Pechstein-Urteil eventuell schon am 5. November

+
Das Urteil gegen Claudia Pechstein könnte schon am 5. November fallen.

Lausanne - Das Urteil im Fall Claudia Pechstein könnte schneller als erwartet feststehen. Dies deutete der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne am Dienstag an.

Auf seiner Internetseite erklärte der CAS, mit einer Entscheidung sei nicht vor dem 5. November zu rechnen. Zuvor war der 10. November genannt worden. Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Pechstein hatte in der Vorwoche vor den CAS-Richtern um eine Aufhebung ihrer Sperre wegen auffälliger Blutwerte gekämpft. Im Falle eines Freispruchs bis zum 5. November könnte Pechstein damit sogar schon beim ersten Weltcup der Saison in Berlin (6. bis 8. November) an den Start gehen. Dies wäre für sie eine wichtige Etappe mehr auf dem Weg zur angestrebten Olympia-Qualifikation.

Unterdessen berichtete die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Mittwoch), dass sich die deutschen Steuerzahler an den hohen Kosten des Revisionsverfahrens von Pechstein beteiligt hätten. Die Bundespolizei als ihr Arbeitgeber habe ein medizinisches Gutachten für die 37-Jährige finanziert, die wegen auffälliger Blutwerte zwei Jahre gesperrt ist, schreibt die Zeitung. Prof. Christof Dame von der Berliner Charité hatte bei Pechsteins Berufungsverhandlung vor dem CAS eine Studie vorgelegt, die der Berlinerin eine Veränderung des EPO- und des EPO-Rezeptoren-Gens bescheinigte.

Nach Meinung des Mediziners könnten darauf “theoretisch“ die überhöhten Retikulozyten-Werte Pechsteins zurückgeführt werden, die zur Sperre durch den Weltverband ISU führten. Christof Dame legt großen Wert darauf, dass das Gutachten von der Bundespolizei und nicht von Pechstein in Auftrag gegeben wurde. Der Professor will nicht als bestellter Gutachter angesehen werden. “Wir können Ihnen bestätigen, dass für Frau Pechstein eine Kostenzusage zu einer Untersuchung in der Charité zu Lasten der Heilfürsorge der Bundespolizei gegeben wurde“, erklärte das Bundesinnenministerium der Zeitung.

Dies sei geschehen, “um krankheitswertige hämatologische Störungen auszuschließen“. Pechstein-Manager Ralf Grengel sagte dazu der Deutschen Presse- Agentur dpa: “Claudia Pechstein freut sich natürlich, dass das BMI diese Studie finanziert hat, weil sie natürlich bereits einen großen finanziellen Aufwand betreiben musste, um ihre Unschuld zu beweisen. Aber selbstverständlich wird sie im Falle eines Freispruchs jeglichen Schaden geltend machen, damit der Steuerzahler dieses Geld zurückbekommt.“

dpa

Zurück zur Übersicht: Sport-Mix

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT