"Hab an mich geglaubt"

Brown nach Sieg gegen Hewitt in Runde drei

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Dustin Brown freut sich nach dem Sieg über Lleyton Hewitt über den Einzug in die dritte Runde.

London - Der ehemalige Wimbledon-Sieger Lleyton Hewitt war zuletzt wieder in bemerkenswerter Verfassung. Beim Vorbereitungsturnier in Queen's stand er im Halbfinale. Doch dann kam Dreddy Brown.

Nach dem größten Triumph seiner Karriere kämpfte Dustin Brown mit den Tränen. "Ich bin normalerweise nicht so der Typ, der weint", sagte der Mann mit den Rastalocken nach seinem beeindruckenden 6:4, 6:4, 6:7 (3:7), 6:2-Erfolg gegen den ehemaligen Wimbledon-Champion Lleyton Hewitt. Doch als am Mittwoch nach 2:26 Stunden Spielzeit ein Return des ehemaligen Weltranglisten-Ersten im Aus landete und Brown es zum ersten Mal in die dritte Runde bei einem Grand-Slam-Turnier geschafft hatte, bekamen die Augen des 28 Jahre alten Tennisprofis aus Winsen/Aller einen feuchten Schimmer.

Mit dem Handtuch vor den Augen verschwand der Sohn eines Jamaikaners und einer Deutschen in den Katakomben. Seinen Schläger hatte er zuvor mit fast schon ungläubigem Staunen einfach auf den Heiligen Rasen geworfen. "Ich hab an mich geglaubt, aber an sich zu glauben und das dann auch umzusetzen, sind zwei verschiedene Dinge", sagte der 1,96 Meter große Athlet mit dem Spitznamen Dreddy.

Nach seinen drei Siegen in der Qualifikation und dem Auftaktsieg gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez hat er jetzt nicht nur ein Preisgeld von umgerechnet 74 300 Euro sicher. Sogar das Achtelfinale ist nun wie aus dem Nichts ein realistisches Ansinnen. Denn Brown trifft am Freitag nicht wie erwartet auf den gleichfalls aufschlagstarken Amerikaner John Isner, sondern auf Adrian Mannarino. Der Franzose ist die Nummer 111 der Welt und damit immer noch 78 Plätze höher eingestuft als Brown. Im März spielten die beiden schon einmal gegeneinander: im Endspiel des Challenger-Turniers in Sarajevo verlor Brown in zwei Sätzen jeweils im Tiebreak.

Doch nach dieser Demonstration der Leidenschaft, Spielfreude und Aufschlagstärke (21 Asse schlug Brown gegen Hewitt) ist die Runde der besten 16 beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt plötzlich keine Spinnerei mehr für Weltenbummler Brown.

1984 in Celle geboren, zog er zwölf Jahre später nach Jamaika. Noch heute gibt er seinen Wohnsitz mit Montego Bay an. Seit 2002 ist er als Profi unterwegs, von 2004 bis 2007 tingelte er mit einem Wohnmobil von Turnier zu Turnier. 2010 nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an, Anfang dieses Jahres durfte er als Ersatz mit dem Davis-Cup-Team nach Argentinien reisen. Ansonsten liest sich die Jahresbilanz bis zu diesem denkwürdigen 26. Juni 2013 durchwachsen.

Bei den Australian Open scheiterte Brown in der Qualifikation, aber selbst auf der Challenger Tour kassierte er Rückschläge. Im französischen St. Brieuc flog er im Achtelfinale raus, in der Vorbereitung auf Wimbledon schied er bei beiden Challenger-Turnieren in Nottingham jeweils in der Qualifikation aus.

Gegen Hewitt allerdings gelang ihm vor den staunenden Zuschauern auf Court 2 fast alles. Mit einem Hechtsprung sicherte er sich den Punkt zum ersten Satz, und auch der verlorene Tiebreak ließ ihn nicht die Contenance verlieren. Was durchaus hätte passieren können, wenn man an sein Vorbild denkt. Auf der offiziellen Homepage der Spielerorganisation ATP nennt Brown als Kindheitsidol: Marat Safin -der Russe hat in seiner Karriere nach eigenen Angaben mehr als 1000 Schläger zertrümmert.

dpa

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