Pechstein kämpft weiter um ihre Karriere

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Eisschnelläuferin Claudia Pechstein kämpft weiter um ihre Karriere.

Berlin - Claudia Pechstein will trotz ihres Nervenzusammenbruches spätestens im Februar 2011 aufs Eis zurückkehren. Das Innenministerium hält es weiter für richtig, der Bundespolizistin keinen unbezahlten Urlaub mehr zu gewähren.

Claudia Pechstein kämpft auch nach ihrem Nervenzusammenbruch um ihre Karriere. “Jeder soll wissen: Claudia Pechstein wird am 9. Februar 2011 ihr Comeback geben. Sie hat immer gekämpft und wird weiter kämpfen. Auch wenn keiner versteht, was die da oben entschieden haben“, sagte ihr Sponsor und neuer Lebensgefährte Matthias Große am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

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Das Bundesinnenministerium rechtfertigt sich derweil nach Kritik aus dem Umfeld der gesperrten Eisschnelllauf-Olympiasiegerin. Die Bundespolizei habe zu Recht einen Antrag auf unbezahlten Sonderurlaub abgelehnt, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag der dpa. Mit einer Gewährung des Antrags “wäre einer teilweisen Umgehung des Trainingsverbotes Vorschub geleistet“ worden.

“Nach den Bestimmungen des Nationalen Anti-Doping-Codes darf ein Athlet während einer Sperre in keiner Funktion an Wettkämpfen oder organisierten Trainingsmaßnahmen teilnehmen. Mit dem Verbot des Trainings geht naturgemäß eine Leistungsminderung des gesperrten Sportlers einher. Dies ist gerade Teil des Sanktionsziels“, erklärte der Sprecher. Mit der Ablehnung des Antrags dokumentiere die Bundespolizei, dass sie sich strikt an das Sanktionsziel halte.

Pechsteins Lebensgefährte hielt dagegen: “Sie war Angehörige der Bundespolizei, weil der Bund Regelungen getroffen hat, dass Top- Sportler unter Top-Bedingungen trainieren können. Die Bundespolizei hat das disziplinarrechtliche Verfahren gegen sie eingestellt, sie gilt also als unschuldig“, kritisierte Große. “Und statt sie aufzufordern, sich optimal auf ihr Comeback vorzubereiten, wirft man ihr nun Knüppel zwischen die Beine und legt ihr das Karriere-Ende nahe“, empörte sich Große, in dessen Wohnung die 38-Jährige den Zusammenbruch erlitten hatte.

Pechstein-Manager wütend

Während sich Pechstein im Moment nicht öffentlich äußern möchte, machte ihr Manager Ralf Grengel aus seinem Unmut keinen Hehl. “Zum jetzigen Zeitpunkt kommt diese Entscheidung einem Berufsverbot gleich“, sagte Grengel der dpa. Es stelle sich die Frage, wieso der Vorschlag auf Sonderurlaub von der Bundespolizei selbst gekommen sei. “Niemand kann einem Bürger dieses Landes verbieten, sich professionell zu konditionieren.“ Das Trainingsverbot sei auf vom Verband organisierte Maßnahmen beschränkt, betonte Grengel.

Pechstein hofft nun mit Hilfe eines Psychiaters, an den sie von einem Psychologen überwiesen wurde, ihr Leben nach Dopingvorwürfen, Gerichts-Marathon und der Trennung von ihrem Mann Marcus Bucklitsch wieder in den Griff zu bekommen.

Von Frank Thomas

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