Riesch & Co.: Weltmeisterlich ins Olympia-Jahr

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Maria Riesch ist eine der deutschen Medaillen-Hoffnungen in Vancouver

Sölden - Nach Doppel-Gold bei der WM sollen Maria Riesch und Kathrin Hölzl die deutsche Durststrecke bei Winterspielen beenden. Auf eine Medaillen-Hoffnung muss der DSV zunächst verzichten.

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Felix Neureuther wird beim Weltcup-Auftakt am Wochenende noch nicht dabei sein. “Die Ziele sind ganz klar: Wir wollen in Vancouver mindestens zwei Medaillen einfahren“, sagte Sportdirektor Wolfgang Maier. Gut 110 Tage vor dem Saisonhöhepunkt starten die deutschen Alpinen auf dem Gletscher im österreichischen Sölden erstmals seit anderthalb Jahrzehnten wieder mit zwei Weltmeistern in den Winter. Auch mit Blick auf die Heim-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen wollen sie den Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fortsetzen.

Zwar schwebt Olympia über allem, aber auch im Weltcup soll Riesch in der Gesamtwertung vorne mitfahren und wie die Team-Kollegen mit Spitzenplätzen die Medaillen-Spur finden. “Man sollte von Anfang an gut dabei sei. Ohne gute Vorergebnisse wird man es bei Olympia sehr schwer haben“, sagte Damen-Cheftrainer Mathias Berthold. Zumal auch die Quali-Norm von einem Top-8-Rang oder zwei Top-15-Plätzen erfüllt werden muss.

Nicht nur wegen der Weltmeistertitel von Riesch im Slalom und Hölzl im Riesenslalom, die jahrelange Misserfolgsserien beendeten, war der vergangene Winter der erfolgreichste seit den “goldenen 90ern“. Im Weltcup konnten die beiden zusammen mit der nach einem Kreuzbandriss noch im Aufbautraining befindlichen Gina Stechert und Fanny Chmelar Siege oder Podestränge einfahren. “Wir haben uns Jahr für Jahr weiterentwickelt und gefestigt. Ich erwarte, dass der Weg so weitergeht“, betonte Berthold, der mit Junioren- Weltmeisterin Viktoria Rebensburg einen weiteren Trumpf ziehen möchte. Für den ersten Glanzpunkt soll WM-Aufsteigerin Hölzl schon beim Auftakt am Samstag in Sölden in ihrer Spezialdisziplin sorgen.

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Während gleich eine Reihe von Ski-Damen gute Chancen auf ein Olympia-Ticket hat, könnte Neureuther bei den Herren Einzelkämpfer sein. Den Saison-Auftakt lässt er nach Erkrankung geschwächt aus. Fritz Dopfer (Garmisch) soll das Team vertreten, das Karlheinz Waibel als neuen Cheftrainer hat. Der 43-Jährige, der den nach einem Trainingsunfall gehandicapten und bereits im vergangenen Winter ausgefallenen Christian Scholz ablöst, will seinen Mannen das “Rennfahrer-Gen“ wieder einimpfen und “Visionen“ vermitteln. “Spätestens bei der Heim-WM 2011 wollen wir uns als leistungsstarkes Herrenteam präsentieren“, sagte Waibel. Im Vorjahr gab es außer beim Slalom keine Top-20-Platzierung.

Bei den Alpin-Herren setzt der Deutsche Skiverband (DSV) weiter auf Geduld und punktuelle Erfolge Neureuthers, bei den Damen steht und fällt das meiste trotz eines gereiften Teams mit Maria Riesch. Die elfmalige Weltcup-Siegerin und die Slalom-Beste des Vor-Winters will in der Gesamtwertung den Angriff auf ihre im Vorjahr überragende Freundin Lindsey Vonn (USA) forcieren. “Es geht um das selbe, wie in jedem Jahr: Kugeln, kleine und große“, sagte die Allrounderin, die nach Verletzungspech in der Vergangenheit nun endlich erstmals zu Olympia will. “Wie es in der Saison läuft, ist fast schon zweitrangig, wenn man bei Olympia zuschlägt. Aber da man da nur ein paar Chancen hat, will man auch die im Weltcup nutzen.“ Das letzte olympische Edelmetall gab es 2002 durch Martina Ertl, die auch den bislang letzten deutschen Sölden-Sieg (2003) feiern durfte.

Während Riesch im Sommer neben dem Training “coole Sachen“ wie die Hochzeit von Boris Becker in St. Moritz erlebte, musste Neureuther mal wieder körperliche Malaisen in den Griff bekommen. Diesmal war es nicht die Schulter, sondern ein doppelter Bandscheibenvorfall. Eine Operation konnte der sechsmalige Podestfahrer vermeiden, in diesem Winter will er den ersehnten ersten Weltcup-Sieg - und eine Medaille. “Olympia ist das große Ziel, der große Traum, die große Vision“, sagt Neureuther mit strahlenden Augen. Geändert wurden die Strukturen bei den Herren. Der WM-Vierte trainiert neben seinen Einzelschichten wieder mehr mit der Mannschaft zusammen und hat mehr Spaß als in der vergangenen Saison, als es zwischen ihm und seinem Ex-Coach atmosphärische Störungen gab.

dpa

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