Federer verteilt die Höchststrafe

Haas müht sich zum Traum-Duell in Halle

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Tommy Haas ballt die Siegerfaust

Halle/Westfalen - Die Gerry Weber Open in Halle bekommen ihr Traum-Duell: Im Halbfinale am Samstag trifft Tommy Haas auf Roger Federer, es ist die Neuauflage des Vorjahresfinals.

Sie sind Publikumslieblinge, Doppelpartner und dicke Kumpel. Im Halbfinale des Rasenturniers von Halle/Westfalen muss die Freundschaft zwischen Tommy Haas und Roger Federer jedoch ruhen. In der Neuauflage des Vorjahresendspiels trifft Deutschlands derzeit bester Tennisprofi am Samstag (13.00 Uhr/ZDF) auf den Rekord-Champion der Gerry Weber Open. Während Titelverteidiger Haas seine Generalprobe gegen den Franzosen Gael Monfils mit 6:7 (4:7), 6:3, 6:3 überstand, verteilte Rekord-Champion Federer beim 6:0, 6:0 gegen Mischa Zverev (Hamburg) die Höchststrafe.

„Das sind die Matches, auf die man sich immer freut, etwas ganz Besonderes“, sagte Haas zum 14. Duell mit Federer: „Er ist einer der Größten aller Zeiten, wenn nicht sogar der Größte. Ich freue mich jedenfalls darauf.“ Federer, der zehn Begegnungen mit Haas gewonnen hat, sagte zur Revanche: „Wichtig ist jetzt, die Umstellung von dem Match heute zum extrem harten Match morgen zu schaffen. Da wird sich einiges ändern.“

Haas ist wieder mal der letzte deutsche Spieler im Turnier: Die Davis-Cup-Spieler Florian Mayer (Bayreuth) und Philipp Kohlschreiber (Augsburg) scheiterten. Mayer unterlag dem an Position zwei gesetzten Franzosen Richard Gasquet 3:6, 6:7 (4:7) und gehört damit in Wimbledon voraussichtlich nicht zu den 32 gesetzten Spielern. Kohlschreiber kassierte beim 3:6, 2:6 im neunten Duell mit Juschni seine zweite Niederlage.

Seltsam emotionslos wirkte Haas' Auftritt auf dem beinahe ausverkauften Centre Court über eineinhalb Sätze. Er schimpfte nicht, beschwerte sich nicht beim Schiedsrichter und ließ sich nicht einmal zu einem Kopfschütteln hinreißen. Ohne Breakchance ging Satz eins dahin. Haas schaffte es nicht, die Zuschauer mitzureißen und schien selbst wie gelähmt. „Wenn ich mich einmal nicht aufrege, wundert sich meine Familie daheim schon und schickt mir Nachrichten, was denn los sei“, hatte Haas bei seinem Viertelfinaleinzug bei den French Open in Paris erklärt.

Seine Gemütslage änderte sich in Durchgang zwei: Haas schmiss seinen Schläger und lamentierte lautstark. Nur wenige Minuten später hatte er seine ersten Breakchancen und sicherte sich den Ausgleich. Mitreißen konnten Haas' Schimpftiraden das Publikum allerdings nicht.

Für Stimmung sorgte dagegen der ehemalige Weltranglistensiebte Monfils. Der Tennisclown mit den winzigen Rastalocken lag bereits mit Break zurück, als er einen hohen Ball im Halbfeld durch die Beine springen ließ, und rückwärts zum Schetterball ansetzte. Die Zuschauer johlten, Haas behielt die Konzentration. Vor allem bei eigenem Aufschlag ließ er wie bereits bei seinem Auftakt gegen den Letten Ernests Gulbis nichts zu. Ein Break zum 4:2 im entscheidenden Satz reichte zum Sieg, Haas verwandelte nach 1:53 Stunden seinen dritten Matchball. 

Federer war derweil längst wieder im Hotel angekommen. Sein Auftritt gegen Zverev gehörte zu den schnellsten Spielen, die in 21 Jahren bei den Gerry Weber Open jemals absolviert worden waren. Nur 39 Minuten brauchte der Maestro, der in Halle von 2003 bis 2006 und 2008 gewonnen hat, für den zweiten „Doppel-Bagel“ seiner Karriere. Der 17-malige Grand-Slam-Sieger hatte Mitleid mit seinem Gegner, allerdings nicht so viel, dass er Zverev ein Spiel schenkte. Vielleicht übte Federer schon einmal für das Duell mit seinem Freund Haas, denn selbst er musste zugeben: „Ich muss mich oft daran erinnern, dass ich nicht zu nett bin. Ich hab manchmal Mühe, auf dem Platz solche Freundschaften auszublenden.“

sid

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