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Revanche gegen Tschechien

Handballer wahren EM-Chance

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Die Mannschaft von Martin Heuberger besiegte Tschechien mit 28:23.

Halle/Westfalen - Die deutschen Handballer haben in der EM-Qualifikation einen wichtigen Sieg eingefahren. Im Rückspiel gegen Tschechien siegte die Mannschaft von Martin Heuberger.

Die deutschen Handballer haben die Scharte von Brünn ausgewetzt und ihre Ausgangssituation in der EM-Qualifikation erheblich verbessert. In Halle/Westfalen bezwang die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger Tschechien mit 28: 23 (15:12) und revanchierte sich für die bittere Hinspielpleite (22: 24) am Donnerstag.

„Wir waren in vielen Bereichen besser als im Hinspiel. Vor allem hatten wir nicht so viele Schwankungen in unserem Spiel. Und unser Rückraum hat deutlich effektiver gespielt“, sagte Heuberger.

Durch den Sieg könnte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) trotz bereits zweier Niederlagen mit einem blauen Auge davon kommen. Denn sollte Deutschland die ausstehenden Begegnungen in Montenegro (12. Juni) und gegen Israel (15. Juni) für sich entscheiden, wäre das Ticket für die Endrunde 2014 in Dänemark garantiert.

Mit dem Erfolg vor 9500 Zuschauern in Halle gelang der Heuberger-Sieben wegen der besseren Tordifferenz im direkten Vergleich mit den Tschechen auch der Sprung auf den zweiten Platz. Mit 4:4-Punkten liegt Deutschland hinter Montenegro (6:2), Schlusslicht bleibt Israel (2:6). Nur die ersten beiden Mannschaften der Vierer-Gruppe und der punktbeste Tabellendritte sind bei der EM im kommenden Jahr (14. bis 26. Januar) dabei.

Bester Werfer für die deutsche Mannschaft, die anders als im Hinspiel nach einer starken ersten Halbzeit nicht einbrach, waren Steffen Weinhold und Sven-Sören Christopherson mit jeweils sechs Treffern. Obwohl Deutschland den früheren Welthandballer Filip Jicha diesmal deutlich besser im Griff hatte, war das Rückraum-Ass des THW Kiel mit acht Toren erneut der überragende Mann der Gäste.

Wie schon im Hinspiel in Brünn war Heuberger mit einigen Personalsorgen in die „Alles-oder-nichts“-Partie gegangen. Trotz der kurzfristigen Absage von Kapitän und Abwehrchef Oliver Roggisch (Innenbandanriss im Knie) vertraute der Bundestrainer jenem Kader, der bei der WM im Januar in Spanien überraschend den fünften Platz erreicht hatte. Anstatt die Flensburger Rückraumspieler Holger Glandorf und Lars Kaufmann zurück ins Team zu holen, blieb er seiner Linie treu und nominierte den 21-Jährigen Christian Dissinger.

Der Auftakt für die vor allem zu Beginn sichtlich nervöse deutsche Mannschaft verlief wenig verheißungsvoll. Spielmacher Michael Haaß kassierte gleich zu Beginn eine Zeitstrafe, auch wegen vermeidbaren Fehlern in der Offensive führten die Tschechen nach knapp sechs Minuten bereits mit 5:1.

Angepeitscht von den Zuschauern kämpfte sich der WM-Fünfte zurück und ging in der 13. Minute erstmals in Führung (7:6). „Wir hatten einen schlechten Start, die Zeitstrafe hat uns das Leben schwer gemacht. Aber wir haben kühlen Kopf bewahrt und am Ende sicher gewonnen“, sagte Heuberger.

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Die zehn besten deutschen Handballer der Geschichte

Joachim "Jo" Deckarm wurde 1978 Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft. Ein Jahr später verletzte sich der als bester Spieler der Welt geltende Rückraumriese bei einem Europapokalspiel des VfL Gummersbach in Ungarn. Nach einem Foul fiel Deckarm auf den Kopf und lag 132 Tage im Koma. Er kämpfte sich durch intensive Therapien zurück ins Leben, ist aber bis heute durch den Unfall gezeichnet. © dapd
Jochen "Scholle" Fraatz war einer der besten Linksaußen der Welt. Er spielte lange Jahre für TuSEM Essen, später für die HSG Nordhorn und den TBV Lemgo. 1984 gewann er mit der DHB-Auswahl die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Los Angeles. Vor allem seine "Dreher" waren weltweit gefürchtet. Er ist mit 2.660 Toren Zweiter der ewigen Torschützenliste der Handball-Bundesliga. © getty
Florian Kehrmann wurde 2007 Weltmeister im eigenen Land. Der dynamsiche Rechtsaußen vom TBV Lemgo errang außerdem mit der "Goldenen Generation" um Daniel Stephan, Stefan Kretzschmar, Volker Zerbe und Christian Schwarzer 2004 den EM-Titel. 2003, 2005 und 2006 wurde er zu Deutschlands Handballer des Jahres gewählt. 2006 wurde er außerdem Zweiter bei der Wahl zum Welthandballer des Jahres. © dapd
Bernhard Kempa prägte den Handball in Deutschland wie kaum ein anderer Spieler. Der Feld- und Hallenhandballspieler errang mit seinem Heimatverein Frisch Auf Göppingen elf Meistertitel. Legendär ist der "Kempa-Trick", der nach "Monsieur Handball" benannt wurde. Nach seiner aktiven Karriere feierte er auch als Trainer große Erfolge und war Welt- und Europameister im Tennis der Senioren. © dpa
Vielen Handballfans ist Wieland Schmidt kaum ein Begriff. Der Torhüter feierte mit der olympischen Goldmedaille 1980 in Moskau seinen größten Erfolg. Der langjährige Nationaltorhüter der DDR galt in den 70er und 80er Jahren als einer der besten Keeper der Welt. Mit seinem Heimatverein SC Magdeburg feierte er u.a. sechs Meistertitel und und zwei  Europapokalsiege. Er wurde dreimal zum Handballer des Jahres der DDR gewählt. © dpa
Christian Schwarzer feierte mit der deutschen Nationalmannschaft seine größten Erfolge. Neben dem WM-Titel 2007 und dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 wurde er 2003 bei der Weltmeisterschaft in Portugal als Kreisläufer zum wertvollsten Spieler gewählt. Während seines Engagements beim FC Barcelona wurde der überragende Abwehrspieler Champions-League-Sieger (2000). © dapd
Daniel Stephan gilt als "der Unvollendete". Er war 1998 der erste Welthandballer Deutschlands (2004: Henning Fritz). Der Rückraumspieler hatte während seiner Karriere mit etlichen Verletzungen zu kämpfen und spielte deshalb nie eine Weltmeisterschaft. 2004 errang der dreimalige Handballer des Jahres (1997-1999) mit der Nationalmannschaft den EM-Titel. Stephan war ein unglaublich vielseitiger Rückraumspieler. Neben seiner guten Übersicht zeichnete er sich als Spielmacher und Torjäger aus. © dapd
Andreas Thiel, genannt der "Hexer", gewann mit dem VfL Gummersbach fünf Deutsche Meisterschaften und zweimal den Europapokal der Landesmeister. Gefürchtet waren vor allem die Reflexe des siebenmaligen Handballer des Jahres. Er hielt in seiner Bundesligakarriere (528 Spiele) 430 Siebenmeterwürfe. © getty
Erhard Wunderlich ist Deutschlands "Handballspieler des Jahrhunderts". Im Alter von 21 Jahren gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft 1978 den Weltmeistertitel. Mit dem VfL Gummersbach sicherte er sich alle nationalen und internationalen Titel. In seiner Karriere wurde er dreimal mit der höchsten sportlichen Auszeichnung der BRD, dem "Silbernen Lorbeerblatt", ausgezeichnet.  1981 und 1982 wurde er außerdem zum Handballer des Jahres gewählt. © getty
Volker Zerbe steht für außergewöhnliche Vereinstreue. Der 2,11 große Linkshänder spielte seine gesamte Karriere (1986-2006) beim TBV Lemgo. Zerbe galt als einer der weltbesten Abwehrspieler und zeichnete sich in der Nationalmannschaft vor allem durch sein blindes Verständnis mit Kreisläufer Christian Schwarzer aus. In der DHB-Auswahl feierte er mit dem Gewinn der Europameisterschaft 2004 seinen größten Erfolg. Den TBV Lemgo führte der langjährige Kapitän u.a. zu zwei deutschen Meisterschaften, drei Pokalsiegen und drei internationalen Titeln. © getty

Nach der nervösen Anfangsphase entwickelte sich eine von Spannung geprägte Partie, in der es die Gastgeber verpassten, aus den zahlreichen Ballgewinnen Kapital zu schlagen und davonzuziehen. Erst mit einem Zwischenspurt kurz vor dem Seitenwechsel setzte sich Deutschland mit vier Toren (15:11) ab.

Heubergers Mannschaft blieb auch über weite Strecken der zweiten Halbzeit trotz des komfortablen Vorsprungs konzentriert und führte zwischenzeitlich sogar mit sechs Toren (21:15). Tschechien vertraute daraufhin einzig auf die individuelle Klasse von Jicha, der aus dem Rückraum aber nicht an seine Glanzleistung vom Donnerstag herankam und die verdiente Niederlage seiner Mannschaft auch deshalb nicht verhinderte.

SID

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