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Schleck setzt Zeichen und gewinnt Königsetappe

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Col du Galibier - Andy Schleck hat die Königsetappe der 98. Tour de France gewonnen. Der Luxemburger triumphierte nach erfolgreicher Flucht bei der Bergankunft am legendären Col du Galibier.

Andy Schleck ging mit letzter Kraft aus dem Sattel, dann riss er die Arme nach oben und schrie seine Freude hinaus. Nach einem Parforceritt über 60 Kilometer stürmte der Luxemburger im Alleingang den “Giganten der Alpen“ hinauf und feierte in 2645 Meter Höhe den größten Erfolg seiner Karriere. Der Vorjahreszweite holte sich auf dem berüchtigten Col du Galibier in eindrucksvoller Manier den Sieg auf der Königsetappe der 98. Tour de France.

Schleck, der die Etappe vor seinem Bruder Frank und dem Australier Cadel Evans gewann, knöpfte den Favoriten mehr als zwei Minuten ab und verpasste nur um 15 Sekunden das Gelbe Trikot. Gesamterster bleibt der Franzose Thomas Voeckler, der mit letzter Kraft als Fünfter auf dem Gipfel ankam. Dritter im Gesamtklassement ist nun Frank Schleck (1:08), dicht gefolgt von Evans (1:12). Toursieger Alberto Contador verlor dagegen fast vier Minuten auf Andy Schleck und ist 4:44 Minuten zurück nun Gesamtsiebter.

“Das ist der schönste und der beste Sieg meines Lebens. Diese Attacke und die Fahrt auf den Galibier hat sich voll ausgezahlt. Ich habe mich nicht umgedreht, ob mir jemand folgt. Ein Traum ist wahr geworden. Auf dem Galibier zu gewinnen, ist fast wie eine Medaille zu gewinnen. Ich bin hierher gekommen, um die Tour zu gewinnen. Ich bin sehr, sehr stolz auf den Sieg hier“, sagte Andy Schleck.

Erinnerungen an Landis

Mit seiner beeindruckenden Solofahrt ließ Schleck fast schon Erinnerungen an die atemberaubende Solofahrt von Floyd Landis vor fünf Jahren wach werden. Der Amerikaner hatte damals in ähnlicher Manier die Etappe nach Morzine gewonnen und das Gelbe Trikot erobert - allerdings mit unerlaubten Miteln. Wenige Tage nach der Tour wurde Landis des Dopings überführt.

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

1989: Greg LeMond (USA, auf dem ersten Platz stehend) © Getty Images
1990: Greg LeMond (USA) © Getty Images
1991: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1992: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1993: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1994: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1995: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1996: Bjarne Riis (Dänemark) Riis gab später zu, gedopt zu haben . Die Disqualifikation ist nicht möglich, da die Verwendung von Doping nach acht Jahren verjährt. Die Organisatoren der Tour de France hatte Riis zunächst aus ihrer Siegerliste gestrichen. Mittlerweile wird er dort wieder geführt. © Getty Images
1997: Jan Ullrich (Deutschland) © Getty Images
1998: Marco Pantani (Italien) © Getty Images
1999: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2000: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2001: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2002: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2003: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2004: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2005: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2006: Floyd Landis (USA). Landis wurde aber am 21. September 2007 der Titel aberkannt. Er war positiv auf Testosteron getestet worden. © Getty Images
Dafür wurde Oscar Pereiro nachträglich zum Gewinner der Tour de France 2006 erklärt. © Getty Images
2007: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2008: Carlos Sastre (Spanien) © Getty Images
2009: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2010: Alberto Contador (Spanien) © dpa
2011: Cadel Evans (Australien) © ap
2012: Bradley Wiggins (Großbritannien) © ap

Zweifelsohne gab Andy Schleck der 98. Tour eine unerwartete Wendung. Bereits beim vorletzten Anstieg zum 2360 m hohen Col d'Izoard eröffnete der Vorjahreszweite den Schlagabtausch der Favoriten. Exakt 60 Kilometer vor dem Ziel ergriff der Luxemburger die Flucht. Der Kletterspezialist hatte bis zum Gipfel bereits einen Vorsprung von 2:14 Minuten auf seine Rivalen herausgefahren.

Auf seiner Flucht schloss Schleck schnell zu den früh ausgerissenen Fahrern auf, sodass er in der Abfahrt nicht auf sich allein gestellt war. Insbesondere sein Teamkollege Maxime Monfort leistete dem Leichtgewicht wertvolle Hilfe. So wuchs der Vorsprung auf über vier Minuten an. Schleck fuhr zu diesem Zeitpunkt virtuell in Gelb.

Contador wird abgehängt

Auf dem 22,8 km langen Schlussanstieg mit durchschnittlich 4,9 Prozent Steigung schüttelte Schleck schließlich auch seine Mitausreißer ab und erreichte als Solist das Etappenziel auf dem Galibier. Der Australier Evans drückte auf den letzten Kilometern nochmal aufs Tempo und konnten den Rückstand verkürzen. In seinem Schlepptau erreichte auch Voeckler den Galibier und verteidigte noch einmsal das Gelbe Trikot. Von Toursieger Alberto Contador war dagegen nichts zu sehen, vielmehr musste der Spanier auch noch Evans und Co. ziehen lassen.

Für den deutschen Hoffnungsträger Tony Martin lief es erneut nicht Plan. Ein früher Sturz brachte den WM-Dritten aus dem Konzept, am Ende schloss Martin sich dem Gruppetto an.

Damit kam es bereits auf der ersten der zwei schweren Alpen-Etappen zum erhofften Schlagabtausch, nachdem sich die Favoriten in den Pyrenäen noch in unsinnigen Pokerspielchen verzettelt hatten. Doch auf dem Weg zum Galibier war alles anders. “Seine Majestät, der Galibier“, hatte das Tour-Organ “L'Equipe“ am Morgen in großen Lettern getitelt: “Zum ersten Mal endet eine Etappe auf dem Giganten der Alpen.“

Erste Bergankunft auf dem Galibier

Vor 100 Jahren war der Galibier erstmals ins Tour-Programm aufgenommen worden, seitdem wurde der Bergriese bereits über 50-mal passiert. Eine Zielankunft hatte es aber noch nie gegeben. Und auch das Wetter spielte mit. Hatte es am Sonntag noch auf dem Gipfel geschneit, herrschten diesmal Temperaturen um zehn Grad.

Die Galibier-Festspiele sind aber noch nicht beendet. Bereits am Freitag wird das Peloton dem Alpenriesen auf der 109,5 km langen Etappe nach Alpe d'Huez erneut einen Besuch abstatten. Bei der letzten Bergetappe der 98. Frankreich-Rundfahrt dürfte es noch einmal zur Sache gehen. Zum 27. Mal wird das legendäre Etappenziel in 1860 Meter höhe angesteuert und die perfekte Bühne für das große Finale in den Alpen bieten.

dapd

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