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Greipel gewinnt Tour-Etappe

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Andre Greipel gewann die zehnte Etappe der Tour de France von Aurillac und Carmaux.

Carmaux - Andre Greipel hat die erste Tour-de-France-Etappe seiner Karriere gewonnen. Er gewann in Carmaux vor Sprint-Star Mark Cavendish und dem Spanier Jose Joaquin Rojas.

Am Tag, an dem der erste positive Dopingtest einen Schatten auf die 98. Tour de France warf, wurde Andre Greipel im Duell mit seinem Erzrivalen Mark Cavendish zum strahlenden Sieger. Der deutsche Top-Sprinter aus Rostock gewann die zehnte Etappe und setzte sich dabei nach 158 Kilometern von Aurillac nach Carmaux im Sprint gegen den Briten vom Team HTC-Highroad durch. Greipel feierte damit seinen ersten Triumph bei seinem Debüt auf der „Großen Schleife“. Für den deutschen Radsport war es der 60. Etappensieg, der erste nach Heinrich Haussler 2009 in Colmar.

„Wahnsinn. Die Mannschaft war phantastisch“, sagte ein überglücklicher Greipel von Omega Pharma-Lotto, der im Ziel den rechten Arm jubelnd in die Höhe riss, „es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt.“

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

Die Gewinner der Tour de France seit 1989

1989: Greg LeMond (USA, auf dem ersten Platz stehend) © Getty Images
1990: Greg LeMond (USA) © Getty Images
1991: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1992: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1993: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1994: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1995: Miguel Indurain (Spanien) © Getty Images
1996: Bjarne Riis (Dänemark) Riis gab später zu, gedopt zu haben . Die Disqualifikation ist nicht möglich, da die Verwendung von Doping nach acht Jahren verjährt. Die Organisatoren der Tour de France hatte Riis zunächst aus ihrer Siegerliste gestrichen. Mittlerweile wird er dort wieder geführt. © Getty Images
1997: Jan Ullrich (Deutschland) © Getty Images
1998: Marco Pantani (Italien) © Getty Images
1999: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2000: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2001: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2002: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2003: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2004: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2005: Lance Armstrong (USA) © Getty Images
2006: Floyd Landis (USA). Landis wurde aber am 21. September 2007 der Titel aberkannt. Er war positiv auf Testosteron getestet worden. © Getty Images
Dafür wurde Oscar Pereiro nachträglich zum Gewinner der Tour de France 2006 erklärt. © Getty Images
2007: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2008: Carlos Sastre (Spanien) © Getty Images
2009: Alberto Contador (Spanien) © Getty Images
2010: Alberto Contador (Spanien) © dpa
2011: Cadel Evans (Australien) © ap
2012: Bradley Wiggins (Großbritannien) © ap

Überschattet wurde Greipels erster Triumph bei seiner Tour-Premiere jedoch vom positiven Dopingtest des Russen Alexander Kolobnew. Beim Fahrer vom rein russischen Team Katuscha war in der A-Probe das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen worden. Das hatte der Radsport-Weltverband UCI am Montagabend bekannt gegeben. Kolobnew wurde das Präparat bei einer Kontrolle vom 6. Juli nachgewiesen, die Probe war im WADA-Labor in Chatenay-Malabry untersucht worden. Der Olympiadritte von 2008 hatte daraufhin vor der 10. Etappe von sich aus die Frankreich-Rundfahrt beendet.

Erst wenn die B-Probe, deren Öffnung Kolobnew erwartet, das Ergebnis bestätigen sollte, handelt es sich offiziell um einen Dopingfall. Der Fahrer würde dann von Katjuscha entlassen. „Ich weiß nicht, wie die Substanz in meinen Körper gekommen ist“, sagte Kolobnew und bediente sich damit der Standardausrede.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Sprinter Dennis Mitchell nutzte seinen positiven Dopingbefund, um sich als Sexprotz zu outen. Das viele Testosteron komme von einer wilden Partynacht, in der er seine Frau verwöhnt habe. „Fünf Flaschen Bier und mindestens vier Mal Sex mit seiner Frau. Es war ihr Geburtstag. Die Lady hatte es verdient“, so lautete sein Statement. © Getty
Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Adrian Mutu: Der rumänische Fußballspieler sagte 2004 nach einer positiven Dopingprobe, er habe lediglich ein Mittel zur “Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit“ genommen. Zuvor hatte er zugegeben, Kokain genommen zu haben, dieses Geständnis wenige Tage später jedoch widerrufen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Johann Mühlegg soll eine Spezial-Diät gemacht haben, wegen der in seinem Kreislauf eine EPO-ähnliche Substanz nachgewiesen wurde... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Auf den Hund gekommen: Frank Vandenbroucke behauptete, als bei ihm Anabolika und EPO sichergestellt wurden, die Mittel seien für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Justin Gatlin gab einem Masseur die Schuld. Der soll ihn nämlich mit einer testosteronhaltigen Salbe bearbeitet haben. Es soll sich sogar um eine fiese Retourkutsche des Profikneters gehandelt haben, meint Gatlin. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Christian Henn, ehemals Radprofi, wollte eigentlich nur der eigenen Libido auf die Sprünge helfen. Ein Spezialtee wurde ihm zum Verhängnis. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Martina Hingis, die Schweizer Version von Zahnpasta-Dieter Baumann: Jemand soll ihr Koks in den Fruchtsaft gemischt haben. Sieht ja auch aus wie Süßstoff... © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Radprofi Rolf Aldag gibt dem System die Schuld. Ohne EPO-Missbrauch hätte er im T-Mobile-Team keinen neuen Vertrag bekommen. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

Die zehnte Etappe begann erneut mit einem Crash. Björn Leukemans (Belgien/Vacansoleil), Levi Leipheimer (USA/RadioShack), Jeremie Galland (Frankreich/Saur-Sojasun), Robert Gesink (Niederlande/Rabobank) und Fabian Cancellara (Schweiz/Leopard Trek) erwischte es nur elf Kilometer nach dem Start. Alle Beteiligten konnten die Fahrt aber fortsetzen.

Bei Leipheimer, der durch Stürze bereits mehrere Minuten auf die Spitze verloren hat, und dessen Team RadioShack wollte die Pechsträhne bei der Tour 2011 auch am Dienstag nicht abreißen. Nachdem in Jarez Brajkovic (Slowenien) und Chris Horner (USA) zwei von vier gestarteten Kapitänen bereits aufgeben mussten, verlor das Team des deutschen Rundfahrspezialisten Andreas Klöden in Jaroslaw Popowitsch schon vor dem Start einen weiteren wichtigen Helfer. Der Ukrainer war zur 10. Etappe wegen Fiebers nicht mehr angetreten.

Nach rund 14 der 158 Kilometer auf dem Weg von Aurillac nach Carmaux setzte sich eine sechsköpfige Ausreißergruppe aus den Franzosen Remy Di Gregorio (Astana), Sebastien Minard (AG2R), Arthur Vichot (FDJeux), Julien El Fares (Cofidis), Anthony Delaplace (Saur-Sojasun) und dem Italiener Marco Marcato (Vacansoleil) vom Peloton ab. Sie fuhren einen Maximalvorsprung von 3:45 Minuten heraus, wurden jedoch rund 17 Kilometer vor dem Ziel eingeholt.

Wenig später, am Anstieg zum Cote de Mirandol-Bourgnounac, zog zunächst das Team Omega Pharma-Lotto das Tempo an. Angeführt vom Träger des Grünen Trikots, Philippe Gilbert (Belgien), bildete sich eine fünfköpfige Ausreißergruppe, in der neben dem Franzosen Thomas Voeckler im Gelben Trikot auch die deutsche Tour-Hoffnung Tony Martin involviert war. Der Fluchtversuch scheiterte jedoch an der Nachfolgearbeit von Leopard Trek.

Auf den finalen Kilometern und der rasanten Abfahrt ins Ziel versuchte Martin mit letzter Kraft, Cavendish in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Cavendish ging mit mehreren Metern Vorsprung auf die Zielgerade, ehe sich Greipel in einem Kraftakt kurz vor der Ziellinie an ihm vorbeischob. „Das hat er sehr schlau gemacht, als er sich ans Hinterrad von Mark geheftet hat“, sagte der ehemaligte deutsche Sprinter-König Erik Zabel.

In der Gesamtwertung gab es an der Spitze keine Veränderungen. Der französische Publikumsliebling Thomas Voeckler (Europcar) verteidigte das Gelbe Trikot erfolgreich. Tony Martin (Cottbus) bleibt auf Rang sechs bester Deutscher (2:38 Minuten zurück), Andreas Klöden (Mittweida/2:43), dessen Start aufgrund seines Sturzes am Sonntag fraglich war, Achter.

Am Mittwoch bietet sich den Sprintern vor den schweren Bergetappen der Pyrenäen die vorerst letzte Gelegenheit auf einen Tageserfolg. Von Blaye-les-Mines führt die Strecke über 167,5 Kilometerm nach Lavaur.

sid

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