) © dpa
“Der Maria kann man auch einen Hausmeister hinstellen und die fährt noch schnell Ski.“ (Damen-Bundestrainer Mathias Berthold über seinen Beitrag zum Olympiasieg von Skirennfahrerin Maria Riesch) © dpa
“In dem Moment, wo ich abgedrückt habe, habe ich mir gedacht, hättest du doch noch mal geatmet.“ (Biathletin Kati Wilhelm zu ihrem Fehlschuss im 15-Kilometer-Rennen) © dpa
“Wir müssen sagen: Österreich ist eine Rodelnation.“ (Kommentator des Fernsehsenders ORF zum Abschneiden von Österreichs Herren beim Super-G; Foto: Mario Scheiber) © dpa
“Auf Deutsch gesagt, man wird hier eigentlich nur herumgezerrt, herumgereicht. Man wird schlimmer behandelt als ein Schaf, das zum Schlachten geführt wird.“ (Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner kritisiert den Umgang der Organisatoren mit den Medaillengewinnern) © dpa
“Jetzt ist Fasching im Kopf. Jetzt werden wir das Ganze erst einmal genießen und eine Hopfenkaltschale zu uns nehmen.“ (Der viermalige Olympiasieger André Lange nach seinem Gold-Coup im Zweierbob auf der Bahn in Whistler) © dpa
“Mensch Claudia, alte Bratwurst.“ (Erste Reaktion von DSV-Pressesprecher Stefan Schwarzbach nach dem Olympiasieg von Claudia Nystad und Evi Sachenbacher-Stehle im Team- Sprint) © dpa
“Ich hätte noch schneller fahren können, aber ich musste mir meine Kräfte einteilen.“ (Hubertus von Hohenlohe, mit 51 Jahren ältester Teilnehmer, nach Platz 78 im Riesenslalom) © dpa
“Das war der schlimmste Moment in meinem Leben.“ (Eisschnelllauf-Coach Gerard Kemkers, nachdem er den Gold-Favoriten Sven Kramer über 10 000 Meter in die falsche Bahn eingewiesen hatte) © dpa
“Das war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich auf meinen Trainer gehört habe.“ (Sven Kramer nach dem verpassten Olympia-Gold) © dpa
“Wollt ihr jetzt hören, dass ich mich besaufe?“ (Skilangläufer René Sommerfeldt nach dem enttäuschenden sechsten Platz mit der deutschen Staffel) © dpa
“Jetzt bin ich halt eine richtige Bobfahrerin.“ (Bremserin Romy Logsch nach dem Sturz im vierten Lauf der olympischen Zweierbob-Entscheidung in Whistler - dem ersten in ihrer Karriere) © dpa
“Ich suche schon das Loch, wo ich die Waffe verbuddeln kann.“ (Langlauf-Cheftrainer Jochen Behle über die starke Leistung von Miriam Gössner, die eigentlich im Biathlon zu Hause ist, aber mit der Langlauf-Staffel Silber gewann) © dpa
“Der Jochen kann das gar nicht machen, weil mein Gewehr zu Hause im Waffenschrank steht und ich den Schlüssel habe.“ (Reaktion von Gössner auf Behles Aussage) © Getty

Razzoli ließ auch im Finale niemanden mehr an sich vorbei. Erstmals seit Legende Alberto Tomba (1992) feierten die Tifosi wieder Gold für einen Skirennfahrer aus Italien. Silber holte sich der Kroate Ivica Kostelic, Bronze ging an Andre Myhrer aus Schweden. Doppel-Olympiasieger Benjamin Raich wurde Vierter - das passte zu den völlig missratenen Winterspielen der medaillenlosen Alpin-Herren aus der Alpen-Republik.

Die deutsche Bilanz trübe Neureuthers Aus nicht, meinte Alpin- Direktor Wolfgang Maier nach dreimal Gold durch Doppel- Olympiasiegerin Maria Riesch und Viktoria Rebensburg. Aber zumindest ein Stimmungsdämpfer war das neuerliche Olympia-Malheur des Kitzbühel-Siegers schon. Bei vier Starts im Zeichen der Ringe hat der siebenmalige Weltcup-Podestfahrer nur eine Platzierung erreicht. Eben den achten Platz des Riesentorlaufs von Whistler. Nur knapp 27 Fahrsekunden währte nach dreimal alpinem Damen-Gold der Traum von der ersten Herren-Medaille seit Markus Wasmeier. Noch am Hang trauerte Neureuther der verpassten Chance nach, als einer der ersten war Herren-Cheftrainer Karlheinz Waibel in der “sensiblen Phase“ bei ihm und hörte den WM-Vierten über das Malheur fluchen.

Schnell versuchte der Skirennfahrer das Aus dann aber abzuhaken, was Waibel “riesig“ fand - einen Vorwurf wollte keiner dem 25-Jährigen machen. Sportdirektor Wolfgang Maier wirkte ein wenig zerknirscht, die Eltern bangten vergeblich im Publikum mit ihrem Sprössling und auch dem ehemaligen Weltmeister Frank Wörndl tat der beste deutsche Skirennfahrer leid. Trotz guter Form wieder eine verpasste Olympia- Chance und wer weiß, was in 2014 in Sotschi ist. Das Los der Slalom-Spezialisten, die immer auf dem schmalen Grat zwischen Bestzeit und Blitz-K.o. wandeln, ist schon ein hartes. Mit seinem Aus war Neureuther in bester Gesellschaft, denn auch für Weltmeister Manfred Pranger (Österreich), den Amerikaner Bode Miller und Turin-Kombinations-Olympiasieger Ted Ligety (USA) war das Rennen vorzeitig zu Ende.

Aber ein Trost konnte das freilich nicht sein für den Kitzbühel-Sieger, der mit so viel Vorfreude in die olympischen Rennen gegangen war. Schneller als ihm lieb war, war der Spaß auch schon wieder vorbei. Dabei hatte sein couragierter Riesenslalom-Auftritt mit Platz acht so viel Mut gemacht. “Das drückt im Moment schon ein bisschen. Man fiebert mit. Nachdem er einen ganz guten Riesenslalom-Einstand hatte, hat man gedacht, man kann wenigstens im offenen Fight geschlagen werden“, sagte Alpin-Direktor Maier, “und dann scheidet einer aus, das ist schon bitter.“dpa

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