Skibergsteiger bei Weltcup in Frankreich

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Gavarnie - Nach dem Saisonauftakt in Pelvoux konnten die heimischen Nachwuchsläufer der DAV Nationalmannschaft beim Weltcup in Gavarnie wieder einmal Medaillen abräumen. 

Es geht gerade schwer bergauf für die Nachwuchsläufer der DAV Nationalmannschaft Skibergsteigen: Nach dem glänzenden Saisonauftakt beim Weltcup in Pelvoux konnte die Jugendtruppe bei der zweiten Station des Weltcups in Gavarnie (FRA) noch einmal ihre Medaillenbilanz verbessern und kehrte mit drei Siegen und zwei zweiten Plätzen nach Hause zurück.

Und dabei waren die Bedingungen in den fernen Pyrenäen alles andere als einfach: Wenig Schnee, aber dafür eisige Temperaturen von bis zu minus 15 Grad, starker Wind und knüppelharte Abfahrten machten die Rennen zu einer echten Herausforderung. Trotzdem konnten die DAV-Athleten schon zum Auftakt des Rennwochenendes beim Sprintrennen punkten: Zuerst holte Kader-Neuzugang Katharina Stöger (Berchtesgaden) den Sieg bei den weiblichen Cadets, Teamkollegin Franziska Gröbner (Traunstein) belegte hier bei den Juniorinnen Rang sechs. Hauchdünn verpasste dann Toni Palzer (Berchtesgaden) bei den Junioren den Sieg – er wurde Zweiter nur anderthalb Sekunden hinter dem Schweizer Iwan Arnold. Damit stand Toni zum ersten Mal seit gut anderthalb Jahren bei einem Skitourenrennen nicht ganz oben auf dem Stockerl – ansonsten hatte er in diesem Zeitraum alle Rennen, zu denen er angetreten war, auch gewonnen (!). Palzers Altersklassenkollege Philipp Reiter (Bad Reichenhall) hatte leider mit dem Ausgang des Sprints nichts mehr zu tun – er schied als 12. bereits in der Qualifikation aus. Und einer ließ es dann ganz besonders krachen: Nachdem er beim letzten Weltcup noch erkältungsbedingt gehandicappt gewesen war, war Sepp Rottmoser (Rosenheim) diesmal beim Sprint in seinem Element: In einem stark besetzten Feld gewann der sprintstarke Mann die Espoirkonkurrenz und belegte im Hauptfeld der Herren einen beachtlichen 6. Platz. Bereits in der Qualifikation lief er die 4. schnellste Zeit bei den Herren! Damit durfte Rottmoser am kommenden Tag im Hauptrennen auch als einer der ersten auf die Strecke. Hier musste er dann allerdings feststellen, dass ein engagierter Sprint über mehrere Runden am Vortag doch einiges an Körner kostet – vor allem kurz nach einer schweren Erkältung. Dementsprechend zäh lief das Rennen für ihn – am Ende belegte Rottmoser bei den Espoirs Rang sieben, im Hauptfeld der Senioren wurde er 25., knappe 13 Minuten hinter dem Sieger Matteo Eydallin (ITA). Die Verhältnisse waren dabei sehr hart – auch etliche Topfavoriten mussten teils nach Stürzen das Rennen aufgeben, darunter auch der aktuell wohl beste Skibergsteiger im Weltcup, Kilian Jornet Burgada (ESP).

Die Jugendlichen hatten zwar eine verkürzte Strecke zu bewältigen, mussten aber mit ähnlich harten Bedingungen vor allem in der eisigen Abfahrt und bei kalten Temperaturen und Wind kämpfen. Genau die richtigen Bedingungen für die DAV-Junioren also: Nachdem er im Sprint die erste Niederlage seit langem kassiert hatte, war Toni Palzer im Hauptrennen nicht zu bremsen: Erneut war der Berchtesgadener schnellster Mann bei den Junioren und gewann das Rennen souverän in 1:25:48 Auch der Zweitplatzierte hatte einen schwarz-rot-goldenen Rennanzug an: Wie bereits zum Saisonauftakt in Pelvoux konnte Philipp Reiter mit zwei Minuten Rückstand auf Palzer das Rennen auf dem zweiten Platz beenden – erneut eine starke Leistung des Reichenhallers – das Duo Palzer/ Reiter dominiert damit aktuell die Rennen bei den Junioren.

Vor allem die Mädels hatten dann doch mit den harten Bedingungen zu kämpfen: Aber obwohl das Rennen erst ihr zweiter internationaler Einsatz war und sie den Sprintsieg am Vortag noch spürbar in den Knochen hatte, konnte Kathi Stöger bei den Cadets auf den zweiten Platz laufen – die Siegerin Laura Balet (ESP) hatte Stöger beim letzten Jugendweltcup noch klar distanzieren können. An diesem Tag war aber einfach nicht mehr drin für die junge Nachwuchsläuferin. Franzi Gröbner erging es bei den Juniorinnen dann ähnlich: Sie beendete das Rennen als Achte; am Ende fehlten ihr fünfeinhalb Minuten auf einen Podiumsplatz – die Plätze eins und zwei der dominierenden Jennifer Fiechter (SUI) und Allessandra Cazzanelli (ITA) spielten jedoch in einer anderen Liga.

So blieb als Fazit eines sehr erfolgreichen Rennwochenendes in den Pyrenäen: Das DAV-Team gehört im Jugendbereich mittlerweile zu den stärksten Nationen weltweit, und das in einem im internationalen Vergleich betrachtet skibergsteigerischen Entwicklungsland! Jugendtrainer Johann Rampl war auf jeden Fall mit seinen Schützlingen sehr zufrieden und sieht vor allem bei den Mädchen sogar noch Entwicklungspotential: „Wenn man bedenkt, dass die beiden Mädels erst ihren zweiten internationalen Einsatz hinter sich haben, kann man auf jeden Fall für die nächste Saison mit gezielter Vorbereitung noch mehr herausholen – gerade auch bei den Wechseln.“ Aber auch jetzt sind die Ergebnisse schon beachtlich: Wenn die Jugendweltcup-Saison Anfang Februar mit dem Transcavallo (ITA) endet, stehen die Chancen für Plätze auf den Gesamtweltcup-Podien sehr gut. Mit Toni Palzer, Philipp Reiter und Kathi Stöger haben drei DAV-Nachwuchsläufer noch Chancen auf Podiumsplätze oder sogar den Gesamtweltcuptitel.

Seppi Rottmoser

Quelle: rosenheim24.de

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