Peter will K.o. und reizt Klitschko: Mädchenboxen

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Gespannte Atmosphäre: Schwergewichts-Boxweltmeister Wladimir Klitschko aus der Ukraine (links) steht am Montag bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main seinem Herausforderer Samuel Peter aus Nigeria gegenüber.

Frankfurt - Wladimir Klitschko schlägt wieder zu. Er will seine WM-Titel gegen Samuel Peter verteidigen. Der Nigerianer hatte Klitschko vor fünf Jahren schon dreimal zu Boden geschickt, aber verloren. Am Samstag will er ihn k.o. hauen.

Kurz vor der Box-Weltmeisterschaft gegen Wladimir Klitschko hat Herausforderer Samuel Peter eine verbale Breitseite abgefeuert. “Die Klitschko-Brüder machen das Schwergewicht kaputt mit ihrer Art Mädchenboxen. Was die treiben, gehört eher in untere Klassen“, tönte der 30-jährige Nigerianer vor dem Duell am Samstag (22.10 Uhr/RTL) in der Frankfurter Commerzbank-Arena und kündigte einen Sieg in den ersten sechs Runden an. Er riet allen, rechtzeitig am Ring zu sitzen, “denn ihr werdet einen ganz schnellen, wunderschönen K.o. erleben, der in die Geschichte eingehen wird“.

Vor der Neuauflage des Schwergewicht-Duells ist Klitschko nicht bange. Dabei hätten die meisten Beobachter Verständnis, sollten den Titelverteidiger Bauchschmerzen befallen. Vor fünf Jahren hatte ihn der Nigerianer bei einem Kampf in Atlantic City dreimal zu Boden geschlagen. Letztlich siegte aber Klitschko nach Punkten. “Es war damals einer der schwierigsten und wichtigsten Kämpfe, die ich jemals hatte - ein Meilenstein in meiner Karriere“, erklärte Klitschko, der in den Jahren zuvor empfindliche K.o.-Niederlagen gegen den Südafrikaner Corrie Sanders und Lamon Brewster aus den USA eingesteckt hatte.

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Der 34 Jahre alte Gürtelträger von WBO und IBF hält es mit der Volksweisheit “Was mich nicht tötet, macht mich nur härter“. Heute sei er ein Champion, eben ein ganz anderer Kerl als vor fünf Jahren. “Ich bin in den letzten Jahren härter geworden und viel konsequenter in der Umsetzung meiner Strategie, um den Gegner zu beherrschen“, befand Klitschko. Heute strotzt er vor Selbstbewusstsein und Ruhe. Heute füllt er Fußball-Stadien, weil die Hallen mittlerweile zu klein geworden sind. Heute sehen die Experten die Klitschkos konkurrenzlos, weil es dem Schwergewicht an gleichwertigen Könnern mangelt.

Und dennoch gibt es die Mär vom Glaskinn: Wird Klitschko erst mal an selbigem getroffen, wird es zappenduster. Peter ist so einer, dem Technik unwichtig, aber Schlaggewalt - vor allem in den ersten Runden - heilig ist. So weit die Theorie. “Er hat enorm abgespeckt“, beurteilte Klitschko seinen zwölf Zentimeter kleineren Rivalen. “Von Natur aus ist er ein Brocken.“ Dennoch wolle er alles tun, “um ihm den Zahn frühzeitig zu ziehen“.

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Eine Lehrvorführung hat ihm in der Vorbereitung Bruder Vitali geliefert. Der große Klitschko hatte Peter vor zwei Jahren nach allen Regeln der Kunst in acht Runden zermürbt. Doch Klitschko-Trainer Emanuel Steward warnt vor ollen Kamellen. “Seine Niederlagen haben ihn zu einem kompletten Kämpfer gemacht. Er ist mental und physisch ganz verändert“, beschrieb der Amerikaner den Herausforderer. Wladimir steht mittlerweile bei 54 Siegen in 57 Profi-Kämpfen und bringt es dabei auf 49 K.o.-Erfolge. Peters Bilanz weist 34 Siege (27 K.o.) in 37 Auseinandersetzungen aus.

Mit 40 000 Zuschauern in der Commerzbank-Arena, wo sonst die Eintracht Fußball spielt, rechnen die Veranstalter. Mehr gehen nicht rein, weil rund 11 000 Plätze wegen der Beleuchtungstechnik gesperrt wurden. Die Gäste im Rund und an den TV-Schirmen dürfen sich laut Steward auf ein spannenderes Gefecht als zuletzt freuen. Klitschko soll Peter instinktiver und aggressiver attackieren. Soll heißen: Nicht lange überlegen, schlagen! Was Bruder Vitali zu der Warnung veranlasste: “Wenn Wladimir mit so viel Killerinstinkt boxt, wie du das willst, landen wir alle im Gefängnis.“

Von Franko Koitzsch

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