Leichtathletik-EM: Verschleudern ARD und ZDF Gebühren?

+
Leichtathletik-Europameisterschaften Diskuswurf Frauen Finale am Mittwoch im Olympiastadion in Barcelona in Spanien. Die deutsche Sportlerin Nadine Müller gestikuliert bei einem Wurf.

Barcelona - Mit 177 Mitarbeitern berichten ARD und ZDF von der Leichtathletik-EM in Barcelona. Burkhardt Müller-Sönksen (50), medienpolitischer Sprecher der FDP, hält das für eine "Geldverschwendung".

73 deutsche Leichtathleten kämpfen seit Montag in der spanischen Metropole um Medaillen. Die Zahl der Sportler ist damit weniger als halb so groß wie das Aufgebot an Mitarbeitern, das die öffentlich-rechtlichen - und damit gebührenfinanzierten - Sender ARD und ZDF entsandt haben.

Burkhardt Müller-Sönksen (50), medienpolitischer Sprecher der FDP

Ein Unding, findet  FDP-Politiker Müller-Sönksen. In der "Bild"-Zeitung (Donnerstag) greift er die Öffentlich-Rechtlichen deswegen vehement an. Für den Liberalen ist es einfach "nicht nachvollziehbar, warum die Deutschen bei solchen Großereignissen jeweils das größte Aufgebot stellen." Und Müller-Sönksen legt nach: "Wenn auf einen deutschen Leichtathleten fast drei Mitarbeiter von ARD und ZDF kommen, dann gibt es aus Sicht der Gebührenzahler dafür nur ein Wort: Geldverschwendung."

Laut "Bild" sind andere europäische Sender mit deutlich weniger Leuten vertreten: Die italienische RAI hat 81 Mann nach Barcelona geschickt, die britische BBC 49.

So schön ist die Leichtathletik-EM in Barcelona

So schön war die Leichtathletik-EM 2010 in Barcelona

Gegenüber der "Bild" verteidigt ARD-Teamleiter Walter Johannsen (63) das Großaufgebot: „Die Technik ist auch durch HD aufwendiger geworden. Es werden mehr Menschen gebraucht. Und wir senden von morgens früh bis spät abends.“

Aber rechtfertigt denn ein großes Zuschauerinteresse eine derart ausführliche Berichterstattung über eine Randsportart? Eher nicht. Denn laut der Internetseite quotenmeter.de hat sich die Leichtathletik EM keinesfalls als Quotenrenner erwiesen. Zwischen 18.50 und 20.00 und zwischen 20.15 Uhr und 21.45 Uhr zeigte die ARD Livebilder der Europameisterschaft.

Zu Beginn schalteten im Schnitt 1,81 Millionen Menschen ein, was bei allen Zuschauern zu unterdurchschnittlichen 9,4 Prozent Marktanteil führte. Später wurde dann ein Zuwachs an Zuschauern verzeichnet.  Ab 19.45 Uhr kam die ARD dann im Schnitt auf 2,47 Millionen Zuschauer ab drei Jahren.

Quotenmeter.de meint dazu: "Mit den Serien, vor allem mit 'In aller Freundschaft' wäre der öffentlich-rechtliche TV-Kanal wohl deutlich besser gefahren."

fro

Zurück zur Übersicht: Sport-Mix

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT