Northug sprintet zu WM-Gold - Angerer Achter

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Petter Northug

Oslo - Tobias Angerer hat bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oslo die Medaille schon vor Augen, als ihm plötzlich die Luft ausgeht. Wieder gewinnt ein Norweger.

Der Olympiazweite hielt sich im 30-km-Jagdrennen bis wenige hundert Meter vor dem Ziel in der Spitzengruppe, musste dem mörderischen Tempo im Sprint um Edelmetall aber Tribut zollen und sich mit Platz acht bescheiden. Während Petter Northug seine norwegischen Landsleute am Holmenkollen mit seiner erfolgreichen Titelverteidigung verzückte, durften auch Angerer und der elftplatzierte Franz Göring angesichts eines von Krankheiten geprägten Winters zufrieden sein.

„Wenn mir jemand vor zwei Monaten gesagt hätte, dass ich Achter werde, dann hätte ich das sofort unterschrieben. Ich war nah dran und hätte die Chance auf die Medaille gern ergriffen. Leider haben mich, als es drauf ankam, die Kräfte verlassen. Trotzdem: Jetzt bin ich endlich wieder da, wo ich hingehöre“, sagte Angerer. Göring war „sehr zufrieden. Das konnte man so nicht erwarten.“

„Ein großes Kompliment an Tobi, er hat richtig gut mitgekämpft. Das war ein hervorragendes Rennen. Ich muss aber auch sagen, dass Franz gut gelaufen ist. Ich bin insgesamt sehr zufrieden“, sagte auch Bundestrainer Jochen Behle.

Angerer lag 6,5, Göring 10,1 Sekunden hinter Northug, der in 1: 14:10,4 Stunden vor den Russen Maxim Wylegschanin (0,7) und Ilija Tschernoussow (1,2) gewann. Jens Filbrich aus Frankenhain wurde 30., Tom Reichelt (Oberwiesenthal) belegte Platz 36. „Am Ende gewinnt der, der immer gewinnt“, sagte Behle, und im Hintergrund läuteten die Glocken Oslos für Sieger Northug.

Der 25-Jährige hatte sich zum Auftakt im Sprint mit Silber hinter Marcus Hellner aus Schweden begnügen müssen. Und auch diesmal trat Hellner wieder am letzten Anstieg an. „Aber heute habe ich meine Revanche bekommen. Ich habe einfach Gas gegeben und mich nicht mehr umgeschaut“, sagte der in eine goldene Jacke gewandete Northug: „Einen so guten Start in eine Großveranstaltung hatte ich noch nie. Jetzt muss ich nur ruhig bleiben, dann geht sicher noch mehr.“

Der zweimalige Olympiasieger hatte sich bis vier Kilometer vor dem Ziel zurückgehalten, ehe er attackierte. Angerer und Göring liefen nach dem Wechsel von der klassischen in die freie Technik zur Halbzeit des Rennens fast über die gesamte Distanz vorne im Feld, besonders Angerer zeigte ein kontrolliertes Rennen. Im Klassikteil hatte er zwischenzeitlich sogar Druck gemacht und eine kleine Lücke zwischen sich und dem Feld gerissen. Als sich der Kanadier Alex Harvey dann auf Kilometer 19 absetzte, behielt er ebenso kühlen Kopf wie Northug und lauerte weiter auf seine Chance.

Rund 3,5 km vor dem Ziel war Harvey gestellt und die Hatz auf Gold begann. Noch 1500 m vor dem Ziel lag Angerer in einer zehnköpfigen Spitzengruppe, die sich etwas absetzen konnte, doch als Hellner und Northug angriffen, war es um Angerer geschehen. Für Hellner lohnte sich die Attacke diesmal nicht, er kam 3,1 Sekunden hinter Northug nur auf Platz sechs.

sid

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