Magdalena Neuner: Einfach nicht mehr grübeln

+
Magdalena Neuner in Aktioon bei den deutschen Biathlon-Meisterschaften auf Rollski.

Willingen - Die Grundlagen hat Magdalena Neuner gelegt, aber bis zum Winter hat die Biathletin noch einiges zu tun. Bei der Weltmeisterschaft in Russland im März will die zweimalige Olympiasiegerin wieder Medaillen sammeln.

Selbst neun Fehlschüsse und ein siegloses Biathlon-Wochenende bringen Magdalena Neuner nicht mehr ins Grübeln. "Die Zeiten sind vorbei, dass ich mich da fertig mache. Ich weiß genau, was ich kann", sagt die zweimalige Olympiasiegerin und lächelt dabei verschmitzt. "Das Mädel möchte sich trotz der Erfolge weiterentwickeln, noch besser werden", meint ihr neuer Trainer Ricco Groß, der künftig zusammen mit Gerald Hönig für die deutschen Biathlon-Damen zuständig ist.

Deutschlands Wintersportliebling wähnt sich nach dem letzten Kräftemessen der nationalen Elite auf Rollerski im Soll. "Ich war schon wesentlich schlechter im September", sagte Neuner nach ihren beiden fünften Plätzen bei den deutschen Meisterschaften in Willingen. "Ich weiß jetzt, dass ich schon noch etwas zu arbeiten, neue Aufgaben für die nächsten Wochen habe." Vor allem mit dem Gewehr muss sie noch üben - wieder einmal.

Nach ihrem Einzel-Sieg vor einer Woche in Oberhof war sie beim zweiten Teil der Meisterschaft in Willingen als Führende im Verfolgungsrennen zum ersten Stehendschießen gekommen. Gleich viermal traf sie nicht ins Schwarze - der Titel war futsch, Kathrin Hitzer gewann. "Aus allem Negativen kann man auch etwas Positives ziehen. Ich habe meine ganzen Fehler jetzt schon weggeschossen, dafür habe ich dann im Winter keine mehr", sagt Neuner.

Seit der Stern der 23-Jährigen vor drei Jahren bei der Weltmeisterschaft in Antholz mit den drei ersten ihrer mittlerweile sieben WM-Titel aufgegangen ist, hat sie viel erlebt, aber wohl noch viel mehr gelernt. Deshalb hat sie sich nach der für sie so überaus erfolgreichen Saison rar gemacht, die Verpflichtungen auf das Notwendigste beschränkt. Sogar das Fotoshooting der Sponsoren wurde ins heimatliche Wallgau, dort ist sie jetzt schon Ehrenbürgerin, verlegt.

Erst spät hat die Biathlon-Millionärin mit der Vorbereitung auf die WM-Saison begonnen. "Es hat länger gedauert, bis ich die Frühjahrsmüdigkeit überwunden habe", gibt sie zu. Noch einmal tankt Magdalena Neuner im heimischen Wallgau Kraft. "Mein Garten sieht aus. Da ist noch einiges zu tun. Ich muss ihn ja fast schon winterfest machen, denn danach sind wir kaum noch zu Hause."

Im Winter ist die 23-Jährige nach den Rücktritten von Kati Wilhelm, Simone Hauswald und Martina Beck die Führungsfigur im neuen deutschen Team. "Ich fühle mich wie ein alter Hase, dabei bin ich doch die Jüngste", wundert sie sich. Im März bei der Weltmeisterschaft zählt es dann. Magdalena Neuner will dann weitere Medaillen sammeln und mit einer "möglichst schweren Tasche" nach Hause kommen.

Von Volker Gundrum, dpa

Zurück zur Übersicht: Sport-Mix

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT