NHL

Grubauer als überragender Rückhalt: «Es läuft einfach»

Vegas Golden Knights - Colorado Avalanche
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Siegte mit Colorado gegen die Vegas Golden Knights: Avalanche-Goalie Philipp Grubauer.

Mit Philipp Grubauer auf dem Eis haben die Colorado Avalanche seit acht Spielen nicht mehr verloren. Der Eishockey-Nationaltorwart ist in überragender Form.

Denver (dpa) - Das Gegentor durch den ersten Schuss nach 40 Sekunden nervte Philipp Grubauer, aber danach war Ruhe.

Die weiteren 17 Versuche auf sein Tor wehrte der Eishockey-Nationaltorwart beim 5:1 der Colorado Avalanche im Top-Spiel gegen die Vegas Golden Nights alle ab. Die beiden NHL-Teams sind nun punktgleich an der Spitze der West-Division, wie seit Wochen hatte der 29-Jährige auch im 100. Spiel für die Avalanche erneut großen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft und bekam danach Lob der Kollegen. Acht Spiele in Serie hat der Rosenheimer nun schon gewonnen und seinen persönlichen Rekord in der besten Eishockey-Liga der Welt ausgebaut, nie kassierte er in dieser Zeit mehr als ein Gegentor.

«Es läuft einfach», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Ein großer Faktor ist, dass wir jeden zweiten Tag spielen und wir alle im Rhythmus sind. Und jeder jedes Spiel hochkonzentriert angeht und wir extrem verteidigen.» Der zweite Stanley-Cup-Sieg seiner Karriere scheint in diesem Jahr möglich - im Gegensatz zum Erfolg mit den Washington Capitals vor drei Jahren dieses Mal aber als Stammkraft. «Das ist das Ziel und das Endgoal. Aber wichtig ist das Spiel morgen und dann das Spiel danach. Ich schaue eigentlich nicht weiter als bis zum nächsten Spiel», beteuerte Grubauer. Mit inzwischen mehr als 200 Spielen in der NHL hat er Ruhe und Routine längst entwickelt.

Sehr zur Freude seines Trainers. «Wenn du Schlüsselparaden zu Schlüsselzeitpunkten von deinem Startspieler bekommst, ist das ein gutes Erfolgsrezept», sagte Jared Bednar. «Er ist einfach stabil. Er hält alles, was er halten sollte und dazu noch ein paar, die du im Netz erwarten würdest», erklärte Bednar und sagte dann: «So gut wie jetzt habe ich ihn noch nicht spielen sehen, vor allem über einen so langen Zeitraum.»

Nationalmannschaftsteamkollege Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers kennt die Stärken als Mitspieler und Gegner, auch wenn es wegen der Corona-Bedingungen in dieser Saison frühestens in den Playoffs wieder zu einem direkten Duell kommen kann. «Er ist einfach sehr schnell, sehr athletisch und liest das Spiel sehr, sehr gut. Ich glaube, das macht es für Stürmer oder Mannschaften schwierig, gegen ihn zu treffen», sagte der Topscorer der vergangenen Saison der Deutschen Presse-Agentur. «Ich glaube, dass er ganz oben mit dabei ist mit den Besten der Welt und ich glaube, das zeigt er jetzt seit mehreren Jahren. Ich glaube, dass es uns in Deutschland alle sehr, sehr freut, dass der Grubi wirklich sehr erfolgreich dort spielt.»

Vor dem nächsten Duell mit den Golden Knights am Samstag (20.00 Uhr MEZ) haben beide Mannschaften nun 45 Punkte. «Wir haben jetzt noch etwa 25 Spiele übrig und du musst jetzt auf den richtigen Weg kommen», sagte Grubauer mit Blick auf die notwendige Form in den Playoffs. «Wir haben 56 Spiele. Da kannst du nicht bis Spiel 55 warten und sagen, ab jetzt spielen wir das richtige System und geben Gas. Es ist jetzt wichtig, den richtigen Weg zu nehmen.»

Wohin sein eigener Pfad nach der Saison führt, ist noch offen. Sein Vertrag läuft aus. Aber Grubauer hat einen Wunsch: «Ich würde gerne in Denver bleiben, wenn es die Option geben wird», sagte er. Die Gehaltsobergrenze könnte ein Problem werden. «Es wird nicht am Geld scheitern, aber vielleicht an der Länge des Vertrages», sagte er.

Derzeit sind die Gespräche noch weit weg, erst nach der Saison erwartet er konkrete Verhandlungen. Bis dahin will er den Fokus auf der Gegenwart halten - durch die Corona-Bedingungen der NHL ist das einfacher als je zuvor. «Es ist eigentlich Halle und zu Hause. Wir dürfen uns in keinem Supermarkt aufhalten, alles nur to go. Selbst die Frau oder die Kinder dürfen nicht in Restaurants oder sich mit Freunden treffen», berichtete er.

«In einer Saison ohne Corona hast du zwei, drei, vier Tage frei zwischen den Spielen, da sind die Ablenkungen etwas größer. Im Moment ist es wirklich nur Eishockey, nach Hause, regenerieren, Eishockey, nach Hause, regenerieren», sagte Grubauer. «Ich finde es toll, dass wir jeden zweiten Tag spielen. Das ist wie in den Playoffs.» Und dieses Gefühl will er mit seinen Paraden bis Mitte Mai auf jeden Fall verteidigen - dann beginnt die Finalserie um den NHL-Titel.

© dpa-infocom, dpa:210326-99-978214/3

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