München gespannt: Wer bewirbt sich für 2018?

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Thomas Bach setzt auf einen Sieg von München bei der Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018.

München - München, Pyeongchang und Annecy: Bleibt das Rennen um die Olympischen Winterspiele 2018 ein Dreikampf oder kommt im letzten Augenblick ein weiterer Bewerber dazu? Der Countdown läuft.

An diesem Donnerstag endet die Bewerbungsfrist beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC), Konkurrenz aus dem chinesischen Harbin wird es aber nicht geben. Der überwältigende Vorsprung der drei Kandidaten und Probleme bei der eigenen Infrastruktur seien die Gründe für den Verzicht, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch. Dennoch müssen die Münchner abwarten, “ob bis Donnerstag in letzter Sekunde noch weitere Städte auf den Zug aufspringen“, sagte Richard Adam, Geschäftsführer der Münchner Bewerbungsgesellschaft.

“Es könnte auch welche geben, die für die Zukunft schlichtweg Erfahrungen mit derartigen Bewerbungsverfahren sammeln wollen und sich deshalb noch anmelden“, sagte Adam. Mit einer großen “Kickoff“-Veranstaltung nimmt München am Freitag mit den Partnern Garmisch-Partenkirchen und dem Berchtesgadener Land den langen Wettlauf zu den Winterspielen auf, der am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban entschieden wird. “Genau an diesem Datum muss die Zustimmung für uns am höchsten sein - nicht einen Tag früher, nicht einen Tag später“, betonte Adam.

Während dem französischen Annecy nur Außenseiterchancen eingeräumt werden, gilt Pyeongchang (Südkorea) als harter Konkurrent. “Pyeongchang wird ein starker Gegner werden, die haben zweimal knapp verloren, sie werden schwer zu schlagen sein. Aber Münchens Chancen stehen gut, sie müssen jetzt gepackt werden und mit Leidenschaft, Emotionen und der nötigen Sachkenntnis umgesetzt werden“, sagte Thomas Bach, Präsident Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Die bayerische Landeshauptstadt sieht sich gerüstet für die Operation 2018. “Wir haben alle Chancen, die IOC-Mitglieder zu überzeugen, und als Herzstück gehört die ökologische Ausrichtung dazu“, sagte Michael Vesper, DOSB-Generaldirektor. In der Vorwoche war ein umfangreiches Umweltkonzept vorgestellt worden. München will demnach die ersten “klimaneutralen Spiele“ der Geschichte austragen.

Vor allem mit der stark ökologisch angelegten Konzeption der Bewerbung wollen die Bayern punkten. “Wir wollen ein Leuchtturmsignal für Nachhaltigkeit in der olympischen Welt setzten. Es gibt nichts Exponierteres auf der Welt als eine Bewerbung um Olympische Spiele“, bekräftigte Adam, der zusammen mit IOC-Vizepräsident Bach und Münchens Oberbürgermeister Christian Ude am Freitag das Logo der Olympia-Bewerbung vorstellen wird.

Ärgerlich für die Münchner Olympia-Macher, dass kurzfristig die Finanzierung wieder in den Mittelpunkt rückte. Die Bewerbungskosten in Höhe von 30 Millionen Euro sollen ausschließlich über private Sponsoren generiert werden. In der Vorwoche bestätigte die Bewerbungsgesellschaft, ein öffentliches Darlehen in Höhe von einer Million Euro in Anspruch genommen zu haben. Gezwungenermaßen - denn bereits zugesagte Gelder von Sponsoren waren ausgeblieben.

Dies sei auch ein Resultat der Weltwirtschaftskrise, sagte Adam: “Es ist nicht mehr so einfach, an private Gelder zu kommen.“ Allein die Bewerbung um Olympische Spiele sei aber derart lohnenswert für München, “dass es zunächst einmal zweitrangig ist, woher die Finanzierung kommt.“

dpa

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