Haas gibt gegen Schüttler auf

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Tommy Haas musste passen

Shanghai - Und wieder ist es die rechte Schulter. Bitter enttäuscht hat Thomas Haas in Shanghai das deutsche Duell gegen seinen Freund Rainer Schüttler aufgegeben und ein dickes Fragezeichen hinter seine weitere Karriere gesetzt.

Nach dem ersten Satz, den er mit 4:6 verlor, packte der 31-Jährige seine Tennistasche und verließ tief getroffen den Hartplatz abseits der prächtigen Arena in der chinesischen Wirtschaftsmetropole. Die theoretisch noch mögliche WM- Teilnahme in London ist damit endgültig passe. Doch das war dem Weltranglisten-18. am Mittwoch völlig egal angesichts der neuerlichen Schmerzen in der schon dreimal operierten rechten Schulter.

Tommys schöne Sara

Sara Foster: Die schöne Verlobte von Tennis-Star Tommy Haas

Die Saison geht zu Ende wie die vorigen Jahre auch. Doch was kommt jetzt? Wird es noch einmal eine solch traumhafte Rückkehr wie in diesem Jahr geben, als er in Paris Roger Federer an den Rand der Niederlage brachte und vier Wochen später in Wimbledon erstmals im Halbfinale stand? Oder war es das - und der leidgeprüfte Sonnyboy zieht die Konsequenzen, wie er es schon nach der zweiten Operation einen Moment lang vorgehabt hatte? “Damals habe ich ganz ernsthaft daran gedacht, aufzuhören“, erzählte Haas noch vor sechs Wochen der Deutschen Presse-Agentur dpa am Rande der US Open in New York.

In der dritten Runde war er in Flushing Meadows ausgeschieden. Wieder hatte er großartig begonnen und war dann doch am Spanier Fernando Verdasco in fünf Sätzen gescheitert. Stinksauer war er, aber nicht hoffnungslos. Und schon gar nicht dachte er an das Ende seiner Karriere, weil er sich körperlich endlich wieder fit und stark fühlte. Zudem beflügele ihn sein intaktes Umfeld, wie er betonte, mit seiner Verlobten Sara Foster, (Wieder-)Trainer Thomas Hogstedt und dem fest engagierten Physiotherapeuten Alex Stober.

Doch Shanghai hat das Modell Haas womöglich ins Wanken gebracht. Sollte sich die neuerliche Verletzung der rechten Schulter als gravierender Rückschlag erweisen, könnte Haas die Brocken endgültig hinwerfen. Für das kriselnde deutsche Tennis wäre ein Rücktritt des nach Boris Becker und Michael Stich erfolgreichsten und namhaftesten Spielers ein schwerer Schlag. Genauso wie für das Davis-Cup-Team von Patrik Kühnen, in das Haas im kommenden Jahr eigentlich zurückkehren wollte. Denn auch mit 31 Jahren hatte Haas sein sportliches Lebensziel nicht aus den Augen verloren: “Ein Grand-Slam-Turnier gewinnen und den Davis Cup.“

Die Freude über seinen fünften Sieg im neunten Vergleich mit seinem Freund verging Rainer Schüttler angesichts der Umstände. Dabei hat der 33-Jährige selbst mehr als genug Rückschläge hinter sich und einen Erfolg ebenso nötig fürs Selbstvertrauen wie verdient. Im Achtelfinale trifft er auf den Italiener Fabio Fogini oder den an Nummer zwei gesetzten Peking-Sieger Novak Djokovic aus Serbien.

Schüttler ist in der Runde der besten 16 der einzige deutsche Vertreter. Auch Florian Mayer musste sich am Mittwoch aus Shanghai verabschieden. Trotz bravouröser Gegenwehr unterlag der Bayreuther, der sich langsam wieder in den Kreis der weltbesten Tennisprofis zurückkämpft, dem Spanier Tommy Robredo mit 6:4, 6:7 (10:12), 4:6.

dpa

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