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Handball-WM: Brand wirkt angeschlagen

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Heiner Brand.

Jönköping - Die Rückschläge bei der WM in Schweden haben auch bei Handball-Bundestrainer Heiner Brand Spuren hinterlassen. Zudem beklagt Brand erneut die mangelnde Unterstützung aus der Bundesliga.

Mal fuchtelt Heiner Brand wild mit den Armen an der Seitenlinie herum, dann versucht er in ruhigen Einzelgesprächen seine Vorstellungen zu vermitteln. Doch nach den Rückschlägen bei der Handball-WM in Schweden wirkt auch die Galionsfigur angeschlagen. Aufgrund der schwierigen Situation im deutschen Handball und der mangelnden Zusammenarbeit mit der Bundesliga hat der Bundestrainer zwischenzeitlich sogar über einen vorzeitigen Ausstieg aus seinem bis 2013 laufenden Vertrag nachgedacht.

„Solche

Gedanken

kommen sicherlich immer mal zwischendurch. Ich setze mich mit meiner

Situation

schon seit längerem auseinander“, hatte

Brand

im

Interview

mit der Frankfurter Allgemeinen

Zeitung

erklärt. Der 58-Jährige räumte ein, dass er schon vor der

WM

wesentlich angespannter als in früheren Zeiten gewesen sei.

Spitzensportler und ihre Spitznamen

foto

Die schwere Vorrundengruppe, der öffentliche Druck, schwierige Personalentscheidungen - die letzten Tage und Wochen sind nicht spurlos an Brand vorbeigegangen. Nach der desolaten Angriffsleistung bei der Niederlage gegen Ungarn (25:27) war Brand tief enttäuscht, auch wenn er sich nach außen schützend vor seine Mannschaft stellte. Fakt ist allerdings, dass es Brand an Führungspersönlichkeiten mangelt, auf die er auf dem Feld auch in schwierigen Phasen setzen kann. „Solche Spieler kann man sich nicht basteln. So etwas entwickelt sich mit der Zeit“, meinte der Gummersbacher, der die Nationalmannschaft 1997 übernahm.

Zahlreiche Höhepunkte gab es in seiner 14-jährigen Amtszeit. Krönung war der Titelgewinn bei der Heim-WM 2007. Zudem gab es EM-Gold 2004, WM-Silber 2003, Olympia-Silber 2004 und EM-Silber 2002. Doch die goldene Generation mit Christian Schwarzer, Henning Fritz, Markus Baur, Daniel Stephan und Stefan Kretzschmar gehört der Vergangenheit an.

Brand muss eine neue Mannschaft formen - mit allen Problemen, die bei so einem Prozess auftreten. Dabei beklagt er immer wieder die mangelnde Unterstützung aus der Liga. Er betonte zwar, dass ihm die Arbeit mit der Mannschaft und mit dem Präsidium des Verbandes sehr viel Spaß mache und dies Teil seiner Motivation sei, doch „dass sich allerdings zum Beispiel bei der Ausländerregelung in der Bundesliga gar nichts tut, dass ein Großteil der Leute nur kurzfristige egoistische Ziele anpeilt und sich nicht strategisch mit der Zukunft des Handballs beschäftigt, ist für mich auf Dauer zermürbend. Das Drumherum im Handball ist nicht das, was ich mir vorstelle. Das bringt die Sportart nicht weiter.“

Dabei müssten gerade in so einer schwierigen Situation die Kräfte gebündelt werden. „Es ist ja ein immer wiederkehrendes Szenario, wenn s mal bei einem Turnier nicht läuft. Ich sage: Im deutschen Handball gibt es insgesamt eine viel zu große Zahl von Stinkstiefeln. Sie warten, obwohl sie selbst nichts Positives geleistet haben, immer nur darauf, in einem vermeintlichen Moment der Schwäche draufzuhauen, auch auf mich“, meinte Brand, der allerdings auch weiterhin viel Unterstützung erhält. „Ohne Heiner Brand wäre der deutsche Handball schon längst wieder eine graue Maus. Er ist das Gesicht des deutschen Handballs, die Frontfigur“, erklärte Kretzschmar.

sid

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